Dauerstreitthema: die Verkehrssituation an der B 445 und die fehlende Brücke

Gemeindeentwicklungsausschuss einigte sich auf neuen Ortstermin zum geforderten Fußgängerweg in Sebexen

Mehr Sicherheit für Fußgänger an der B 445 soll ein Fußweg bringen. Im Eigentum der Gemeinde ist das Stück bis zu den Markierungspfählen.

Sebexen. Schon seit vielen Jahren ist die Verkehrssituation im Bereich Hohe Straße/Gandersheimer Straße/Einmündung zur B 445 den Sebexern ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund waren auch viele Einwohner zur jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses in die Aula der Grundschule in Echte gekommen, da ein Antrag der Freien Wählergemeinschaft Altes Amt (FWG) auf der Tagesordnung stand. Die FWG beantragt darin zeitnahe Maßnahmen, um ein Mindestmaß an Verkehrssicherheit in diesem Bereich herzustellen.

Die Unübersichtlichkeit und die räumliche Enge in der aktuellen Verkehrsführung der Kreisstraße 602 im Bereich Misttor berge regelmäßig Gefahrensituationen zwischen motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern. Deshalb fordert die FWG Abhilfe durch Installation eines Fußweges am östlichen Fahrbahnrand vom Eckgrundstück Kornehl bis zum Verbindungsweg Eichendorffstraße. Eine Strecke von rund 40 Metern.

Die FWG fordere dabei keinen exquisiten Fußgängerweg, es reiche ein befestigter Weg, auf dem zumindest eine Person Platz habe, wie Ortsrats- und Gemeinderatsmitglied Klaus-Friedrich Jordan (SPD) betont. Die Straße werde von Fußgängern häufig genutzt, denn oberhalb befindet sich das Wohngebiet. Der Ortsrat und die Anwohner seien auch dazu bereit, die Bauarbeiten selber durchzuführen, wenn seitens der Verwaltung nur das Material zur Verfügung gestellt werden könnte.

Da auch zahlreiche Fußgänger und Fahrradfahrer zwischen Kalefeld und Sebexen unterwegs seien, sei für diese eine gefahrenfreie Querung der B 445 nicht möglich. Da auch die Aue und der Mühlengraben keine Querungsmöglichkeiten bieten, würden viele Verkehrsteilnehmer die beiden gefahrenträchtigen Einmündungsbereiche Hasenkamp und Misttor an der B 445 nutzen. Hier beantragt die FWG eine zeitnahe Installation der abgebauten Brücke vom Hasenkamp. Die Brücke sei eine stabile Holzbrücke, so Jordan.

Den Weg hinunter zum Misttor würden viele Fußgänger nutzen. Eine Alternative wäre das Pachten des daneben liegenden Grundstücks eines Landwirtes, zumindest für die Überbrückungszeit bis zum Bau der neuen Brücken am Misttor. Außerdem heißt es in dem Antrag, dass der Abriss der Brücke Misttor nach Auffassung der FWG nicht erforderlich gewesen sei und eine entsprechende verkehrsbeschränkende Abstufung zur nicht motorisierten Querungsmöglichkeit zu prüfen gewesen wäre. Deswegen forderte die FWG auch die Darlegung der Gründe für den Abriss und die Kosten.

Die Brücke am Misttor wurden in den 1950er/60er Jahren durch einen Landwirt ohne Genehmigung errichtet. Da diese schwer baufällig gewesen sei und der Brückenprüfung vom September 2017 nicht stand gehalten habe, habe man zunächst die Durchfahrt untersagt, teilte der Bürgermeister der Gemeinde Kalefeld, Jens Meyer, auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Es seien Bauzäune aufgestellt worden, die jedoch umgestoßen oder sogar zerschnitten worden seien. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, die Brücke abzureißen, da sie nicht mehr zu ertüchtigen gewesen sei. Die Kosten für den Abriss der Brückenplatte hätten sich auf 2.700 Euro belaufen, so Meyer. Die Installation der neuen Brücke könne nur in Abstimmung des geplanten Radwegebaus erfolgen, so der Verwaltungschef weiter. Hier laufe gerade noch das Planfeststellungsverfahren.

Was den Fußgängerweg betreffe, sei dies schon Thema beim Bau der Umgehungsstraße gewesen. Aus Kostengründen sei dies damals jedoch nicht ausgeführt worden. Bei der Herstellung eines Gehweges seien zudem viele verschiedene Punkte zu beachten, wie etwa die Beantragung einer Plangenehmigung unter der Berücksichtigung von Ausgleichsmaßnahmen. Zudem müsse die Anlegung eines mit Hochbord geführten Gehweges in einer Breite von mindestens 150 Zentimetern plus einem halben Meter Sicherheitsstreifen erfolgen.

Dazu komme noch , dass die Böschung zum Beispiel mit Winkelstützen gesichert werden müsse. „Hier kann man nicht einfach einen Fußweg als Notbehelf anlegen, wie etwa durch einfaches Aufschottern, es sind gesetzliche Vorgaben zu beachten“, betonte Meyer. Hier sei auch der Landkreis mit ins Boot zu nehmen, da es sich um eine Kreisstraße handele. Bei diesem Punkt einigte man sich im Gemeindeentwicklungsausschuss darauf, einen weiteren Ortstermin mit der Baubehörde und allen weiteren Beteiligten zu vereinbaren.hn