Kleine Störche auf hohem Schornstein in Echte geboren

Nachwuchs bei den Adebaren: Eltern sorgen für kontinuierlichen Nahrungsnachschub

Die kleinen Störche auf dem alten Schornstein in Echte freuen sich über den Verpflegungsnachschub.

Echte. Nachwuchs bei Familie Storch in Echte: Auf dem großen Schornstein neben dem alten Sägewerk sind kleine Adebare geboren. „Am Montag habe ich sie zum ersten Mal gesehen. Wie so ein Wackelpudding kommen sie hoch", erzählt die Nachbarin des Nistplatzes, Steffi Vollbrecht, die aus ihrem Fenster einen direkten Blick auf das Geschehen hat. Die Storchenbabys würden wie „kleine, graue Entlein“ aussehen. In den Tagen rund um die Geburt seien beide Elternteile aufgeregter gewesen und hätten viel mehr als in den Tagen davor geklappert.

Weißstorchenbeauftragter Bernd-Jürgen Schulz hatte Vollbrecht nach Ankunft der Störche besucht, die zum ersten Mal am 15. April gesichtet worden waren. Der Standort auf dem Schornstein sei „perfekt“, schildert sie dessen Einschätzung. Er habe sich sehr gefreut, dass die Zahl der Nester in der Region weiter zunehme.

Auch das generelle Aufkommen an Störchen scheint zu wachsen, schließt Vollbrecht aus ihren Beobachtungen. Als das Paar auf dem „Hochsitz“ gesessen und mit dem Bau des Nestes begonnen habe, hätten an einem Tag sieben Artgenossen in der Nähe gekreist.

Auch nach dem Mähen der Wiesen im Umfeld seien dort viele Störche zu beobachten. Es sei immer wieder ein schönes Bild, die Tiere kreisen zu sehen.
Auf den Wiesen hole auch das Paar vom Schornstein die Nahrung für sich oder seinen Nachwuchs, wobei Vollbrecht aufgrund ihrer bisherigen Beobachtungen von mindestens zwei Storchenbabys ausgeht. Bei der Nahrung dürfte es sich um kleine Insekten handeln.
Abwechselnd sei immer ein Elternteil beim Nachwuchs, der somit nie alleine ist, erzählt Vollbrecht. Spätabends seien beide Partner auf dem Nest und klappern laut vor Wiedersehensfreude. Ein Storch stehe, der andere habe die Kleinen unter den Fittichen.

Störche sind bei den Altämtern offenkundig sehr beliebt. Viele Interessierte seien bereits in den vergangenen Wochen mit Fahrrädern den Feldweg heruntergefahren, hätten angehalten und mit Ferngläsern geschaut. In der von Vollbrecht eingerichteten Facebook-Gruppe würden sich eine Menge Menschen mitfreuen.

An der Redewendung, dass Störche die Babys bringen, scheint etwas dran zu sein, meint Vollbrecht schmunzelnd. Ihre 27-jährige Tochter Lena Wüstefeld, die auf dem Grundstück wohne, habe ihr zum Muttertag mitgeteilt, dass sie schwanger sei und im Dezember ihr erstes Baby bekomme. „Das war das schönste Muttertagsgeschenk aller Zeiten“.

Dokumentiert wird das Geschehen im Storchennest durch Fotos von Kai Scholz aus Echte. „Ich habe mich eigentlich schon immer für Fotos interessiert“, erklärt Scholz, der im vergangenen Jahr mit Hundefotografie angefangen habe und sich privat für Greifvögel interessiert. Viel Geduld sei oftmals erforderlich, damit ein gutes Tierfoto entstehe.art