Wirtschaft und „Bad Gandersheim 2030“

Bürgermeister-Kandidaten zur Wahl: Franziska Schwarz (SPD)

Das GK fragt zu verschiedenen Themenkomplexen: Das sind die Antworten

Mehrmals in der Zeit bis zur Wahl nimmt das GK in einer Serie Gelegenheit, den Lesern die Kandidaten für das Bürgermeisteramt der Stadt Bad Gandersheim näherzubringen. Dazu sind vier größere Themenkomplexe zusammengefasst und zu diesen Fragen vom GK vorgegeben worden, die allen drei Kandidaten zur Beantwortung vorgelegt wurden. Dazu haben die Kandidaten jeweils den Verlauf einer Woche Zeit gehabt, in der heutigen Montagsausgabe erscheint der letzte Teil der Serie.

Bad Gandersheim. Frage 1:Was ist ihrer Meinung nach ein wesentlicher „Kostenproduzent“ in Bad Gandersheim, der Potenzial für Einsparungen bietet?

Frage 2: Welche Posten auf der Einnahmenseite der Stadt bieten Potenzial für Wachstum? Wie wollen Sie dieses Potenzial zu Tage fördern?

Frage 3: Da der Stadt im Rahmen des Zukunftsvertrages klare Grenzen für Neuverschuldung gesetzt sind: Wie gehen Sie mit möglichen/notwendigen Investitionen um, die nicht im Rahmen des Stadthaushalts liegen?

Frage 4: Über welche Einnahmequellen wird Bad Gandersheim 2030 verfügen, die Sie bei einer erfolgreichen Wahl neu erschließen würden?

Frage 5: Nennen Sie drei Faktoren, die im Wesentlichen für einen gesunden Wirtschaftsstandort Bad Gandersheim im Jahr 2030 verantwortlich sein werden? Warum messen Sie diesen Faktoren so viel Gewicht bei?

Frage 1: Die Stadt Bad Gandersheim hat im Rahmen des Zukunftsvertrages mit dem Land Niedersachsen seit 2010 bereits sehr harte Einsparungen vornehmen müssen. Dem sind viele Bereiche zum Opfer gefallen, die für unser Gemeinwesen wichtig sind, unter anderem Dorfgemeinschaftshäuser, Sportanlagen und das Kurhaus. Es wurden fast zwei Drittel der städtischen Beschäftigten „wegrationalisiert“, was auch zu Einschränkungen in der Grünpflege geführt hat. Straßen und Leitungen wurden nicht mehr saniert. Dies alles hat unsere Stadt und Dörfer in einen Rückstand versetzt, den wir nun Schritt für Schritt wieder aufholen. In meiner Zeit als Bürgermeisterin haben wir unter anderem mit der Städtebauförderung, dem Dorferneuerungsprogramm und der Landesgartenschau die größten Investitionsprogramme der vergangenen Jahrzehnte auf den Weg gebracht. Ich möchte den Blick auch in Zukunft lieber darauf richten, dass es voran geht.

Frage 2: Um ihre Aufgaben zu erfüllen, erhebt eine Kommune Entgelte und Steuern, die vom Rat zu beschließen sind. Je besser die Wirtschaftskraft in unserer Stadt ist, desto höher sind unsere Einnahmen und Möglichkeiten, auch freiwillige Leistungen zu finanzieren. Bad Gandersheim ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort in zentraler Lage und mit einer guten Infrastruktur, das haben die Zahlen der vergangenen Jahre gezeigt, und dafür will ich mich weiter einsetzen. Die Landesgartenschau ist ein zusätzlicher großer Impuls auch zur wirtschaftlichen Stärkung von Stadt und Region.

Frage 3: Investitionen, die für die Daseinsvorsorge notwendig sind, müssen verpflichtend getätigt werden. Dazu gehören die Kitas, die Grundschule, Straßen-, Leitungs- und Kanalsanierungen sowie die Feuerwehr. Nach den letzten Hochwasserereignissen hatten wir daher unvorhergesehene Ausgaben von mehreren hunderttausend Euro. Ausgaben wie z.B. für Kultur und Sport gelten hingegen als „freiwillige Leistungen“, die im Rahmen des Zukunftsvertrages nur sehr begrenzt getätigt werden dürfen, um Schulden zu vermeiden. Ich habe daher von Anfang an auf Förderprogramme von Land und Bund gesetzt, insbesondere auf die Städtebauförderung, die private und öffentliche Investitionen ermöglicht. Auch die Landesgartenschau wird mit zusätzlichen sechs Millionen Euro vom Land gefördert.

Frage 4: Wir entwickeln unsere Stadt und Dörfer weiter, stärken ihre touristische Attraktivität und ihre Wirtschaftskraft, heißen Neubürgerinnen und Neubürger willkommen und präsentieren uns als lebenswertes Bad Gandersheim. All das passiert bereits und wird in den nächsten Jahren, Schritt für Schritt, weiterwachsen, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und gut zusammenarbeiten.

Frage 5: Eine gute Infrastruktur mit allen Schulen, Kitas, Gesundheitsversorgung, Verkehrsanbindungen, Freizeiteinrichtungen, guten Wohnmöglichkeiten – und gut aufgestellten Feuerwehren. Die Umsetzung eines Umweltschutzkonzeptes, mit dem die Trinkwasser- und Löschwasserversorgung sichergestellt wird, Bodenversiegelungen vermieden und umweltschonende Energiequellen eingesetzt werden. Ein Bad Gandersheim für Kinder, in dem Familien gern leben und Gäste willkommen sind. Alle diese Faktoren sind Grundlagen für die Zukunft unserer Stadt und Dörfer – und damit auch für unseren Wirtschaftsstandort.red