Intensive Vorbereitungen für Start der Freibadsaison im Waldschwimmbad

Schwimmmeister Henri Turzer erläutert die Arbeitsschritte / Eröffnung in Düderode an diesem Sonnabend

Sprungbretter dürfen wegen der aktuellen Pandemieregeln nicht montiert werden.

Düderode. Die Vorbereitungen für den Start der Freibadsaison in Düderode laufen auf vollen Touren. In der Rekordzeit von zweieinhalb statt der üblichen fünf bis sechs Wochen meisterte das Team alle Aufgaben, damit sich die Türen am kommenden Sonnabend, 20. Juni, öffnen. Ursprünglich war die Eröffnung zum gewohnten Zeitpunkt Mitte Mai vorgesehen, musste dann aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Nachdem mit dem Gesundheitsamt Northeim ein Pandemie-Plan abgestimmt war, konnten die Vorbereitungen konkret werden.

Viele Schritte sind nötig, bis die ersten Besucher die Anlage betreten und sich in das Wasser des Waldschwimmbades begeben können, wie Schwimmmeister Henri Turzer erläutert. Dies begann auch in diesem Jahr mit dem Entfernen von Laub und Unkraut. Auch die auf der Längs- und Querseite im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken hängenden Eisdruckpolster, welche die Beckenwandungen vor dem Zerfrieren schützen, mussten wie üblich vor dem Start der Saison entfernt werden.
Das kontrollierte Ablaufenlassen der Becken gehörte ebenso zu den Vorbereitungsschritten wie die nachfolgende Grobreinigung mit Hochdruckreinigern, aber auch Schrubber und Wischmob wurden verwendet, erläutert Turzer, der in der zwölften Saison im Waldschwimmbad Düderode tätig ist.
Außer ihm sind Gemeindemitarbeiter Gerhard Hillebrecht und Schwimmmeister Wolfgang Müller im Einsatz. Deren Aufgabenfeld reicht von Streich- und Mäharbeiten über Unkrautentfernung bis zu kleinen Reparaturarbeiten am Zaun und einigem mehr. Das Ehepaar Bölke kümmert sich um die Reinigung der sanitären Anlagen.

Turzers Schwerpunkt liegt auf technischen Arbeiten jeglicher Art: Das Montieren der Außenduschen, wozu Hähne, Drückarmaturen und Duschköpfe gehören, ist eins von vielen Beispielen, das Einbauen der im Winter ausgebauten Rutschenpumpe ein anderes.

Turzer kümmert sich um das Abschmieren und Montieren der Umwälzpumpen, Chlor- und Solarpumpe. Wenn nötig muss er Filterkies und Filtersand nachfüllen, was dieses Mal aber nicht der Fall war, berichtet der 39-Jährige, der in der Lutherstadt Eisleben geboren wurde.

Die zum Saisonende zum Trocknen der Filter geöffneten großen Mannlöcher mussten verschraubt werden, benennt Turzer eine weitere Aufgabe. Er verschraubte auch den Haar- und Faserfänger, der in der Saison einmal wöchentlich gereinigt wird, was zumeist in einem Schritt mit der Filterrückspülung geschieht.

Nach diversen Sichtkontrollen, bei denen es unter anderem um das Erkennen von Leckagen ging, folgte das Befüllen der Becken mit Düderoder Leitungswasser von der örtlichen Wassergenossenschaft. Wichtig dabei war, dass die reibungslose Versorgung der Ortschaft sichergestellt bleibt. „Es lief alles ab wie immer“, berichtet der Schwimmmeister von einem reibungslosen Verlauf.

Das Befüllen der Becken dauerte sieben Tage. Als das Schwimmerbecken zu 75 Prozent befüllt war, wurde über einen Ausgleichsschieber dafür gesorgt, dass auch das kleine Becken das begehrte Nass erhielt.

Als nächstes nahm Turzer die Umwälzanlage in Betrieb, die Tag und Nacht das Ziel hat, das Wasser zu reinigen. Damit die Desinfektion des Beckenwassers gewährleistet ist, startete die Chlorungsanlage ihre Arbeit. Als nächstes wurde die Absorberanlage mit Beckenwasser befüllt. Durch Umschiebern wird ein Teil des zunächst zwölf bis 13 Grad kühlen Wassers abgeleitet, sprich absorbiert, was den Namen der mit UV-Strahlung betriebenen Anlage erklärt.

„Es wird durch 23 Kilometer Schlauch durchgejagt und kommt als erwärmtes Wasser wieder in den Kreislauf rein“, verdeutlicht Turzer das Prinzip der Anlage. „An richtig heißen Tagen kann man mit der Anlage vier bis fünf Grad erwärmen“, schildert der Schwimmmeister seine Erfahrung. Angestrebt wird zum Saisonstart am Sonnabend ein Wert von 24 Grad im Schwimmerbecken, durch die niedrigere Beckentiefe wird es im Nichtschwimmerbecken noch wärmer.
Technisch gibt es in dieser verkürzten Saison eine Neuerung: Zum Einsatz kommt im Schwimmerbecken eine neue Mess- und Regeltechnik, die auf die Chlordosierung achtet und die Korrektur des pH-Wertes vornimmt. Zusätzlich werden weiterhin dreimal täglich Handmessungen bezogen auf den Chlor- und pH-Wert vorgenommen. Geöffnet ist das Bad täglich von 10 bis 19 Uhr, Frühschwimmen ist mittwochs, donnerstags und freitags von 6.30 bis 8.15 Uhr möglich. Der Pandemieplan hängt im Bad aus und ist auf der Homepage der Gemeinde Kalefeld veröffentlicht.art