Licht und Schatten in Dannhausen

Gespräche über den Gartenzaun mit Franziska Schwarz / Leerstände und intakte Dorfgemeinschaft

Dannhausen. Drei Stunden lang nahm sich Bürgermeisterin Franziska Schwarz am Mittwochnachmittag Zeit, um in Dannhausen die Gespräche mit den Einwohnern zu suchen und sich ein Bild über das zu verschaffen, was die Menschen in dem Harzbördedorf aktuell bewegt.

Begrüßt wurde sie zu Beginn ihrer Stippvisite („Gespräche über den Gartenzaun“) von Ortsvorsteher Harald Hausmann, der gleich zu Beginn auf die Hochwasserproblematik hinzuweisen. Mehrfach war es in Dannhausen – wie auch in vielen anderen Dörfern des Stadtgebietes zu Überschwemmungen gekommen. Dass der ehemalige Raiffeisenmarkt neue Eigentümer gefunden habe, wurde als positiv bewertet. Damit dürften auch die Beschädigungen, die sich gegen die Vorbesitzer gerichtet haben, beendet sein.

Der neugestaltete Friedhof scheidet die Geister. Hier hat es im vergangenen Jahr einen radikalen Kahlschlag gegeben. Die Blühstreifen lassen den Friedhof in einem anderen Licht erscheinen, was auch Thomas Hellingrath, Geschäftsführer der Landesgartenschau zur Kenntnis nahm. Überhaupt zeigte er sich an einigen Stellen des Dorfes beeindruckt von den schön angelegten Gärten und Rosenbeeten. Hier und da zückte er gar seine Kamera.

Am Dorfgemeinschaftshaus erwartete der Trägervereinsvorsitzende Stefan Armbrecht die Verwaltungschefin nebst Gefolge. Das DGH ist inzwischen ein echtes Schmuckstück. Mit viel Liebe zum Detail hatte der Trägerverein dem Dorfgemeinschafshaus neues Leben eingehaucht. Dafür gab es von Franziska Schwarz noch einmal ein großes Lob. „Es ist toll, was sie hier geschaffen haben!“
Wünschenswert wäre, so erklärte es Harald Hausmann vor Ort, wenn man im Zuge einer hoffentlich erfolgreich Bewerbung im Förderprogramm für die Ortsteile hier weitere Mittel erwarten könnte.

Die ehemalige Kneipe „Zum Pferdestall“ verfällt zusehends

Die tatsächlichen Gespräche gab es natürlich auch. Beispielsweise direkt nach dem Besuch des Dorfgemeinschaftshauses mit Ingrid Ensinger, die auf den Wildwuchs an einer städtischen Hecke aufmerksam machte. Wenig später war es Horst Keilholz, der als Anwohner der Dannhäuser Meile auf die seit Jahrzehnten bröckelnde Mauer aufmerksam machte.

Überhaupt ist die Meile ein bisschen zum Sorgenkind des Ortes geworden. Die ehemalige Post steht inzwischen leer, eine Villa am Ortseingang ebenso. Da ist es gut, dass zumindest ein ehemaliger Bauernhof von einer jungen Familie aus Dannhausen vor dem Verfall gerettet wird.

Nach Inaugenscheinnahme der Bushaltestelle, die demnächst modernisiert werden soll, wurde ein weiteres Ärgerniss-Thema von Ortsbrandmeister Tobias Uhde angesprochen.

Die Straßen in Dannhausen sind in einem bemitleidenswerten Zustand, ebenso sinken teils die Gossen ab und verwildern. Das Problem ist natürlich nicht in Dannhausen allein zu beobachten, hier aber schon recht deutlich. Man wolle in einem ersten Schritt eine Aufstellung über alle Straßen im Stadtgebiet machen. Dass die vielen Schäden in absehbarer Zeit behoben werden können, dürfte indes ein Wunschtraum bleiben. Ein weiterer „Schandfleck“ wurde ebenfalls sichtbar. Die ehemalige Kneipe „Zum Pferdestall“ steht leer, der Eigentümer ist nicht vor Ort, das Gebäude steht leer und verkommt mehr und mehr.

