Buchautor Fadi Saad begeistert die Oberschule

AWO sponsert Vortrag des charismatischen ehemaligen Streetworkers aus Berlin

Vor Beginn des Vortrages übergaben Petra Dröge und Hildegard Leuftink als Mitglieder des AWO-Vorstandes die Spende zur Unterstützung der Veranstaltung an die Oberschule.

Bad Gandersheim. Am vergangenen Dienstag erlebten Schülerinnen und Schüler der Oberschule und der Osterbergschule einen fesselnden Vortrag des arabischstämmigen, ehemaligen Streetworkers Fadi Saad aus Berlin. Er stammt aus einer palästinensischen Familie und war Streetworker in Neukölln. Verheiratet mit einer deutschen Christin und mittlerweile bei der Polizei in Berlin, holt er die Jugendlichen auf unterschiedlichen Ebenen ab.

Dabei geht er schonungslos und unverblümt mit den unterschiedlichen Kulturen und Religionen, ob Christen, Juden oder Moslems um. Denn er darf das – er weiß, wovon er spricht. Mit einem Augenzwinkern berichtet er von den Vorurteilen einer moslemischen Mutter gegenüber einer christlichen Deutschen als Schwiegertochter, ebenso wie von den Vorbehalten einer deutschen Mutter gegenüber einem moslemischen Schwiegersohn mit Migrationshintergrund. Die Zuhörer hängen an seinen Lippen, suchen das Gespräch und bekommen den Spiegel vorgehalten.

Er ist nicht zimperlich, wenn er davon spricht, wie machohaftes, männliches Verhalten zu sexuellen Übergriffen führen kann. Er verurteilt, dass der Ehrenkodex oft nur für die eigene Familie gilt. Überrascht sind die Schüler, als er davon berichtet, dass Jugendliche keinen Führerschein bekommen, wenn sie durch Drogenkonsum oder Gewaltdelikte auffallen. Bundesweit meldet die Polizei diese Vorfälle den zuständigen Führerscheinstellen, die dann die Ausstellung wegen der fehlenden charakterlichen Eignung – auch bei bestandener Fahrprüfung – verweigern.

Seit Jahren unterstützt Saad die bundesweite Opferschutzorganisation, den Weißen Ring. Unter anderem wirbt er als ein „Gesicht“ der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) für mehr Zivilcourage und Opferschutz und lebt es vor.

Unterstützt wird er von Günter Koschig vom „Weißen Ring“, der in einem kurzen Lehrvideo der GZK ergänzend aufzeigt, wie man sich verhält, wenn es zum „Abziehen“ eines Handys kommt – egal, ob man selber Opfer ist oder eine solche Straftat beobachtet. Den Notruf „110“ wählen und präzise Angaben zum Tathergang sind dabei nötig, damit die Polizei schnell helfen kann. Wer im Landkreis Northeim Opfer wird, kann sich an Dagmar Prelle-Traupe, der Außenstellenleiterin vom Weißen Ring wenden.

Im Anschluss an den Vortrag bildet sich eine Traube um Fadi Saad – man möchte noch viel mehr von seiner Tätigkeit bei der Polizei und von seiner spannenden Lebensgeschichte hören.

Mit diesen Gesprächen im kleineren Kreis endet sein zweiter Besuch an der Oberschule, der sicherlich nicht sein letzter sein wird.
Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat es sich die Oberschule auf die Fahne geschrieben, regelmäßig Projekte durchzuführen, die Bewusstsein schaffen und Integration und Toleranz fördern.

Diese Art von Präventionsarbeit unterstützt der Arbeitskreis Prävention in der AWO seit einigen Jahren. Aus diesem Grund übergaben Petra Dröge und Hildegard Leuftink im Rahmen der Veranstaltung einen Scheck zur finanziellen Unterstützung.rah

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