Abi-Party im Kurhaus: Nach Gespräch neue Chance

Stadt will Kostenreduzierung prüfen / VA kann am 20. Juni darüber beschließen / Neuer Party-Termin in Aussicht

Bad Gandersheim. Im Nachklang der Welle, die der Versuch des aktuellen Abiturjahrgangs, im seit Jahren stillliegenden Kurhaus eine Abi-Party feiern zu wollen, ausgelöst hat, ist es am Donnerstag unter anderem zu einem Gespräch im Rathaus gekommen. Dabei trafen sich Vertreter des Organisationskomitees der Schüler und die Bürgermeisterin Franziska Schwarz, um Hintergründe für Entscheidungen und Möglichkeiten auszuleuchten, ob es nicht doch einen Weg geben kann.
Das Gespräch sei in einer freundlichen und verständnisvollen Atmosphäre verlaufen, hieß es direkt im Anschluss. Die Bürgermeisterin bemühte sich, den Schülern die formalen Rahmenbedingungen zu erläutern, die auch weitgehend auf Verständnis getroffen seien. Vornehmlich kritischster Punkt waren die hohen Koten für die nötige Brandschutzwache durch die Feuerwehr (etwa 2.600 Euro laut Satzung).

Die Bürgermeisterin machte den Schülern deutlich, dass sehr wohl die Möglichkeit bestehe, eine Antrag auf Kostenreduzierung oder gar -erlass zu stellen. Sie könne aber zu diesem Zeitpunkt keiner Entscheidung vorgreifen und eine solche Reduzierung zusagen. Das stehe in der Entscheidungskompetenz des Verwaltungsausschusses. Da Reduzierungen bei anderen Veranstaltungen auch erfolgt seien, gebe es aber durchaus gute Aussichten auf Erfolg eines solchen Antrages.

Franziska Schwarz machte deutlich, dass sie die Vorhaben der jungen Leute ausdrücklich unterstütze: „Ich fände es toll, wenn hier in Bad Gandersheim ein Platz wäre, wo Abi-Partys gefeiert werden könnten. Und ich würde es auch sehr begrüßen, wenn das Kurhaus eine Belebung erfahren könnte. Angesichts des Zustands des Hauses muss es aber erlaubt sein, Sorgen zu äußern und sich verantwortlich zu verhalten“, so ihr Tenor.

Im Fazit einigten sich Stadt und Schüler darauf, einen neuen Anlauf zu wagen. Für den notwendigen Einsatz der Feuerwehr soll ein Antrag auf Reduzierung oder Erlass der Kosten gestellt werden. Viele andere Vorgaben hatten die Schüler bereits erfüllt, der Landkreis – wie die Stadt bemüht, einen Weg zu finden – die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung schon in Aussicht gestellt.

Die Schüler ihrerseits hatten in dem Gespräch im Rathaus auch deutlich gemacht, sich von den in der Diskussion um dieses Thema in einem Internetblog aufgetauchten Hasskommentaren und persönlichen Angriffen einiger Facebook-Nutzer klar zu distanzieren.

Für den Abiturjahrgang bedeutet dies, dass die Party nicht abgesagt, sondern nur verschoben sei, hieß es am Donnerstag. Auf welchen Termin konkret, war dabei noch nicht heraus. Um Sicherheit in der Frage der Kostenreduzierung für den Brandschutz zu bekommen, müsste dazu aber noch der 20. Juni abgewartet werden. An dem Tag tagt das nächste Mal der Verwaltungsausschuss und wird sich mit dem Antrag der Abiturienten befassen.

Ebenfalls schon aktiv geworden war am Mittwoch Timo Dröge, der für die Sitzung die Befassung mit dem Thema beantragt hatte. Dröge kritisierte gegenüber dem GK, dass seitens der Verwaltung keine offensivere Haltung bestanden habe, den Jugendlichen hilfreich entgegen zu kommen. Es sei erfreulich, dass am Donnerstag nun die Zeichen günstiger stünden und sich eine positive Entwicklung abzeichne. Das sei nach Aussagen vom Mittwochmorgen, die in der Frage der Kosten einer Blockade gleichkamen, nicht abzusehen gewesen. Am Mittwoch hatten sich aber zahlreiche Unterstützer der Abi-Party in den Prozess eingeschaltet, der nun weiter getrieben wird.rah

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