Moderne Klassenräume sind entstanden

Die Mitglieder des Schulausschusses besichtigten den neuen Anbau der Grundschule Altes Amt / Hingucker waren die Smart-Boards

Klassenlehrerin Claudia Mamel zeigte die Vorteile der neuen Smart-Boards.

Echte. Geräumig, behaglich, modern. In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses der Gemeinde Kalefeld, der am vergangenen Mittwoch in der Grundschule Altes Amt in Echte stattfand, standen die neuen Räumlichkeiten des Anbaus im Mittelpunkt. Vor der eigentlichen Sitzung verschafften sich die Ausschussmitglieder vor Ort einen Einblick, was aus dem Anbau inzwischen geworden ist. Dabei berichtete die Schulleiterin, Sandra Gareiß, dass der Einzug der Kinder in der Adventszeit genau zur richtigen Zeit erfolgt sei und sehr gut funktioniert habe. „Es ist hell und freundlich, die Kinder fühlen sich sichtlich wohl hier“.

Kleine Einschränkung: trotz der Außen-Jalousien würden wohl demnächst noch Innen-Rollos benötigt, da aufgrund der vielen Fenster der Raum sehr einsehbar und die Kinder eventuell auch leicht ablenkbar von vorlaufenden Personen auf dem Schulhof seien. Stühle und Tische seien teilweise aus der Schule aus Düderode übernommen worden. Der Höhepunkt der Besichtigung der beiden neuen Klassenräume für die 1. Klassen waren jedoch die Smart-Boards, die mit Beamer oder Computer bedient werden können. Die modernen Tafeln sind ein wie großer Computerbildschirm bedienbar, können aber auch noch mit speziellen Stiften wie die gute alte Tafel per Hand bedient werden. Klassenlehrerin Claudia Mamel führte die komfortablen Funktionen vor. Arbeitsblätter und die Lernprogramme für Deutsch und Mathe können darauf abgebildet und bearbeitet werden. „Noch motiviert das Smart-Board die Kinder, nach vorne zu kommen, früher hielt sich die Begeisterung, an die Tafel zu müssen, in Grenzen“, so Mamel humorvoll.
Da man mit den Smart-Boards fast eine Vorreiterrolle in der Region inne habe, werde im März eine Schulleiter-Runde aus der Umgebung in Echte zu Gast sein, berichtete Gareiß.

Kaum in der offiziellen Sitzung angekommen, sorgte auch dort der Antrag der CDU/Grüne-Gruppe, dass der Rat eine Neuaufstellung des Haushaltsplanentwurfs durch die Verwaltung der Gemeinde beschließen möge (wir berichteten), für Irritationen. Kersten Sander (CDU) beantragte, den Tagesordnungspunkt über den Haushalt der Schulen von der Liste zu streichen, da über die Zukunft des aktuellen Haushaltsplanentwurfs ja noch nicht entschieden sei. Darauf entgegnete Herbert Bredthauer (SPD), dass man dann auch gleich alles abbrechen könne bis der neue Haushalt aufgestellt sei.
Das sei jedoch unfair gegenüber allen Zuhörern, die zur Sitzung gekommen waren. In der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses habe man viel zu intensiv und zu emotional beraten, ergänzte der Gemeindebürgermeister Jens Meyer. „In dieser Schulausschusssitzung geht es wie jedes Jahr um wiederkehrende Positionen, die im Grunde eins zu eins übernommen werden. Außerdem gibt der Schulausschuss nur eine Empfehlung ab“. Schlussendlich wurde der Antrag von Sander überstimmt.

In ihrem Bericht erwähnte die Schulleiterin, dass momentan 147 Kinder die Grundschule Altes Amt besuchen. Davon hätten 16 Kinder einen festgestellten Förderbedarf, der sich untergliedert in körperlich motorisch, sozial-emotional und in Schwierigkeiten beim Lernen. Das Kollegium bestehe aus neun Stammkräften, eine Lehrerin einer Förderschule unterstütze mit 14 Stunden pro Woche, was jedoch nicht ausreiche. Dazu kämen noch sechs pädagogische Mitarbeiter. „Die Unterrichtsversorgung ist gut, aber wir kommen gerade so hin, leider können wir keinen zusätzlichen Förderunterricht anbieten“.

Die Zusammenlegung der Schulen habe natürlich auch Arbeit gemacht, aber die Zusammenarbeit mit der Verwaltung habe reibungslos funktioniert, so Gareiß. Das nahm Meyer zum Anlass, ein Kompliment zurückzugeben: „Der Schulübergang konnte nur so gut bewältigt werden, weil Sie mit Ihrer ruhigen und angenehmen Art dahinter gestanden haben“. Weiter berichtete die Schulleiterin, dass man das Motto „Wir wachsen zusammen“ verfolge. Und genau das wolle man im April mit einem Schulfest feiern. Auch der Leiter der Auetalschule, Stefan Geisenhainer, erzählte vom Schulalltag. Dort gehen 107 Schüler in sieben Klassen zur Schule. Im vergangenen Jahr sei kein Schüler ohne Abschluss abgegangen, im Durchschnitt liege man sogar mit den Noten über dem Landesdurchschnitt. Der Schulbetrieb laufe bis zur Schließung noch anderthalb Jahre. „Das erleichtert nicht gerade die Arbeit, aber wir machen das Beste daraus“, so Geisenhainer.

Einstimmig wurde als Empfehlung an den Rat beschlossen, das Projekt ERGO des Paritätischen in den 1. Klassen der Grundschule einzuführen. Das Programm ist ein ergotherapeutisches Unterstützungsprogramm (wir berichteten).

Was den Haushaltsplan der Grundschule anginge, habe man den Sockelbetrag nicht verändert, betonte der Verwaltungschef. Dazu kämen jetzt noch die Mittel für ERGO mit rund 6.500 Euro für die kommenden zwei Jahre, die Mittel für die Bewirtschaftung und die bauliche Unterhaltung. Um Kosten zu sparen, einigte sich der Ausschuss darauf, den Umbau der Schrankengitter im Bereich „Trift“ zu schieben, das abgängige Multifunktionsgerät nach den Sommerferien abzubauen und den Spiel- und Bolzplatz instand zusetzen. Der Schulhof soll zukünftig sowieso neu gestaltet werden, auch mit Mitteln de Fördervereins.

Was den Digitalpakt des Bundesministeriums anginge, berichtete Meyer, werde man mit allen Beteiligten noch weitere Gespräche führen. Rund 90.000 Euro stünden dafür zur Verfügung. Die Voraussetzung für den Erhalt des Geldes sei eine Konzeption zur Umsetzung in der Schule. Die Mittel können drei Jahre lang abgerufen werden.hn