Ein Sonntag in Bad Gandersheim

Ansturm an Tagestouristen im Kurbereich / Klosterhügel wird geradezu „überrannt“

Gut besucht, es gab aber auch noch ausreichend Platz: Am Wochenende waren die Seeterrassen wieder einmal geöffnet.

Bad Gandersheim. Die Tourismusbranche gehört mit zu denen, die durch die Coronakrise am stärksten getroffen sind. Das berichtete das GK erst in den letzten Tagen. Ein wenig konträr mag der Eindruck für manche gewesen sein, die am vergangenen Wochenende in Bad Gandersheim unterwegs waren. Das GK hat sich – vor allem am Sonntag – einmal umgeschaut.

Das Wetter an diesem Wochenende war meistens freundlich, wenngleich nicht übermäßig sommerlich. Die warmen Temperaturen und die geringe Regenwahrscheinlichkeit ließen sich aber viele Tagestouristen auf den Weg machen; auch in die Roswithastadt. Erstaunlich viel los war im gesamten Kurbereich. Fast voll der Parkplatz am Lohmühlenweg, gut ausgelastet zuweilen der Kurhausparkplatz. Der Blick auf die Kennzeichen zeigte, dass neben rund 50 Prozent Einheimischen (also NOM, GAN oder EIN) vor allem solche aus dem näheren Umfeld zu finden waren, wie Alfeld, Göttingen, Hildesheim oder dem Weserbergland. Ebenso aber auch ein nicht zu vernachlässigender Satz weit auswärtiger Gäste.

Sie nutzten den vorderen Kurbereich von der Füllekuhle und dem Kurhausteich bis in den Seekurpark. Dort hatten nach Ankündigung jüngst am Wochenende auch die Seeterrassen wieder geöffnet und fanden regen Zuspruch. Ein ganz bisschen wirkte es so „wie früher“, wenngleich die Umgebung nach den ersten Vorarbeiten für die Landesgartenschau derzeit diesen Eindruck nicht unterstützen kann. Ebensowenig die leider immer noch inexistente große Gastronomie der Seeterrassen, deren Wiederbelebung erst im Zuge der Sanierung des Hotels am See geplant ist.

Viel los war auf den Spazierwegen rund um die Seen, aber auch wieder nicht so viel, dass man die „Corona-Abstände“ nicht mehr hätte einhalten können. Zu einer kleinen Attraktion ist mittlerweile der zweite Osterbergsee geworden. Der abgelassene See hat sich in den letzten Wochen durch einen vehementen Vegetationsschub zu einer grünen Fläche entwickelt, in der Schilf und andere Grünpflanzen sprießen.

Ein für Einheimische wie Gäste ebenso faszinierender wie seltener Anblick, der auch nur noch wenige Tag Bestand haben wird, weil im August ja bereits hier die LaGa-Arbeiten mit dem Ausbaggern des Sees ihren Anfang nehmen. Der Seeschlamm im Übrigen ist nach Auskunft von LaGa-Geschäftsführer Thomas Hellingrath schon ein gefragtes Wirtschaftsgut geworden, denn er hat einen hohen Nährstoffwert und wird auf landwirtschaftliche Flächen kommen. Wer also die „2. Osterbergseewiese“ noch einmal mit eigenen Augen sehen möchte, muss sich beeilen.

Komplett ausgelastet war am Sonntag zu weiten Zeiten der kleine Parkplatz am Dehneweg neben dem Toilettenhäuschen. Viele Anreisende musste wieder umdrehen und parkten weiter oberhalb am Schulbusparkplatz Dehneweg. Auch hier war die Vielfalt von Autokennzeichen bunt.

Zu denen, die im Moment geradezu von Touristen „überrannt“ werden, gehört der Klosterhügel, wie Benno Löning dem GK in einem Gespräch am Sonnabend erzählen konnte. Mit ein Grund dafür offenbar eine Veröffentlichung in dem edlen Magazin „Landlust“. Die habe einen regelrechten Zustrom ausgelöst, der gleich nach Veröffentlichung einsetzte und anhält. Der gesamte Klosterhügel profitiere davon, so Löning, und er hoffe, dass die Stadt diese Gelegenheit auch nutzen könne, die Menschen jetzt für ein Wiederkommen – vor allem im LaGa-Jahr – zu gewinnen.

Tagestouristen, die Bad Gandersheim besuchen, kommen natürlich auch in die Innenstadt. Die „Autoschau“ kann man ebenso auf Domänenhof und Stiftsfreiheit vornehmen und sich darüber freuen, von woher Menschen es für wert befinden, in die Roswithastadt einzufliegen. Auch der Wohnmobilstellplatz bekommt das zu spüren. Die Kapazitäten an den Wochenenden sind immer wieder mal ausgelastet, auch, weil derzeit wegen der Corona-Beschränkungen nur jeder zweite Stellplatz genutzt werden darf. Da ist der Platz bei nur rund einem Dutzend Stellflächen schnell voll.

Profiteure in der Innenstadt sind vor allem die gastronomischen Betriebe, die am Wochenende erneut gut zu tun hatten. Die beiden Eiscafés der Stadt waren hochfrequentiert und in den jeweiligen Aufenthaltsbereichen zeitweilig komplett ausgelastet.

Fazit: Bad Gandersheim ist offenbar nach wie vor für viele Tagesgäste eine Reise wert. Und zu bieten hat und hatte es für diese wie andere Gäste eine ganze Menge.rah

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