Campingplatz: Viele Deutsche kommen

Skandinavier fast völlig ausgefallen / Viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden / Keine Existenzgefahr

Tatiana und Bruno Buntschu vor der Minigolfanlage: Hier können auch Einheimische ihre Spielrunden absolvieren, wovon bereits gut Gebrauch gemacht wird.

Bad Gandersheim. Sie können wieder lachen in diesen Tagen: Vor wenigen Wochen war Tatiana und Bruno Buntschu kaum zum Lachen, denn Corona hatte auf dem Campingplatz an der B64 zwischen Seboldshausen und Bad Gandersheim das Leben fast zum Erliegen gebracht: „Wir waren hier vielleicht zwei Handvoll Leute auf dem Platz, nicht einmal die Dauercamper durften im April hier sein“, erinnert sich Buntschu an die dunkelste Zeit.

Die dabei wettermäßig eine der schönsten war. Das alles habe man nicht nutzen können. Kein Ostergeschäft, viele Absagen und lange keine Aussicht, wie es weitergehen werde. Zum Glück kamen dann im Mai die ersten Lockerungen. Die Dauercamper durften wiederkommen, dann am 23. Mai auch andere Gäste, und inzwischen läuft wieder so etwas wie „Normalbetrieb“ auf dem weitläufigen Platz. Unter Anwendung und Einhaltung von Corona-Regeln natürlich, aber da seien Camper an sich sehr verständnisvolle und gut disziplinierte Menschen, sagt das Betreiberehepaar.

Die in den Vorjahren so schön gewachsenen Bilanzen sind in diesem Jahr natürlich nicht mehr zu erreichen. Was im Frühjahr verloren gegangen sei, werde zu einer anderen Zeit ja nicht einfach nachgeholt, zumal es auch jetzt noch Beschränkungen gibt, die vieles unmöglich machen. So habe man für Sommer und Herbst schon zahlreiche geplante Treffen absagen müssen, wie das von Harley-Davidson-Fans und der Scirocco-Gruppe, die schon mal da war.
Auch Hochzeiten und andere Buchungen, die mehr als die jetzt erlaubten 25 Teilnehmer im Swiss Chalet hätten, gehen weiterhin nicht. Und bereits in den nächsten zwei Wochen müssen sich die Betreiber entscheiden, wie man mit den Weihnachtsterminen verfahren wolle. Unter den aktuell absehbaren Umständen werden sie wohl auch abgesagt werden müssen.

Trotzdem stehen keine tiefen Sorgenfalten in den beiden Gesichtern: „Wir sind finanziell so aufgestellt, dass uns eine solche Krise nicht gleich umwerfen kann“, erklärt Bruno Buntschu seine Gelassenheit. Die Einnahmen dieses Jahres werden lange nicht die Vorjahreshöhe erreichen, aber hinreichen, wenn es so weitergeht wie im Moment.

Und an sich läuft es zur Zeit gar nicht schlecht. Jetzt, wo die Urlauber erst richtig unterwegs sind. Die Platzgesellschaft habe sich gewandelt, sagen die Betreiber. Viel mehr deutsche Feriengäste machen dieses Jahr Urlaub auf dem Campingplatz. Auch in Bad Gandersheim. Das kompensiere mindestens zu Teilen den fast totalen Ausfall von Gästen aus Skandinavien. Dänen, die sonst kamen, trauen sich dieses Jahr offenbar nicht. Norweger und Schweden, oft Übernachtungsgäste auf dem Weg nach Süden, bleiben dieses Jahr wohl ebenso eher zu Hause.

Trotzdem können sich die Buntschus über einen Mangel an Beschäftigung nicht beklagen. Sie haben den Platz in den vergangenen Jahren zu einem feinen kleinen Urlaubsressort ausgebaut. Zu dem gehören ein Badesee, eine Minigolfanlage und die Restauration, in denen die Betreiber selbst tätig sind. Und die sei im Moment so hoch frequentiert, dass man an die Grenzen gekommen sei: „Wir hatten am Wochenende an einem Abend 100 Essen à la carte. Mehr können wir schon gar nicht mehr“, berichtete Tatiana Buntschu.

Gäste sind auch viele Menschen aus Bad Gandersheim und Umgebung, die das Lokal „Zum Schweizer“ längst als Geheimtipp endeckt haben. Am Wochenende, dafür bat Buntschu angesichts der begrenzten Platzverhältnisse, die gerade im Freien aufgrund der Abstandsvorschriften noch reduziert werden mussten, sollte man den Platzgästen den Vortritt lassen. Dienstag bis Donnerstag indes lasse sich – am besten mit Reservierung – Platz finden.
Nicht ganz so kompliziert ist das beim Minigolf. Hier kann man die Fläche nutzen, um sich aus dem Wege zu gehen und Abstände zu wahren. Die Bahnen können auch von Einheimischen genutzt werden, was auch immer wieder zahlreich und gern geschehe. Gleiches gilt für Bad Gandersheims derzeit einziges „Freibad“.

Intensive Werbung müssen die Buntschus für ihre Angebote an die Einheimischen an sich gar nicht machen. Umso schöner ist es, dass sie in Kürze den Abonnenten des Gandersheimer Kreisblattes besondere Angebote in einer Abo-Plus-Aktion für Minigolf und Restauration offerieren wollen. Das GK wird in Kürze darüber berichten. „Wir sind ein Teil von Bad Gandersheim und wollen von den Menschen als solcher auch wahrgenommen werden. Dazu soll diese Aktion auch ihren Teil zu beitragen,“ so die fröhlichen Betreiber.rah

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