Hachenhausen: Ein bisschen Bewegung in der Brandruine

Nach Verstreichen der Beräumungsfrist schreitet Landkreis zur Ersatzvornahme – aber zunächst nur in kleinen Schritten...

Hachenhausen. Seit über einem Jahr begleitet das Gandersheimer Kreisblatt die Folgen der katastrophalen Brandnacht aus dem Juni 2020 mitten in Hachenhausen. Letzter Stand war, dass der Landkreis nun mit Fristsetzung zu Ende August dem Versicherer Gelegenheit gelassen hatte, die praktisch seit einem Jahr unberührt liegende Brandstelle beräumen zu lassen. Das ist nicht geschehen.

Wie angekündigt, hat der direkte Nachbar Wilhelm Kühne sich daher sofort zum Fristablauf gleich wieder an den Landkreis Northeim gewandt: „Sehr geehrte Frau Gottlieb, Ihre E-Mail vom 16. Juli habe ich mit Interesse gelesen, auch das die Versicherung sich grundsätzlich zahlungsbereit erklärt hat und so habe ich mir eine Wiedervorlage für den 31.08.2021 eingerichtet.

Heute läuft die von ihnen mitgeteilte Frist ab! Auf dem tagesaktuellen Foto (siehe Zeitstempel) ist als Nachweis zu sehen, dass nichts passiert ist. Es hat wohl niemand ernsthaft damit gerechnet, dass die Beräumung erfolgen wird, das hätte sonst auch schon in den zurückliegenden mehr als 14 Monaten erfolgen können.

Ob nun die Zahlung der Versicherung ausreicht, oder der LK NOM im Rahmen einer Ersatzvornahme tätig werden muss, haben sie sicher schon geprüft. Ich gehe davon aus, dass bei Rechtsmitteln des Eigentümers, wie von ihnen geschrieben, keine aufschiebende Wirkung für die auszuführenden Arbeiten mehr bestehen.

Wir, die betroffenen Nachbarn, aber auch viele Bewohner von Hachenhausen und der interessierten Öffentlichkeit möchten nun von ihnen erfahren, wie es konkret weitergehen wird. Eine Terminkette mit geplanten Maßnahmen wäre hilfreich zu erkennen, ob und wie zielstrebig der Landkreis Northeim dafür Sorge tragen will, dass ordnungsgemäße Zustände auf dem Nachbargrundstück wieder hergestellt werden.

Wann ist nun mit einer Beräumung und Entsorgung zu rechnen?“ Am Freitagmorgen dann neue Nachrichten aus Hachenhausen: In der Brandruine wird gearbeitet! Zuvorderst ging es darum, einen hoch aus den Brandresten aufragenden Schorstein zu zerlegen, der bei Sturm umsturzgefährdet gewesen wäre. Das sei am Freitagmorgen geschehen, berichtete Nachbar Wilhelm Kühne dem GK (siehe Bilder oben).

Leider aber mussten er wie die übrigen betroffenen Anlieger dann schnell zur Kenntnis nehmen, dass sich erst einmal nicht viel mehr tun werde, so die Nachfrage beim Unternehmen, das die Arbeiten vornahm. Das Unternehmen hätte gern die gesamte Beräumung übernommen, die aber sei durch den Landkreis nicht beauftragt, so mussten die Anlieger vernehmnen. Die zarte Hoffnung erhielt damit wieder einen Dämpfer, das letzte Kapitel ist damit immer noch nicht aufgeschlagen, die Geschichte wird weitere Fortsetzungen erfahren müssen.

 red