Licht und Schatten wechselten sich ab beim Rundgang durch das Harzbördedorf, dessen Dorfgemeinschaft sich immer wieder als intakt beweist. Am Feuerwehrgerätehaus präsentierte sich sogar die Feuerwehr, gab Einblicke in die frisch gestrichene Fahrzeughalle und berichtete der „Chefin“, was man in Eigenleistung am Fahrzeug verbaut hatte.

Viel Strahlkraft auf Besucher aus nah und fern übt seit Jahrzehnten die tolle Köhlerhüttenanlage auf. Hier hatte der Bürgerverein im vergangenen Jahr eine neue Dachkonstruktion geschaffen. Apropos Dach. Wer beispielsweise von der hoch gelegenen Köhlerhütte auf Dannhausen blickt, dem fallen die vielen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern auf. Dass in Dannhausen die Windkraft zudem für Stromproduktion genutzt wird, ist ebenfalls unübersehbar. Aktuelle Planungen sehen ein RePowering der Windenergieanlagen im Bereich des Kleis über Dannhausen vor, weitere neue Anlagen sollen im Bereich des Hebers entstehen. Hier laufen aktuell die formaljuristischen Abläufe in Politik und Verwaltung.

Bürgerverein hat eigenen Rasenmäher angeschafft

Der Sportplatz unterhalb der Köhlerhütte wurde von den Dannhäusern ebenfalls wieder in Schuss gebracht. Harald Hausmann berichtete der Bürgermeisterin nicht ohne Stolz, dass der Bürgerverein einen Aufsitzrasenmäher angeschafft hat, um dem Rasenschnitt Herr zu werden.

Auch die Pflege des Bolzplatzes gehört dazu. Hier wünschen sich die Dannhäuser neue Tore oder zumindest neue Tornetze, um an lauen Sommerabenden wie früher bis zum Sonnenuntergang auf dem Rasen zu kicken.

Es folgte der Besuch in der Siedlung Dannhausens – wobei zunächst am Ehrenmal Halt eingelegt wurde. Direkt unter dem Ehrenmal findet sich Dannhausens Neubaugebiet, fehlendes Internet, aber auch andere Gründe haben bislang eine Neuansiedlung verhindert. „Das muss geändert werden“, forderte Harald Hausmann.

Die Treppe ins Nirgendwo: Wo ist der Pannemann geblieben?

Für Heiterkeit sorgte der Blick auf die wohl berühmteste Treppe im ganzen Stadtgebiet: die Treppe, die ins Nirgendwo führt. Für diesen „Schildbürgerstreich“ bekam Schwarz’ Amtsvorgänger einst den „Goldenen Pannemann“ überreicht vom Fernsehsender RTL. Ob es die Pannemann-Trophäe noch gibt? Diese Frage konnte die Bürgermeisterin nicht beantworten, wollte sich aber bemühen, das zu klären.

Noch einmal ging es um das Thema Hochwasser als Franziska Schwarz im unteren Bereich der Siedlung angekommen war. Hier wies Anwohner Thomas Bumke auf die Problematik hin. Inzwischen hatte sich übrigens eine ganze Schar Dannhäuser zusammengefunden, um den Dorfrundgang zu begleiten. „Das ist ja fast ein kleines Dorffest“, scherzte Franziska Schwarz, die sich über das Interesse sichtlich freute.

Zum Schluss ihres Besuches in Dannhausen wurde natürlich auch hier ein Apfelbaum gepflanzt. Dieser fand seinen Platz zwischen Feuerlöschteich und Gerätehaus. Gemeinsam brachten Ortsvorsteher Harald Hausmann, LaGa-Geschäftsführer Thomas Hellingrath und Bürgermeisterin Franziska Schwarz, das Gewächs in die Erde.uk

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