Der Wald wird zum Dauerpatienten

21. März: Internationaler Tag des Waldes / Erneute Sturmschäden und Borkenkäfer setzen den Wäldern in der Region zu

Die Wälder in der Region: Von Stürmen zerstört und vom Borkenkäfer bedroht. Der „Mega-Gau“ droht.

Oldershausen. Am 21. März ist der Internationale Tag des Waldes: eigentlich ein Feiertag, doch allen privaten Waldbesitzern sowie den Landesforsten macht der Wald Kummer. Sahen die Förster endlich ein Vorankommen bei der Aufarbeitung des Sturmholzes nach „Friederike“ und des Schadholzes durch den Borkenkäferbefall infolge des Trockensommers 2018, fegte nun „Eberhard“ durch den Wald. „Mit Böen bis Windstärke 12 hat das erneute Orkantief am 10. März immense Schäden in Niedersachsens Wäldern angerichtet“, weiß Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen.

Mit gut 20.000 Festmeter (fm) Sturmholzanfall sind vor allem die Waldeigentümer in Südniedersachsen betroffen.

Nach den von Orkantief „Friederike“ am 18. Januar 2018 verursachten Schäden stehen viele Waldeigentümer erneut vor dem Verlust der Arbeit von Generationen. Ihnen kommt erneut die immense Aufgabe zu, das Sturmholz aus den Wäldern zu holen und aufzuarbeiten, um dem Borkenkäfer das Brutmaterial zu entziehen.

„Jeder Baum, der jetzt vom Sturm geworfen wurde, tut dem Waldeigentümer besonders weh. Vor diesem Hintergrund benötigen die Waldeigentümer umgehend personelle und finanzielle Unterstützung“, zeigt Norbert Leben die Situation auf.

Auch im Solling kam es zu erheblichen Windwürfen. Auf 5.000 bis 8.000 fm beziehungsweise 10.000 bis 13.000 Bäume schätzt Dr. Bernd von Garmissen, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Solling und Südhannover, den erneuten Sturmschaden. „Die Grundstimmung ist schlecht, denn es gleicht einer Sisyphusarbeit: gerade haben wir den Wald vom Sturmschaden Friederike aufgeräumt, um den Borkenkäfer effektiv bekämpfen zu können, jetzt fangen wir mit dem neuen Sturmholz wieder von vorne an“, so von Garmissen.

Der befürchtete „Mega-Gau“ könnte nun passieren, denn mit milden Temperaturen um die 15 Grad fliegt der Borkenkäfer aus. Mit Lockstofffallen wollen die Waldbesitzer den Käferbefall einschränken, in den vom Windwurf betroffenen Wäldern gestaltet sich jedoch auch das schwierig.

Die nächsten drei Wochen werden spannend. „Wir erleben eine ganz unberechenbare und sehr gefährliche Situation, die für uns tragisch enden kann“, zeigt von Garmissen die Grenzen in der Borkenkäferbekämpfung auf.

Niedersachsens Waldeigentümer leisten durch den Erhalt, Schutz und Aufbau von Wäldern einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und tragen zur gesamtgesellschaftlichen Daseinsvorsorge bei. „Doch das Waldbild, das die Öffentlichkeit in den Köpfen hat, wird es nicht mehr geben, wenn der Käfer die Oberhand gewinnt“, meint Bernd von Garmissen. Er hofft daher auf tatkräftige Unterstützung bei den anstehenden Aufräumarbeiten im Wald.red

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