„Steine des Anstoßes“ im Tonkuhlenweg erschweren Pflege

Ortsrat entschied sich gegen das Entfernen / Reduzierung in Aussicht

Der Ortsrat von Willershausen beim Ortstermin im Tonkuhlenweg.

Willershausen. Wer kennt sie nicht die Redewendung: „Der Stein des Anstoßes“? In Willershausen stehen gleich elf Steine, die seit einiger Zeit für Unruhe sorgen, und die bei einem Ortstermin des Ortsrates am Dienstag in Augenschein genommen wurden.

Zur Vorgeschichte: Schon seit vielen Jahren kümmern sich zwei Anlieger im Tonkuhlenweg um die Pflege der Grünstreifen. Im vergangenen Winter wurde dieser Grünstreifen jedoch durch Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen, woraufhin ein Anwohner, der die Pflege ehrenamtlich übernommen hat, ein „Flatterband“ zog. Dies wiederum veranlasste das Ordnungsamt dazu, den Betreffenden anzusprechen und ihm ein Schreiben zukommen zu lassen, da es bei dem „Flatterband“ um einen Eingriff in den Straßenverkehr handele.

Wohl ohne den Ortsrat von Willershausen in Kenntnis zu setzen, ließ die Verwaltung nun diese Basaltsteine durch eine Firma aufstellen, um den Grünstreifen zu schützen. Nun erschweren allerdings die Steine die Pflegearbeiten, wie das Rasenmähen, zudem müssen auch die Zuwegungen zu den Grundstücken freigehalten werden.

„Die ganze Sache hätte man auch auf dem kleinen Dienstwege regeln können“, so Wolfgang Meuschke bezüglich der Reaktion des Ordnungsamtes (CDU) in der anschließenden Ortsratssitzung „hier wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht“. Bisher habe Meuschke auch noch keine Antwort seitens der Verwaltung erhalten, wie hoch die Kosten für die Steine und deren Aufstellung waren und welche Haushaltsstelle damit belastet wurde. Weiter sagte Meuschke, dass er die Information erhalten habe, dass die Steine auch nicht ohne weiteres vom Bauhof wieder entfernt werden könnten. Meuschke habe durch einen Zufall einen Tag nach der Aufstellung davon erfahren, wie auch, dass der Ortsbürgermeister, Uwe Denecke (SPD), zumindest kurzfristig in das Prozedere involviert gewesen sei.

In der Beschlussvorlage der Verwaltung, die im Übrigen für die Ortsratsmitglieder keinen wirklichen Beschluss sondern nur einen Sachstand enthalte, heißt es, dass dem Ortsrat die Pflege für die Grünanlagen unterliege. Allerdings gehöre dieser Grünstreifen laut Meuschke als Seitenraum zum Straßenkörper, wofür nicht der Ortsrat zuständig sei. „Ich finde es toll, dass der Anlieger dort wieder mäht, es ist für ihn aber auch eine Erschwernis“, so Meuschke. Inzwischen seien die Steine schon mehrfach „angefasst“ und bewegt worden.

Ursprünglich sollten es sechs sein, dann waren es zwölf, und nun wurde wieder einer entfernt. „Angesichts des Schuldenstandes der Gemeinde Kalefeld in Höhe von sieben Millionen Euro, sollte man doch fragen, wofür wir Geld ausgeben“.

Auch Uwe Denecke betonte, dass man die Aktion mit dem Absperrband im Februar im Nachgang anders hätte angehen können, bevor man den Anlieger offiziell anschreibt. Nach Gesprächen mit den beiden Einwohnern habe man nach einer Lösung gesucht, dabei aber wohl die Größenordnung der „Stein-Aktion“ nicht bedacht.

In jeden Fall hätte seitens der Gemeindeverwaltung der Ortsrat mit einbezogen werden müssen. „So darf eine Verwaltung nicht handeln“, betonte Meuschke, der für die Zukunft auch zu bedenken gab, dass die Straße für den Verkehr breiter sein könnte oder Parkstreifen angelegt werden könnten. Immerhin sei der Streifen der Gemeinde mit fast acht Metern breit genug. Der Antrag der CDU, die Steine entfernen zu lassen, damit die Grünfläche ohne Erschwernisse wieder gemäht werden könnte wurde mit zwei Ja- und drei Gegenstimmen abgelehnt. Beschlossen wurde aber, dass die Verwaltung die Kosten des Verlegens der Steine offen lege. Denecke befürwortete, die Steine auf sieben zu reduzieren, allerdings erst, wenn die Zufahrt zum Baugrundstück Nr. 9 fertiggestellt ist.

Weiter berichtete der Ortsbürgermeister, dass er eine Anfrage an das Bauamt gestellt habe, zwei Bäume und die Hecke auf dem Spielplatz zu schneiden. An dieser Stelle erwähnte Meuschke, dass die Kreisstraße 403 zwischen Willensen und Willershausen momentan ja gesperrt sei. „Die verschiedenen Straßenbauverwaltungen der Landkreise Northeim und Göttingen wären gut beraten, sich vielleicht mal besser abzusprechen und sich eventuell auch mal an Arbeiten, zum Beispiel von der Forst, mit dranzuhängen“.

Enttäuscht zeigten sich die Mitglieder des Ortsrates darüber, dass Dirk Stöckemann von der Verwaltung kein Bericht mit auf den Weg gegeben wurde. „Wir tagen viermal im Jahr, da ist genug Zeit dazwischen, um die Anfragen des Ortsrates zu beantworten“, so Denecke. Man hätte über einiges seitens der Verwaltung berichten können, erwiderte Meuschke, zum Beispiel dass eine Verkehrsschau an der Echter Straße zu einer Sperrung für 7,5-Tonner geführt habe, was eine gute Entscheidung sei.hn

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