Stiftung übernimmt das Pfarrhaus

Vorhaben bei Gemeindeversammlung vorgestellt

Das Pfarrhaus in Willerhausen wird an die Pfarrhausstiftung Harz verkauft.

Willershausen. Die Kirchengemeinde Willershausen verkauft das unter Denkmalschutz stehende Pfarrhaus zum Preis von 70.000 Euro an die Pfarrhausstiftung Harz. Die Zukunft des Gebäudes stand am Montagabend im Mittelpunkt einer Gemeindeversammlung.

Das ortsbildprägende viergeschossige Pfarrhaus ist bis heute eines der größten Pfarrhäuser in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und wurde nach den Plänen des Baumeisters Conrad W. Haase errichtet. Der mit vier Stockwerken im neugotischen Stil errichtete Backsteinbau steht seit 1866 auf dem Kirchenhügel gleich neben der örtlichen St.-Alexander-Kirche. Das Gebäude war seinerzeit als Sitz der Superintendentur errichtet. Bis zum Jahr 2000 wohnte hier der Seelsorger der Kirchgemeinde, zuletzt Pfarrer Burkhard Schlepper.

Da die Zuweisungen der Landeskirche nicht mehr ausreichen, um das Haus zu unterhalten, wurde seit 2015 darüber nachgedacht, welche Möglichkeiten es für dessen Zukunft gibt, erläuterte die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Petra von der Straten-Arndt, die im Namen der insgesamt rund 800 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde Willershausen/Oldershausen und der Kapellengemeinde Westerhof die Zuhörer begrüßte.
Zwei Jahre später erfolgten Gespräche mit einem Makler, die zu keinem Ergebnis führten. „Dann haben wir von der Pfarrhausstiftung gehört“, so die Vorsitzende.

Dessen Vorsitzender Dr. Werner Läwen erläuterte Geschichte und Ziel der Einrichtung, die 2003 als kirchliche Stiftung in Halberstadt gegründet wurde. Die Einrichtung übernimmt denkmalgeschützte, ältere Pfarrhäuser, sorgt für die Renovierung und Nutzung, stellt Kirchengemeinden günstig Gemeinderäume zur Verfügung, vermietet vorrangig unter gemeinnützigen Gesichtspunkten an ältere Menschen, Familien mit Kindern und kirchlichen Mitarbeiter.

Beispiele für übernommene Pfarrhäuser zeigte er aus Berßel, Elbingerode und Eilenstedt. „Das Engagement der Kirchgemeinde bewundere ich“, sagte Läwen unter Bezug auf die Situation in Willershausen und ergänzte: „Ich bin sicher, dass wir das hier hinkriegen“.

Das Konzept für die nun notwendige Sanierung und Umgestaltung stammt vom Kirchenvorsteher und Baubeauftragten Christian Meyer. Im Untergeschoss befindet sich weiterhin die Kapelle, ins Kellergeschoss kommen Gemeinderäume, die bisher im Erdgeschoss waren. Durch Umgestaltung entstehen ein Versammlungsraum und eine neue Küche, das Pfarrbüro bleibt im Kellergeschoss erhalten, auch das Archiv ist dort angesiedelt. Darüber befinden sich die beiden Wohnebenen, die rund 120 beziehungsweise 100 Quadratmeter groß sind.

Geplant sind energetische Sanierungen, neue Fenster und Deckenisolierung, neue Heizungsanlage und neue Elektrik. Der Umbau der kirchlichen Räume soll bis März 2020 fertig sein und bis 2021 die Umgestaltung der Wohnräume, die nach Worten von Läwen zu einem Preis von 4,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Das Treppenhaus ermögliche einen separaten Zugang zu allen Räumen, ohne dass andere Parteien durchquert werden. Die beiden unteren Ebenen werden von der Kirche gemietet.

Pastor Michael Falk kündigte an, dass am morgigen Sonntag, 29. September, nach dem um 10 Uhr beginnenden Erntedankgottesdienst und einer Kaffeetafel im Pfarrhaus ein „Krabbeltisch“ und damit eine Art Flohmarkt, bei die Gemeindemitglieder die nicht mehr benötigten Utensilien wie Bücher und Spiele aus dem Haus gegen eine Spende mitnehmen können. Mietinteressenten können sich gerne schon im Vorfeld bei Christian Meyer unter Telefon 05553/ 994-930 melden.art