LaGa-Gäste sollen auch die Roswithastadt erkunden

Landesgartenschau-Geschäftsführer Lena Guth und Thomas Hellingrath geben Sachstandsbericht im Sonderausschuss

Karin Albig verteilte im Ausschuss Komplimente an LaGa-Geschäftsführer Lena Guth und Thomas Hellingrath.

Bad Gandersheim. Wer in drei Jahren zur Landesgartenschau (LaGa) nach Bad Gandersheim kommt, der soll nicht nur den unmittelbaren Veranstaltungsbereich kennenlernen. Ausdrückliches Ziel der Organisatoren ist es, dass die Gäste auch die Stadt erkunden und einen Eindruck von den Sehenswürdigkeiten erhalten. Eingänge würden an mehreren Stellen geschaffen, durch die Besucher das Areal verlassen und ohne neu zu bezahlen wieder betreten können. Das haben die beiden Geschäftsführer der Durchführungsgesellschaft, Lena Guth und Thomas Hellingrath, während der Sitzung des Sonderausschusses Landesgartenschau im Hotel Waldschlößchen erklärt.

Die LaGa sei in erster Linie ein städtebauliches Entwicklungskonzept, betonte Hellingrath. Sie sei kein Allheilmittel und kein Wundermittel, sondern „ein Motor, der Dinge anschieben kann“. Ein Erfolg werde die LaGa aber nur, wenn ein großer Teil der Menschen mitziehe, wenn eine entsprechende Aufbruchstimmung und Willkommenskultur erzeugt werde. Dann könne auch nachhaltig Veränderung stattfinden.

Auf unterschiedliche Wegen werde versucht, die Öffentlichkeit einzubinden, erläuterte Guth. Ein Beispiel sind die Dokumente, auf denen Bürger ihre Ideen formulieren und die Bereitschaft zu ehrenamtlichen Engagement erklären können.

Häufig kämen Gäste in das Büro der Landesgartenschaugesellschaft, Markt 9 in Bad Gandersheim, um sich im persönlichen Gespräch über den aktuellen Stand der Vorbereitungen und Möglichkeiten des Mitwirkens bei der Landesgartenschau zu informieren und Fragen zu stellen. „Das finden wir sehr positiv, da ist Bürgernähe gegeben und ich glaube, dass die Menschen, die zu uns kommen, auch ganz zufrieden wieder nach Hause gehen können“, schilderte Guth ihren Eindruck. Es gebe viele Rückmeldungen von Interessierten, die koordinativ tätig sein wollen „und mit uns gemeinsam Projekte organisieren wollen“.

Die beiden Geschäftsführer seien dabei, mit vielen Menschen Kontakt aufzunehmen und mit Sponsoren Gespräche zu führen, wie sie in ihrem Sachstandsbericht während der Ausschusssitzung deutlich machten. Geplant sei ein Workshop mit der Gastronomie. „Außerdem wollen wir mit den Behindertenverbänden sprechen, dass wir die Barrierefreiheit auch hinbekommen“, benannte Guth weitere Schritte.

Bürgermeisterin Franziska Schwarz machte deutlich, dass sich einige größere Projekte in Bad Gandersheim ohne die LaGa nicht zeitnah oder gar nicht umsetzen ließen. Durch den Bau der neuen zusätzlichen Anbindung an die Bundesstraße 64 werde die Erreichbarkeit des Veranstaltungsgeländes erleichtert und der innerstädtische Verkehr entlastet. In Gesprächen mit dem Wirtschaftsministerium und der Bahn konnte erreicht werden, dass zur LaGa zunächst einmal provisorisch ein barrierefreier Zugang am Bahnhof entsteht. „Die Signale stehen gut, dass wir es schaffen, endlich eine neue Buswendeschleife am Bahnhof zu schaffen“, berichtete Schwarz weiter.

Das Freibad solle sehr bewusst ein Teil des LaGa-Geländes sein. Dies bedeute dann auch, dass das Bad nur zugänglich sein wird, wenn man eine Eintrittskarte zur LaGa hat. „Wir können versuchen, den Schub und die Fördermittel der Landesgartenschau auch dafür zu nutzen, dass wir dauerhaft für alle ein schönes Freibadgelände haben.“

Der Start des Dauerkartenverkaufs für die LaGa soll im Weihnachtsgeschäft 2020 erfolgen, kündigte Guth an. „Wer hier in der Region wohnt und keine Dauerkarte hat, dem ist nicht zu helfen“, ergänzte Hellingrath schmunzelnd und verwies darauf, das im 127.000 Einwohner zählenden Heilbronn 92.000 Dauerkarten zur dort ausgerichteten Bundesgartenschau verkauft worden seien. Als nicht aus der Region stammend, sei beiden Geschäftsführer aufgefallen, dass viele Bad Gandersheimer die Potenziale und positiven Dinge in der Stadt kaum wahrnehmen, „vielleicht nicht richtig sehen oder sich daran gewöhnt haben". Guth: „Ich bin so überrascht, was man hier vorfindet“. Weil es in Bad Gandersheim so viel Kultur gebe, habe ihre Freundin die Roswithastadt in Bad Guggenheim umbenannt – in Anspielung an das bekannte Museum in New York, das Zweigstellen in mehreren Metropolen der Welt hat.art

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