TSV ist „100“: Das war der Festabend

„Ritt“ durch die Chronik / Ehrung des Turnkreises / Tanzabend mit Bernie Niebuhr

Wer sich Gäste einlädt zum Feiern, der bekommt auch Geschenke: Die Vereine in Willershausen, wie auch aus dem restlichen Gemeindegebiet, überbrachten sie gesammelt gemeinsam; ein Vertreter sprach für alle. Das spart Zeit.

Willershausen. Es war ein schöner Festabend aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Sportvereins TSV Willershausen am Sonnabend in der Auetalhalle – die der Verein ja im Übrigen auch unter seinen Fittichen hat, seit er mit der Gemeinde eine „Managementvertrag“ abgeschlossen hat. Vorsitzender Reinhard Walter konnte eine gut besetzte Halle begrüßen. Vor dem Festakt hatte es bereits eine Kranzniederlegung und eine Andacht am Sportheim sowie den Einmarsch der örtlichen Vereine mit ihren Fahnen in die Halle gegeben.

Die gedruckte Chronik war leider zum Fest nicht fertig geworden, zu umfangreich das zu sichtende Material. Es werde aber demnächst mit der Herausgabe eines eindrucksvollen Werkes aus 100 Jahren Vereinsgeschichte zu rechnen sein, so Walter, der dann wichtige Markpunkte des Jahrhunderts TSV kompakt aufführte.

Nachdem der Verein 1919 ins Leben gerufen worden war, startete die Fußballabteilung erst ein Jahr danach. Walter erinnerte daran, dass der Verein schon früh über eine eigene Turnhalle verfügen konnte, die gegenüber dem heutigen Pfarrhaus gestanden habe. Seit den 30er Jahren gab es dann den Sportplatz, der 1956 Umkleiden durch den Umbau eines Kohlenbunkers bekam, der in etwa am heutigen Platz der Auetalhalle stand.

Eine Tischtennisabteilung erweiterte das Sportangebot. 1963 wurden Planungen für ein Sportheim aufgenommen, das ein Jahr später gebaut und auch noch eingeweiht wurde. Es sei dies das erste Sportheim im Alten Amt gewesen, so Walter stolz.

1974 wurden Pläne zum Bau der Auetalhalle aufgelegt, 1976 wurde sie errichtet und ein Jahr später eingeweiht. 1978 begann die Zeit der Spielgemeinschaften, zunächst im Jugendfußball, wo Willershausen eine Kooperation in der TSG Düderode-Oldenrode einging. 1979 wechselte der TSV aus dem Harz-Turngau in den Turnkreis Northeim-Einbeck.

1987 gab es im Verein auch einmal eine Reitsportabteilung, die aber aufgrund der Kosten später wieder aufgegeben wurde. Ideen, den Sportplatz um 90 Grad zu drehen, hegte man bereits Ende der 80er Jahre, 1991 konnte der so geänderte Platz eingeweiht werden. Umgesetzt worden sei das Projekt mit einem erheblichen Eigenarbeitsanteil, so Walter. Seit 1994 wurde auch im Herrenfußball eine Spielgemeinschaft angepeilt, die SG Altes Amt. Die erste Saison als SG wurde aber erst 1998/99 gespielt.

In den letzen zehn Jahren, so Walter weiter, sei es zunehmend schwerer geworden, jährlich größere Höhepunkte im Vereinsjahr zu gestalten. Das ist vor allem dem Mangel an genügend Ehrenamtlichen und Helfern geschuldet, die bereit sind, die dafür nötigen Mühen auf sich zu nehmen.

Für das Jubiläumsjahr hat der TSV aber noch einmal ausgeholt und einen guten Wurf hinbekommen: Es startete bereits mit der Silvesterfeier, setzte sich fort über Maibaumaufstellung, die inzwischen 48. Ausrichtung des Volkswandertages, die Ausrichtung des A-Jugend-Pokalfinales, mehrerer Fußballturniere, des Staffeltags im Ort und einem Spiel der Oldtimer-Auswahl des PS-Speichers sowie schließlich nun den Festabend mit anschließender blau-weißer Ballnacht. Ein Programm, das sich sehen lassen konnte.

Das fand auch Bürgermeister Jens Meyer, der wegen gesundheitlicher Probleme dem Ballabend später leider nicht mehr beiwohnen konnte. Seinen Gruß und den des Rates aber wollte er überbringen. Der TSV habe es geschafft, auch nach 100 Jahren immer noch der sportliche Mittelpunkt des Ortes zu sein. Das erfülle mit Stolz, verdiene Anerkennung und Dankbarkeit. Sport verbinde und schaffe Gemeinschaft. Das wünsche er dem TSV auch weiterhin, so Meyer.

Sehens- wie hörenswert immer die Auftritte von Turnkreis-Chef Heinz-Willi Elter. Meistens bestens gewappnet mit triftigen Informationen zum Thema beziehungsweise Jubiläumsverein, so auch in Willershausen. Elter klärte zum Beispiel darüber auf, dass der TSV mit seiner Mitgliederzahl von etwa über 220 immerhin 43 Prozent des gesamten Dorfes in seinen Reihen weiß! Und dass der Verein in den 100 Jahren 13 Vorsitzende hatte, deren Amtszeiten zwischen zwei und 30 Jahren lagen, wobei die bislang längste auf den amtierenden Vorsitzenden entfällt. Und der scheint kein bisschen müde, den Rekord noch ein gutes Stück weiter auszubauen.rah