Mädchen und Jungen ernten tolle Knollen

Kalefelder Kindergartenkinder als Erntehelfer mit dem Heimatverein auf dem Acker

Kinder und Mitglieder des Heimatvereins vor dem Ernteeinsatz auf dem Acker an der Sebexer Umgehungsstraße.

Sebexen. Herbstzeit ist Erntezeit im Alten Amt. Die Erntezeit heute ist geprägt vom Einsatz riesiger Maschinen auf riesigen Ackerflächen. Ernten kann aber auch Handarbeit bedeuten – zumindest im heimischen Garten und dann, wenn der Heimatverein Kalefeld kleinen Gästen das Wissen vom Säen, dem Gedeihen und der Ernte vermittelt. 20 Mädchen und Jungen im Vorschulalter aus dem Kindergarten Kalefeld sammelten die Naturerzeugnisse am Freitag auf einem Acker an der Sebexer Umgehungsstraße ein.

„Wir machen die Aktion jetzt schon seit fünf Jahren, davor gab es sie auch schon mal“, erläuterte Ehrenvorsitzender Dietmar Hantke. „Zu Anfang haben wir sie alle ausgehaspelt, dann aufgelesen und in Eimer und dann auf Anhänger gepackt.

Heute machen wir das noch für eine Reihe, dann geht es weiter mit dem Roder“, erläutert Hantke das Prinzip. Angepflanzt werden die Kartoffeln auf einem Feld, das Landwirt Harald Brinkmann aus Sebexen zur Verfügung gestellt hat, der auch Kartoffeln in den Kindergarten nach Kalefeld liefert.

„Die Kinder sind im Vorfeld des Erntens schon ganz wild, die wissen das genau“, berichtet Erzieherin Tanja Röhrich, die zusammen mit Peer Birke die Vorschulkinder betreut. „Guck mal hier“, riefen sie, wenn sie ein besonders großes Exemplar entdeckt hatten und in einen kleinen Eimer legten.

Damit die Kinder eine Vorstellung davon bekommen, was nach dem Säen passiert, wie sie Wurzeln schlagen, wie etwas Grünes rauskommt, wie Kartoffeln wachsen, kommen drei bis vier Setzlinge in ein Aquarium, das im Kindergarten steht. Es gibt drei Sorten: die vorwiegend festkochende Rote Laura, die früher als Schweinekartoffel bezeichnet wurde, die festkochende Belana als Nachfolgerin der Linda und die neue Sorte Solara.

Wie gut die am vergangenen Freitag geernteten Erdäpfel schmecken, können die Besucher des Kartoffeltages am kommenden Sonnabend, 28. September, im und um das Heimathaus ab 11 Uhr probieren. Es gibt frisch aus der Pfanne Kartoffelpuffer mit Apfelmus, es gibt Kartoffelsalat mit Würstchen – und zum Klönschnack Kaffee und Kuchen. Und natürlich werden die Kartoffeln säckeweise verkauft.

Die Kartoffel als Nutzpflanze erfuhr in deutschen Landen ihre Verbreitung im 18. Jahrhundert. Es war der König von Preußen, Friedrich der Große, der 1756 mit dem sogenannten „Kartoffelbefehl“ den Untertanen aufgab, freie Flächen mit der nahrhaften Knolle zu bestellen – um dem Hunger weiter Bevölkerungsschichten gegenzuhalten.art