Das Wandern ist der Westerhöfer Lust

Erste Tour im Corona-Jahr: Sommerwanderung des MTV Westerhof führt in Mandelbecker Forst

Über die Straßen Westerhofs startete die Gruppe zu ihrer Tour in den Mandelbecker Forst.

Westerhof. Wandern macht in jedem Alter viel Spaß. Das zeigte sich bei der Sommerwanderung 2020 des MTV Westerhof. Zehn Teilnehmer aus unterschiedlichen Generationen waren unterwegs. Ihr Ziel: der Mandelbecker Forst.

Ausgesucht hatte die Strecke Wanderwartin Sara Stockhusen. „Der Westerhöfer Wald ist immer schön“, sagte sie. Ein besonderer Reiz des Mandelbecker Forst seien die dort gelegenen Fischerteiche. Zu Stationen der Gruppe gehörten das Jagdhaus, das für die Westerhöfer ein ebenso beliebter Anlaufpunkt ist wie der Bereich am Kleinbahntunnel.

Auf das sonst übliche gemeinsame Beisammensitzen mit Grillen, Kaffee und Kuchen im Anschluss an die nachgeholte Himmelfahrts-Wanderung mussten die Teilnehmer allerdings verzichten. Dies war aus Stockhusens Sicht vermutlich neben der Vorsicht wegen der Corona-Pandemie und der steigenden Infektionszahlen ein Grund, warum weniger Wanderbegeisterte als sonst üblich zu der Tour kamen.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl von Strecken sei „die Schönheit des Waldes“, aber unter anderem auch, dass Kinderwagen und Bollerwagen mitgeführt werden könnten. „Das darf also nicht der größte Trampelpfad sein“, verdeutlichte Stockhusen. Besondere Sicht gebe es unter anderem vom Ziegenberg und Koppenberg. Die Wanderungen bieten nicht nur Ein- und Ausblicke in die Natur, sie können auch den Wissenshorizont erweitern. So gehörten zu den Zielen auch schon eine Waldregion rund um Westerhof, in der die Sturmschäden besonders schlimm gewesen seien. Dort habe ein Mitwanderer aus dem Forstwesen über den Borkenkäfer und dessen folgenreiches Verhalten gesprochen. Bei einer der Wanderungen habe es auch eine begleitende Schatzsuche für Kinder gegeben.

Die Ziele beschränken sich keinesfalls auf die Region rund um Westerhof. So starten Teilnehmer gerne auch zu Wanderausflügen in den Harz. Gerne erinnert sich die Gruppe an Touren auf dem Liebesbankweg bei Hahnenklee und im WeltWald bei Bad Grund.

Bestandteil der Wanderungen seien immer wieder auch Ehrungen für Jubilare, die fünf Mal, zehn Mal und 15 Mal dabei waren. Sie erhalten Medaillen mit Motiven aus dem Westerhöfer Wald wie dem ehemaligen Viadukt oder der Kleinbahn, bei Jubiläen ab dem 20. Mal gibt es Präsente.
Es habe auch schon Teilnehmer gegeben, die 50 oder 60 Mal dabei waren. „Allerdings wurde früher nur eine Wanderung angeboten, diese Jubilare gehen wirklich schon seit der Kindheit mit“, berichtet Stockhusen.

Während der jüngsten Wanderung wurde Thino Buchenhofer geehrt. Für ihn war es die 20. Teilnahme. Er erhielt eine Mettwurst und eine Baumspende für ein Aufforstungsprojekt. Das Teilnehmerfeld bei den Ausflügen deckt alle Altersschichten ab und reicht von einem nicht einmal einem Jahr alten Kind bis zu Menschen um die 80.

Auf der Wunschliste der Wanderfreunde für künftige Ausflüge stehen versunkene Dörfer im Wald. „Diese Dörfer wurden im 12., 13. Jahrhundert verlassen“, erläuterte Teilnehmer Hans-Peter Kretzschmar. Deren Standorte seien noch bekannt. Teilweise seien noch Grundmauern von Gebäuden zu sehen.
Zwei Mal im Jahr starten die Vereinsmitglieder üblicherweise zu ihren Wanderausflügen. Der Ausflug per pedes am vorletzten Sonnabend war der Ersatz für die ausgefallene Himmelfahrtswanderung, als nächstes wollen die Wanderbegeisterten am gewohnten Termin, dem Tag der deutschen Einheit am Sonnabend, 3. Oktober, zu einem Ausflug starten.

Das Teilnehmerfeld beschränkte sich bei der ersten Wanderung nicht nur auf Zweibeiner. So war auch ein Hund bei der Tour dabei.art