Baubeginn der Vererdungsanlage wahrscheinlich im Frühjahr

Zur Errichtung der drei Klärschlamm-Beete ist eine überplanmäßige Auszahlung notwendig

In der Gemeinde Kalefeld sollen drei Klärschlammvererdungsbeete entstehen.

Kalefeld. Auf der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde Kalefeld wurde mehrheitlich eine überplanmäßige Auszahlung zur Errichtung der geplanten Klärschlammvererdungsanlage beschlossen. Für die Erteilung des Auftrages an die Firma Eko-Plant werden insgesamt Haushaltsmittel in Höhe von rund 1.426.000 Euro benötigt. Darüber hinaus werden rund 74.000 Euro für Baunebenkosten wie Vermessung, Baugrunduntersuchungen, Genehmigungsgebühren, benötigt. Daraus ergeben sich Gesamtbaukosten in Höhe von etwa 1,5 Mio Euro. Im Haushalt stehen Mittel in Höhe von 1.118.000 Euro zur Verfügung, weswegen sich eine Finanzierungslücke von rund 382.000 Euro ergibt.

Diese Kosten seien bereits im Jahr 2016 ermittelt worden, so der Bürgermeister der Gemeinde Kalefeld, Jens Meyer, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Die Kostensteigerung sei nun der allgemeinen wirtschaftlichen Lage geschuldet und so nicht mehr haltbar. „Die Klärschlammvererdungsanlage ist eine Investition in die Zukunft“, betont Meyer. Zwar sei die Errichtung mit den dazugehörenden Kosten eine sehr hohe Investition, halte aber dauerhaft die laufenden Kosten gering.

Bisher fallen pro Jahr im Durchschnitt zwischen 800 und 900 Tonnen gepresster Klärschlamm an, für die für die Entsorgung und Aufbringung bei den Landwirten rund 120 Euro pro Tonne anfallen, so Volker Hübchen (Bauamt/Kläranlage). Normalerweise werde der Klärschlamm zweimal pro Jahr ausgebracht, weswegen die Gemeinde ein hohes Speichervolumen vorhalten müsse. „Der Vorteil der Vererdungsbeete ist die Volumenreduzierung“, so Hübchen. Mit einer Klärschlammvererdungsanlage falle nur noch ein Bruchteil davon an. Drei Beete auf einer Fläche von insgesamt 6.000 Quadratmetern sollen in der Nähe der jetzigen Kläranlage entstehen, die im Rouliersystem bedient werden. Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein, wobei man zunächst mit einem Probelauf von einem halben bis dreiviertel Jahr rechnen müsse. Zudem habe man einen Betreuungsvertrag mit Eko-Plant abgeschlossen, der fünf Jahre lang eine kompetente Fachberatung garantiere.

Bei der Klärschlammvererdung mit Schilf in den angelegten Beeten, handelt es sich um ein naturnahes Entwässerungsverfahren für Klärschlamm. Es kommt ohne chemische Hilfsmittel aus. Vererdungsbeete bestehen aus abgedichteten Becken, deren Grund mit unterschiedlichen Filter- und Drainagesystemen belegt ist. Für die Funktionsfähigkeit und den Vererdungserfolg dieser Klärschlammvererdungsanlagen ist in hohem Maß die Anlagensteuerung, die Betriebsführung und der Aufbau des Systems entscheidend. Die Schlämme werden ganzjährig in festgelegten Mengen und Intervallen direkt auf die Schilfbeete gepumpt. Das Filtratwasser wird über das Filtersystem abgezogen und der Kläranlage zugeführt. Die Beladungskapazität wird in Abhängigkeit von der Anlagenkonzeption im Schnitt nach sechs bis zwölf Jahren erreicht.

Einzelne Beete werden nach einer Ruhephase von etwa einem Jahr geräumt und stehen anschließend einem neuen Beschickungszyklus zur Verfügung. Die Nutzungsdauer des Gesamtsystems beträgt mehr als 25 Jahre. Die Beete werden nach der Trocknung im Abstand zwischen sieben und acht Jahren geräumt.

Weiter berichtete Meyer, dass der Tagesordnungspunkt über der Erhebung von Straßenausbaubeiträgen in der Ortschaft Sebexen für die Maßnahmen in der Gandersheimer Straße von der Tagesordnung genommen wurde. Hier sei man der Empfehlung des Verwaltungsausschusses gefolgt, den Ortsrat erneut anzuhören und eine Anliegerinformation zu organisieren. Die bisher von den Anliegern bezahlten Teilbeträge werden vorerst zurückgezahlt. Das entbehre zwar einer rechtlichen Grundlage, dennoch werde man so vorgehen, betonte Meyer, der eine komplette Abschaffung der Straßenausbaubeiträge nicht in Aussicht stellt. In der Gemeinde Kalefeld liege man bei der Anliegerbelastung schon im unteren Bereich, andere Kommunen hätten deutlich höhere Beteiligungen in ihrer Satzung.

Mehrheitlich beschlossen wurde auch die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen in der Ortschaft Oldenrode mit einem Aufwandsspaltungsbeschluss für die Verbesserung der Straßenbeleuchtung. Zur Abrechnung dieses in den Jahren 1999 und 2000 entstandenen Aufwandes, ist es erforderlich, einen Aufwandsspaltungsbeschluss zu fassen, da die betreffenden Straßen noch nicht in ihrer Gesamtheit (Entwässerung, Beleuchtung, Gehwege, Fahrbahn) erneuert beziehungsweise verbessert wurden. Der Gesamtbetrag der von den Anliegern zu zahlenden Beiträge wird sich auf rund 7.500 Euro belaufen. Eine Information der betroffenen Anlieger soll im Rahmen einer Anhörung in Kürze stattfinden.hn