Dorfflohmarkt festigt Gemeinschaft

Angebote auf 64 Grundstücken in Oldenrode und Düderode finden reges Interesse / Teilnehmer bieten große Auswahl

Mitorganisatorin Sabine Hunold beriet Kundin Beate Wiebking.

Düderode/Oldenrode. Schauen, vergleichen, kaufen oder einfach nur klönen und Kontakte pflegen: Der Dorfflohmarkt in Düderode und Oldenrode hat am Sonntag bei viel Sonnenschein und vorsommerlichen Temperaturen zahlreiche Menschen auf die Beine gebracht. Private Teilnehmer boten auf 64 Grundstücken jede Menge Nützliches und Dekoratives an.

Sabine und Thomas Hunold, die beide passionierte Flohmarktbesucher sind, hatten im Mai des vorletzten Jahres in Düderode die Premiere auf die Beine gestellt. Diese wurde in puncto Teilnehmer und Besucher zum Erfolg und weckte bei allen Beteiligten den Wunsch, die Aktion zu wiederholen und auch in Oldenrode auszurichten. Das Zusammenwachsen der Ortschaften spiegelte die zweite, seit einem halben Jahr vorbereitete Auflage wider, denn der Flohmarkt fand in beiden Orten gemeinsam statt. Die Erlöse aus den Standgebühren sollen der TSG Oldenrode/Düderode für die Anschaffung einer neuen Musikanlage zugute kommen.

So wie beim ersten Mal wurde auch bei der zweiten Auflage vieles angeboten, was bislang auf Dachböden und Kellern verborgen war oder keine Verwendung mehr fand: von Spielzeug über Kleidung, Hausrat und Bücher bis zu Trödel, Antikem und noch einigem mehr. Damit die Besucher erkennen konnten, wer mitmachte, waren Luftballons an Grundstückseinfahrten, -zäunen und anderen Stellen sichtbar angebracht. Außerdem gab es spezielle Übersichtspläne für die Besucher.  

Die Veranstaltung solle dazu dienen, „mal richtig Leben in die Dörfer zu bringen“, brachte Organisator Thomas Hunold seine Hauptmotivation auf den Punkt. „Man lernt beim Flohmarkt unheimlich nette Leute kennen“, benannte Sabine Hunold einen anderen Aspekt. Die Besucher seien alle „gut drauf“, so ihr Eindruck.

Das galt auch für Beate Wiebking aus Rhüden. „Es geht mir gar nicht so sehr um das Kaufen, sondern dass man mal in die Gärten von Leuten gucken und mal in einem anderen Ort spazieren gehen kann“, erzählte sie. Wie auch viele andere Besucher glaubt Manuela Pinnecke aus Düderode, dass die Zusammengehörigkeit der beiden teilnehmenden Ortschaften durch solche Veranstaltungen gefestigt wird.

Schon vor dem offiziellen Start gab es Bewegung auf den Straßen und Gehwegen in beiden Orten. „Hervorragend, das sollte es in regelmäßigen Abständen geben. Man hat mal was, wo die Leute rausgehen, Spaß daran haben und man auch mal zeigt, wie schön das Dorf ist“, lautete die Einschätzung von Ingo Redeker aus Oldenrode, der für das Ereignis einiges von seinem Dachboden präsentierte. „Es festigt die örtliche Gemeinschaft, Freundschaften und Bekanntschaften werden aufgefrischt“, erklärte Gerhard Wöllm bei seinem Besuch an dem Stand. Auch über das Innerörtliche hinaus biete sich die Möglichkeit Kontakte aufzubauen.

Nach dem Tod seines Vaters nutzte Michael Kohrs den Flohmarkt in Düderode als Plattform für eine „kleine Haushaltsauflösung“. Vieles sei zu schade zum Wegwerfen wie der Plattenspieler, den er als erstes verkauft hatte. Auffallend war, so berichtete Kohrs, dass viele Besucher zwar Interesse, gleichzeitig aber „einen Igel in der Tasche haben“.

„Was den Kindern nicht mehr passt und was weg muss“, gab es bei Susan Mergner aus Eboldshausen, die ihren Stand auf dem Grundstück von guten Freunden in Düderode aufgebaut hatte. Deutlich werde am Käuferinteresse, dass „retro“ und „shabby chic“ derzeit angesagt sind. Eine positive Folge des Flohmarktes sei, „dass die Leute mal wieder vor die Tür gehen“. Was sie nicht loswerde, wolle sie ins AWO-Lädchen nach Northeim bringen.

Es stärkt die Dorfgemeinschaft, die Leute kommen mal aus ihren Häusern raus, lautete die Einschätzung von Nicole und Lara Schwarz in Oldenrode. Sie boten Artikel, die schon länger irgendwo rumlagen „und von denen man wusste, dass sie eigentlich unnütz sind“. Spaß mache das Verhandeln mit den Kunden. Ihre Strategie wollten die beiden Teilnehmerinnen aber nicht verraten.

„Viele Leute suchen gezielt etwas Bestimmtes“, erklärte Werner Bischof in Düderode und nannte als Beispiel einen Gast aus Bad Grund, der sich für Metallschilder interessierte. Den Flohmarkt nutzten seine Tochter und Enkelkinder dazu, um „für alles, was sich so im Laufe der Jahre angesammelt hat“, einen Abnehmer zu finden. Dazu zählten unter anderem Schulartikel, Spielsachen und ein Motorradhelm.

„Was jahrelang schon immer irgendwo rumlag und einfach nur Platz wegnimmt“, verkaufte Brigitte Dreilich aus Sebexen vor ihrem Elternhaus in Düderode. Das erste ihrer Angebote, das den Besitzer wechselte, war ein Blumenübertopf.

Den Flohmarktteilnehmern auf dem Grundstück von Erika Kalkmann in Oldenrode gefiel an dem Konzept des Marktes, „dass man hier frei auf dem Hof sitzen kann und nicht irgendwo auf einem großen Platz steht“.art

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