Von Kunst und Kultur bis E-Mobilität

Veranstaltungswochenende „Sommer in Gehrenrode 2020 - mobil“ lockte viele Besucher in den Bad Gandersheimer Ortsteil

Thomas Schmalz in seiner neu gestalteten Steinbildhauerwerkstatt.

Gehrenrode. Es passte alles: Häufiger Sonnenschein, angenehme Temperaturen und mehrere Anziehungspunkte lockten am Sonnabend und Sonntag zahlreiche Kunst- und Kulturbegeisterte sowie weitere Interessierte nach Gehrenrode. Im Rahmen der Reihe „Rosen & Rüben“ gab es visuelle, akustische und nicht zuletzt auch kulinarische Genüsse, dazu Anschauliches zum Thema Elektromobilität.

Auf dem Rosenhof hatten Thomas Schmalz und Barbara Staschek ihre Ausstellungsräume mit Antiquitäten und Skulpturen geöffnet, zu sehen war auch die neue Steinbildhauerwerkstatt. Dort konnten die Besucher unter anderem Werke sehen, die Schmalz in den vergangenen drei Wochen in einem Sandsteinbruch bei Kaiserslautern gefertigt hatte. „Dort kann ich frei arbeiten, lärmen und stauben“, erläuterte der Bildhauer. „Ich bringe Steine mit oder lasse größere dahin liefern, bearbeite sie dann und nehme sie wieder mit.“

Zum Einsatz kommt unter anderem Diabas, ein vulkanisches Tiefengestein, „der sich wunderbar bearbeiten lässt“. Je feiner man ihn schleife, desto dunkler werde er, erfuhren die Besucher. Generell arbeite er nur noch mit Harzgestein wie Granit oder Marmor, berichtete Schmalz.

Wenige Meter weiter konnten Interessierte das weiter ausgebaute Wohnatelier von Axel Schöpf besuchen, in dem neben alten auch viele neue Arbeiten des Kunstmalers und Zeichners zu sehen sind. Auf Interesse stieß auch seine Werkstatt für Restaurierung. Schöpf erläuterte, wie man mit Fachwerk-Farben umgeht. Er stellt diese Farben her und vertreibt sie, seit über 30 Jahren ist Schöpf als Restaurator für Fachwerk tätig. Beteiligt war er unter anderem bei den entsprechenden Arbeiten am Knochenhaueramtshaus in Hildesheim und diversen kunsthistorischen Gebäuden.

Eine Premiere gab es auf dem Hof: Dort präsentierte sich der Förderverein der Landesgartenschau erstmals mit seinem neuen Stand. Auffallend sei, dass wegen des Rosen & Rüben-Konzeptes auch Besucher aus dem Hildesheimer Land zu der Veranstaltung gekommen seien, erzählte Mitglied Sixta Bredthauer.
Viele hätten gezielt Fragen zur Landesgartenschau gestellt, berichtete zweiter Vorsitzender Eckhard Froböse. Auffallend sei, dass auswärtigen Gästen oftmals gar nicht bewusst sei, dass es sich bei der LaGa um eine landesweite Veranstaltung handele. „Deswegen ist es wichtig, dass wir hier sind“, so Froböse. Er kündigte an, dass der Förderverein ab kommendem Monat mit einem gesponserten Auto die Dörfer rund um Bad Gandersheim besuchen wolle, um über die Landesgartenschau aufzuklären.

An einem weiteren Stand war der Förderverein der Gandersheimer Domfestspiele vertreten und informierte über seine Arbeit. Interessierte hatten vor Ort die Gelegenheit einzutreten, außerdem wurde auf das Spendenkonto für die Domfestspiele aufmerksam gemacht. „Wir versuchen in diesem Jahr ohne Domfestspiele unsere Begeisterung für die Domfestspiele auf andere Menschen überspringen zu lassen“, sagte Ilka Brodtmann, Beisitzerin im Vorstand des Fördervereins.

Bewusst nutze der Verein Gelegenheiten, nicht nur in Bad Gandersheim öffentlich Präsenz zu zeigen, damit die Domfestspiele nicht in Vergessenheit geraten, so die neue Marketingbeauftragte des Fördervereins, Ingrid Lohmann.
Die Gandersheimer Domfestspiele waren am Sonntag auch direkt vertreten. Intendant Achim Lenz plauderte aus dem Nähkästchen, der musikalische Leiter Ferdinand von Seebach und Miriam Schwan boten Musik zur Kaffeezeit und ernteten dafür kräftigen Beifall, dazu mehr in einer der kommenden Ausgaben des Gandersheimer Kreisblatts.

An anderer Stelle in dem Ortsteil hatten Margarete Seiler und Helfried Klünder-Seiler ihren Hofladen geöffnet. Das ganze Angebot des Hofladens stand bereit, außerdem konnten sich die Besucher mit selbst gebackener Torte, Waffeln und Getränken stärken. Auf dem Hof stand das E-Auto des Vereins gehrenrodE-mobil e.V. Die Besucher konnten viele Informationen über das Projekt und die Pläne und Aktivitäten Ziele des Vereins sammeln. Viele Besucher wollten wissen, wie das Prinzip des E-Carsharing funktioniert.

Bei den Besuchern kam das Konzept der Veranstaltung gut an. „Wir wussten durch die Zeitung, dass die Veranstaltung heute stattfindet und haben das mit einer Fahrradtour verbunden“, erzählte Dietmar Schlimme aus Wrescherode am Sonnabend. „Wir waren hier noch nicht und wollten einfach mal gucken“, ergänzte Angelika Schlimme.art