Bahnhof Bad Gandersheim weiter Thema

MdL Uwe Schwarz bittet Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister um Unterstützung

Immer noch nicht gelöst: Für die Frage eines Wendeplatzes für Busse am Gandersheimer Bahnhof konnte bis heute keine Lösung gefunden werden.

Bad Gandersheim/Hannover. Mit einem Brief an den Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann bringt der Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz aktuell Bewegung in die Angelegenheit um den Bad Gandersheimer Bahnhof. Die Haltestelle der Deutschen Bahn in der Kurstadt steht seit Jahren insbesondere wegen fehlender Barrierefreiheit, stetiger Verschlechterung des Serviceangebotes und zuletzt dem Wegfall der direkten Busanbindung in der Kritik.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Schwarz sich diesbezüglich immer wieder an die Landesregierung gewandt und versucht, auf diesem Weg eine Lösung mit dem DB Konzern herbeizuführen. Bereits im August 2015 wurde vom Niedersächsischen Wirtschaftsminister mitgeteilt, dass der Bad Gandersheimer Bahnhof in das Modernisierungs-Programm „Niedersachsen ist am Zug III“ aufgenommen worden sei.

Mit ersten Maßnahmen zur Barrierefreiheit sollte nach Aussagen des zuständigen Bahnhofsmanagers ab 2018 zu rechnen sein. Bis heute gibt es diesbezüglich aber keinerlei erkennbare Aktivitäten. Vielmehr soll Gerüchten zu Folge die Deutsche Bahn AG nunmehr sogar eine Verlegung des Bahnhofs Bad Gandersheim prüfen und erst in diesem Zusammenhang bauliche Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit vorgesehen seien. Ob und wann mit derartigen Maßnahme zu rechnen sei ließ die Bahn-AG erneut völlig offen.

Der Landtagsabgeordnete stellte dazu in seinem Brief an den niedersächsischen Wirtschaftsminister fest: „Die direkte Bahnanbindung hat für die Kurstadt nach wie vor eine wichtige Bedeutung. Neben dem täglichen Personennah- und Pendlerverkehr reist eine nicht unerhebliche Zahl von Patientinnen und Patienten der hiesigen Rehakliniken mit der Bahn an. Dennoch hat die Bahn AG seit nunmehr fast 15 Jahren den Service vor Ort systematisch heruntergefahren. Dazu zählen unter anderem Reduzierung der Öffnungszeiten, Begrenzung des Einzugsbereichs und Ausdünnung der Zugverbindungen. Neuerdings ist, abgesehen vom häufig defekten Fahrkartenautomaten am Bahnhof, kein direkter Fahrkartenkauf vor Ort möglich. Es fehlt – inzwischen schon seit 20 Jahren – ein barrierefreier Übergang zum Gleis 2“, so Uwe Schwarz.

Schwarz weiter: „Aus den teilweise seit Jahren andauernden Auseinandersetzungen resultiert für die Stadt Bad Gandersheim eine sehr schwierige, nicht hinnehmbare Situation. Dem Kur- und Heilbad wird dadurch seit Jahren erheblicher Schaden zugefügt. Den BürgerInnen sowie Besucherinnen und Besuchern der Stadt sind diese Sachverhalte nicht mehr zumutbar. Das systematische Herunterfahren des Angebots sowie die Aussagen zu einer möglichen Verlegung des Bahnhofs verschärfen den Eindruck und die Unsicherheit, dass der Bahnhof hinter den Kulissen schrittweise abgewickelt werden soll.“

Auch mit Blick auf die fehlende Busanbindung nimmt der Landtagsabgeordnete die Deutsche Bahn AG in der Pflicht: „Bisherige Versuche der Stadt Bad Gandersheim, eine Lösung herbeizuführen, scheitern immer wieder an der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Deutschen Bahn AG, die es beim Verkauf des Gebäudes versäumt hatte, das vorhandene Wegerecht zu sichern. Seit August 2014 kann dadurch der Bahnhof durch den öffentlichen Busverkehr nicht mehr angefahren werden, da das Wenden der Busse durch den neuen Eigentümer der Immobilie auf dem ehemaligen Bahnhofsvorplatz untersagt wurde.“

Nochmals verschärft sieht Schwarz die Gesamtsituation vor dem Hintergrund, dass Bad Gandersheim 2022 Ausrichter der Landesgartenschau sein wird: „Die Landesregierung hat die Entscheidung Landesgartenschau 2022 in Bad Gandersheim bewusst getroffen, um der strukturschwachen Region damit eine Initialzündung zu ermöglichen. Die DB-AG negiert diese Situation nicht nur, sondern sie verschärft die Ausgangslage erheblich.“

„Auch bezüglich der Modernisierung im Rahmen des ‚Niedersachsen ist am Zug III‘-Programms herrscht weiter Unklarheit. Die Stadt benötigt aber schnellstens nicht nur Planungssicherheit, sondern einen funktionsfähigen, diskriminierungsfreien Bahnanschluss für alle Reisenden“, schließt der Landtagsabgeordnete seinen deutlichen Brief an den Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister ab.red

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