Jens Meyer: „Mein Gemeinde-Musikzug“

Gelungene 90-Jahr-Geburtstagsfeier des Kalefelder Feuerwehr-Musikzuges an und in der Auetalschule

Die offizielle Feierstunde war – wie das ganze Fest – gut besucht.

Kalefeld. 90 Jahre Feuerwehrmusikzug Kalefeld – eine stolze Zeit, und ohne Zweifel Grund, ein schönes Jubiläumsfest zu feiern. Das taten die Kalefelder am Sonntag auch, sie konnten dazu die Auetalschule nutzen, wohin sie sich viele Gäste eingeladen hatten. Allem voran befreundete Musikzüge, mit denen ab 11 Uhr bei stündlichem Wechsel Programm gemacht wurde. Die Bühne der Musikzüge – es spielten auf die Feuerwehrmusikzüge Lutterhausen, Fredelsloh, Höckelheim und Altgandersheim sowie das Postorchester Göttingen und zum Abschluss die Auetaler Blasmusik – stand dabei im Freien, wo die Besucher ihnen unter Pavillons auch bei einem eventuell drohenden Wetterumschwung lauschen konnten. Davon machten von Beginn an viele Kalefelder Gebrauch, es war den ganzen Tag über reges Treiben auf dem Gelände. Den offiziellen Festakt hatte man in die Aula des Schulzentrums gelegt.

Dort hatte der Jubiläumsmusikzug selbst die Aufgabe, für die Begleitmusik zu sorgen. Musikzugchef Dietmar Kruse begrüßte die Anwesenden und gab einen kurzen Rückblick auf die Geschichte, die aber ansonsten auch gut bebildert in der Aula ausgestellt war. Zusammen mit seinem Sohn Michael als Stabführer des Musikzuges hofften beide, dass die gute Entwicklung der letzten Jahre des Musikzug auch zum 100- jährigen Jubiläum in zehn Jahren tragen werde. Bürgermeister Jens Meyer sagte in seinem Grußwort, der Musikzug sei weit über die Grenzen des Alten Amtes hin - aus bekannt und geschätzt. Vor allem in den letzten Jahren habe es eine tolle Weiterentwicklung gegeben, das Repertoire noch größer geworden.

Dafür sei viel Einsatz nötig – und bei diesem dürfe nicht vergessen werden, dass nicht wenige der FeuerwehrmusikerInnen auch aktive Feuerwehrangehörige seien, also zusätzlich ihren Feuerwehrdienst zeitlich unterbringen müssten. Aufgrund der nun seit rund zwölf Jahren bestehenden Kooperation mit der Sebexener Blasmusik spreche er auch gerne vom „Gemeinde-Musikzug“, so Meyer. Ortsbürgermeister Klaus Oppermann sagte, man spüre die große Leidenschaft für die Musik. Der Musikzug sei aus Kalefeld und dem Gemeindeleben gar nicht mehr wegzudenken. Gemeindebrandmeister Karsten Müller fügte an, der Musikzug sei mit der Feuerwehr so untrennbar verbunden wie Arme und Beine mit dem Körper.

Der Musikzug sei ein Botschafter der Musik. Gern übergab er an die Leitung die zweite Hälfte des Erlöses vom Gemeinschaftskonzert in Willershausen, die habe sich der Musikzug dort ja praktisch schon verdient. Natürlich schweifte der Blick auch in die Zukunft. Zwar gelingt es dem Musikzug zurzeit fast vorbildlich, Nachwuchsarbeit zu betreiben, doch muss das kontinuierlich so weitergehen, wenn das 100. und spätere Jubiläen erreicht werden sollen. Deshalb lautete der Wunsch von Dietmar Kruse, Kindern und Jugendlichen den Weg zur Musik zu ebnen. Es dauere rund sechs Jahre, bis man den Grad als ausgereifter Feuerwehrmusiker erreicht habe. Früh genug sollte begonnen werden, und die Beschäftigung mit der Musik habe zudem viele positive Nebeneffekte. Zu einem großen Fest gehört der passende Rahmen. Für den war gesorgt: Auf dem Hof gab es Getränke und Gegrilltes.

Die Pavillons boten tatsächlich später Schutz, als es mit einem Frontdurchzug nachmittags spürbar kälter und kurzzeitig sehr windig wurde. Gemütlich ließen sich da Kaffee und Kuchen genießen, die es in der Aula direkt nach dem Festakt gab. Die vom Feuerwehrkreisverband angeschaffte und in Bad Gandersheim gelagerte Feuerwehr- Hüpfburg hatte ihren nächsten Einsatz am Sonntag in Kalefeld und wurde von den Kindern auch zahlreich genutzt. Außerdem gab es ein Stand zum Bemalen.rah