Eine Bürgerstiftung für die Stadt?

Initiative ergründet die Möglichkeiten der Begründung / Erste Treffen haben stattgefunden

Das Treffen zur möglichen Gründung einer Bürgerstiftung im Ratssaal.

Bad Gandersheim. Es gibt sie noch gar nicht so lange, die Bürgerstiftungen. Begriff und Möglichkeiten, sie zu errichten, wurden erst 1996 geschaffen. In der Zwischenzeit sind sie aber an vielen Orten bereits entstanden. In Bad Gandersheim bislang noch nicht, aber das könnte sich bald ändern, denn Dr. Gisbert Vogt und Ex-General Achim Lidsba haben sich zusammengesetzt und dann auf den Weg gemacht. Ursprünglich, um die Möglichkeiten für einen Förderverein zur Landesgartenschau in der Roswithastadt auszuloten. Aus diesem Gedanken erwuchs dann aber beim ersten Treffen recht schnell die Idee zu einer Bürgerstiftung. Ein zweiter, schon öffentlicherer Schritt dazu erfolgte am Dienstag dieser Woche.

An dem Tag war zu einer zweiten Runde eingeladen worden. In den Ratssaal des Rathauses, 20 Eingeladene waren gekommen. Ziel des Abends, so die beiden Initiatoren, sollte sein, die Stimmung zu erfassen und vielleicht schon einen Schritt konkreter zu werden hin auf die tatsächliche Gründung. Die unterliegt bestimmten Bedingungen.

Doch bevor die relevant werden, ging es in der Vorstellung der Idee und ihrer Diskussion im Ratssaal erstmal um ganz pragmatische Fragen. Wie die, was eine Bürgerstiftung eigentlich bewirken wolle, wie man bei ihrer Installation die Schaffung von Parallelstrukturen verhindere und statt dessen Synergien auslösen könne, und Fragen des Geldes natürlich.

Um mit Letzterem anzufangen, dort gibt es eine hohe Hürde, wie Achim Lidsba erläuterte: Um als Stiftung anfangen zu können und anerkannt zu werden, wird eine mögliche Bürgerstiftung Bad Gandersheim ein Stiftungskapital von rund 50.000 Euro zusammentragen müssen. Zwar gebe es in den Stiftungsvorgaben keine konkrete Summe, die Höhe des Stiftungskapitals werde aber an der Größe des Aufgabengebietes der Stiftung gemessen. Und die sei eben als Stiftung für eine ganze Stadt keine kleine.

Beim Geld unterschieden werden müssten zudem das Stiftungskapital und Spenden, die zum Beispiel auch zweckgebunden der Stiftung zukommen könnten. Das Stiftungskapital sei ein Kapitalgrundstock, der nach seiner Einsammlung nicht für Projektförderungen angetastet werden dürfe, sondern nur durch entsprechende Anlage Gelder durch Zinsen und Renditen abwerfe, die dann zur Projektförderung durch die Stiftung benutzt werden können. Entnahmen aus dem Stiftungskapital sind also nicht vorgesehen, durchaus ist aber seine stete Aufstockung möglich, um die Rendite zu erhöhen.

Auf der anderen Seite können Menschen, die durch die Stiftung ein Projekt fördern lassen möchten, der Stiftung sehr wohl eine Spende zukommen lassen, die dann frei für Förderzweck verwendbar ist. Wird zweckgebunden gespendet, dann auch nur ausschließlich für die gewünschten Projekte. Das sei für die Stiftung bindend, erläuterten Vogt und Lidsba.

Sie erwähnten auch, dass es Voruntersuchungen gegeben habe, ob nicht die Stiftung Kulturzentrum Brunshausen mit einer Bürgerstiftung vereint werden könne. Dies aber hätten die Aufsichtsbehörden abgelehnt. So wird für eine neue Bürgerstiftung kein Weg am Erreichen des notwendigen Stiftungskapitals vorbeigehen.

Sollte es zur Gründung der Stiftung kommen, würde es einen Stiftungsrat und einen Vorstand geben müssen. Dafür kann jeder Interessierte in Vorschlag kommen, da es keine Mitgliedschaft in der Stiftung gibt. Die Gremien sind aber vor allem deshalb bedeutungsvoll, weil hier natürlich auch die Ausrichtung der Stiftung wesentlich bestimmt wird, und damit auch die Projekte, die am Ende gefördert werden sollen.

Welche das sind, ist zurzeit noch völlig offen. Im Prinzip komme dafür alles in Frage, was zu einer Fortentwicklung Bad Gandersheims beitrage, weil das das große Oberziel der Bürgerstiftung sein solle, so die Initiatoren. Ohne Zweifel blieb aber auch, dass die Hilfe für das Projekt Landesgartenschau einer der Schwerpunkte der Arbeit in den nächsten Jahren würde, sollte die Gründung erfolgen.

Für die hegten die 20 Teilnehmer der ersten Gesprächsrunde offensichtliche Sympathien. Angeschrieben worden seien 71 Eingeladene, leider war von der Mehrzahl diesmal noch keine Rückantwort erfolgt. Das werde sich aber vielleicht schon beim nächsten Mal ändern, wenn zum dritten Treffen eingeladen werden soll. Das dann in einem noch größeren Rahmen und mit freiem Zugang für jeden Interessierten. Der Termin dafür steht noch nicht fest, wird aber vermutlich in den August nach den Sommerferien platziert.

Im zweiten Treffen wurden auch schon Erklärungen verteilt, in denen die Bereitschaft zur Einzahlung in ein Stiftungskapital abgefragt wurde. Fast jeder der Gekommenen nahm davon auch einen mit und eine konkrete Zusage gibt es auch schon.rah

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