LGS-Info-Tour: Erste Zwischenbilanz

Von großer Zustimmung in Altgandersheim bis Skeptizismus in Ackenhausen alles dabei

Landesgartenschau-Information in Ackenhausen: kurzfristig ins Pfarrhaus verlegt.

Bad Gandersheim. Mit der vierten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in Ackenhausen ist die erste Woche der „LGS-Dörfer-Info-Tour“ zuende gegangen. Die Veranstaltung in Ackenhausen musste aus dem eigentlich vorgesehenen Feuerwehrhaus kurzfristig in das Pfarrhaus verlegt werden. Dort erfuhr sie mit knapp 30 Ortsteilnehmern (zu den Teilnehmerzahlen siehe auch Infokasten) eine gute Beteiligung, es wäre aber auch noch Platz für mehr TeilnehmerInnen gewesen.

Nach dem sehr wohlwollenden Auftakt im Nachbarort Altgandersheim mit einer deutlich positiven Haltung gegenüber einer LGS war Ackenhausen am Donnerstag das bisher kritischste Dorf, in dem Bürgermeisterin Franziska Schwarz Überzeugungsarbeit zu leisten versuchte. Warum gerade Ackenhausen sich dabei als Zentrum des Skeptizismus erwies, wurde aus den Bürgeräußerungen nicht unmittelbar erkennbar. Es darf aber vermutet werden, dass Einstellungen aus früheren Erfahrungen mit der Stadt die deutliche Zurückhaltung gegenüber dem Großprojekt verursacht haben dürften.

Mehrere Diskussionsteilnehmer versuchten, um Verständnis für einen anderen Kurs zu werben. Die Stadt, so ihr Ansatz, solle lieber versuchen, die notwendigen Ziele ohne eine Landesgartenschau in kleinen Schritten zu erreichen. Dem hielt die Bürgermeisterin entgegen, dass Bad Gandersheim damit diese Ziele vielleicht zu langsam und zu spät erreichen werde, um die aktuelle Abwärtsspirale zu stoppen.

In zahlreichen Äußerungen war vor allem die Skepsis unübersehbar, dass der Glaube oder die Fantasie fehlten, das Eintreten der als Grundlagen für einen LGS-Erfolg angenommenen Entwicklungen für möglich zu halten. Umgekehrt warfen einzelne Bürger der Bürgermeisterin sogar vor, die Situation absichtlich „schwarz zu malen“, um eine LGS plausibler zu machen. Die Ackenhäuser ernteten dabei aber auch Widerspruch aus den eigenen Reihen: Es gebe an Bad Gandersheims Miseren auch nichts zu beschönigen und Vieles, was die Bürgermeisterin angeführt habe, sei absolut nachvollziehbar und unbestreitbar.

Nachfragen, die andernorts so noch nicht gestellt worden waren, gab es zum Beispiel aus dem Bereich der Landwirtschaft. Sie wollten eine Zusicherung, dass auch im LGS-Jahr Landwirte mit ihren Transporten aus der Heberbörde durch die Stadt fahren dürften. Das sicherte die Bürgermeisterin zu.
In weiteren Aussagen ging es um Vergleiche mit Einbeck, wo insbesondere das Stadtmarketing als gut funktionierendes Vorbild benannt wurde.

ürgermeisterin Schwarz wies auf die Unterschiedlichkeiten zu Einbeck hin. Ein Stadtmarketing wie dort brauche Bad Gandersheim ohne Zweifel. Die LGS biete die Gelegenheit, es damit zu etablieren und danach weiterzuführen. Ohne LGS habe es bislang ja auch nicht geklappt, weder organisatorisch noch vor allem finanziell, ein geeignetes Stadtmarketing auf die Beine zu stellen.

Alle Argumente liefen aber bei dem Abend in Ackenhausen anscheinend bei den Skeptikern ins Leere. Die übliche Probeabstimmung fiel diesmal eher ein wenig stärker zugunsten der Nein-Sager aus, die Lager waren geteilt. Die Bürgermeisterin hofft nun auf Überzeugung bis zum Befragungstermin, vielleicht auch durch einen Besuch bei einer laufenden Gartenschau wie in Bad Lippspringe.

Im Fazit der ersten Woche bleibt nach vier Ortsteilen festzustellen, dass in den Ortschaften großes Interesse am Thema und Information dazu besteht. Primäre Fragen richteten sich in allen Ortsteilen darauf, wie die Dörfer in die LGS mit einbezogen würden und von ihr profitieren könnten. Darüber hinaus gab es eine Reihe Fragen zu technischen und finanziellen Umständen und Grundlagen sowie ortsspezifische Umstände.

In der Summe der bisher besuchten Ortsteile ist die Gesamtstimmung aber weiterhin als deutlich überwiegend positiv zu sehen.rah

Bad Gandersheim

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