Zweites Zuhause und Feriendomizil

Viele Stammgäste im Waldschwimmbad Düderode / Erlaubte Besucherhöchstzahl mehrmals erreicht

Trotz Pandemieregeln ist das Waldschwimmbad ein beliebtes Ziel für Menschen aus dem Alten Amt und den angrenzenden Regionen. Allerdings liegen die Besucherzahlen deutlich unter denen der coronafreien Vorjahre.

Düderode. In dieser Badesaison ist coronabedingt vieles anders im Waldschwimmbad Düderode. Die Zahl der Gäste liegt zwar deutlich unter denen der Vorjahre, dennoch ist Schwimmmeister Henri Turzer angesichts der besonderen Rahmenbedingungen und Vorgaben recht zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison. Die durch den gemeinsam mit dem Landkreis Northeim aufgestellten Pandemieplan vorgegebenen Verhaltensregeln würden akzeptiert.

„Wir haben schon häufiger die maximale Zahl von 300 Gästen erreicht, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten können“, so Turzer. Die Folge sei gewesen, dass sich weitere Gäste vor dem Eingang gedulden mussten. Dies sei „mit Abstand und Vernunft“ angenommen worden, schildert der Schwimmmeister seine Erfahrung. Die Kassiererinnen hätten das Zählsystem „super im Griff“, lobt er.

Die Obergrenze spiegele wider, dass nur eine bestimmte Zahl an Personen im Becken sein dürfe und nur eine gewisse Fläche bereit stehe. Im Schwimmerbecken dürfen 40 Gäste gleichzeitig sein und im Nichtschwimmerbecken 30, so Turzer. Geöffnet ist auch das Planschbecken. Es liege im gesunden Ermessen der Eltern, dort die Abstandsregeln einzuhalten.

Im Vergleich zu früheren coronafreien Jahren lägen die täglichen Besucherzahlen allerdings im Schnitt nur zwischen einem Drittel und der Hälfte der üblichen Werte, berichtet er. Für diesen Trend gebe es gleich mehrere Gründe. Ängste vor einer Infektion mit Corona wegen der relativ hohen Menschenanzahl würden potenzielle Gäste der Einrichtung aus allen Altersschichten von einem Besuch des Bades abhalten, wie er aus vielen Gesprächen weiß.

Und noch ein anderer Aspekt trage zu den niedrigeren Gesamtzahlen bei. „Ganz viele Leute haben sich einen Pool zugelegt“, schildert Turzer das Ergebnis von Kontakten zu befreundeten Verantwortlichen verschiedener Fachmärkte.

Sie hätten ihm berichtet, dass sie mit Lieferungen kaum noch nachkommen würden. Für Jugendliche sei es ein Manko, dass sie aufgrund der coronabedingten Beschränkungen nicht springen dürfen.

Wer aber komme, der fühle sich heimisch und wohl, so Turzer. Dazu zählten viele Stammschwimmer ­­– vorwiegend im Alter zwischen 30 und 70 Jahren ­–, die ihre Bahnen schwimmen, um sich körperlich fit zu halten. Schließlich sei Schwimmen ein sehr gutes Herz-Kreislauftraining und ein sehr guter Ausdauersport.
Den meisten Besucherzuspruch gebe es in aller Regel zwischen 14 und 17 Uhr, viele Gäste kämen vor oder nach der Arbeit, so Turzers Beobachtungen. Außer den Gästen aus dem Alten Amt gebe es einen großen Zuspruch aus dem Raum Osterode und eine „extreme Frequentierung“ aus dem Bereich Eisdorf.
Zur hohen Aufenthaltsqualität im Wasser trage bei, dass es dauerhaft gechlort und gefiltert wird. Drei Mal täglich gibt es Handmessungen, bei denen der Chlorgehalt, ph-Wert und der Redoxwert überprüft werden. Bei letzterem geht es um die Leitfähigkeit im Wasser, „man sagt dazu auch Keimtötungsgeschwindigkeit“, erklärt Turzer.

Gut angenommen werde das Ferienprogramm im Waldschwimmbad. Der viel beklatschte Auftritt von Clown Powkow und seiner Begleiterin sei ein „großes Highlight“ gewesen. Starkes Interesse habe es unter anderem auch an den Batik-Angeboten.

Zu den Stammgästen zählt Sabrina König mit ihrem Mann und ihren Kindern. „Das ist unser zweites Zuhause und wie unser Feriendomizil“, sagt die Oldershäuserin. Wegen der Corona-Pandemie fahre die Familie in diesem Jahr nicht in den Urlaub.

Im Waldschwimmbad würden sich alle sehr wohl fühlen. „Man sieht alles, es gibt einen Spielplatz, ein wunderschönes Planschbecken und eine Cafeteria, in der man sich jederzeit Pommes und Eis holen kann. Außerdem sind immer Freunde von den Kindern da, so dass man in Ruhe in der Sonne brutzeln kann. Und weil das halbe Alte Amt hier ist, findet man immer jemanden, mit dem man sich unterhalten kann“, erzählt die 38-Jährige.

Von morgens bis abends ist Mareike Oberpenning im Sommer mit ihren Kindern im Waldschwimmbad. Weil ihr Mann beruflich im Sommer eingespannt sei, stehe gemeinsamer Urlaub erst in den Herbstferien an. Der 33-Jährigen aus Willershausen gefällt besonders der Rundumsicht. „Man hat die Kinder immer im Blick, auch wenn sie im Nichtschwimmerbecken sind.“ Sie haben immer jemanden zum Spielen und lernen ganz schnell auch neue Kinder kennen. Nicht zuletzt gefalle ihr die Einrichtung wegen der Freundlichkeit des Personals.

Mit Blick auf das kommende Jahr hat Schwimmmeister Henri Turzer einen großen Wunsch. „Ich hoffe, dass Corona vorbei ist und wir unser Bad wieder voll kriegen“.art