Martini-Empfang: Was macht Auer?

Informativer Einblick in die heutige Produktpalette/Empfangsrahmen etwas gestrafft

GWF-Vorsitzender Karsten Dielzer bei seiner Begrüßung.

Brunshausen. Es sah nicht nur so aus, es war tatsächlich etwas luftiger beim Martini-Empfang des Jahres 2017 im Rosencafé. Der Vorsitzende des Gandersheimer Wirtschaftsforums, Karsten Dielzer, nannte dann auch den Grund dafür, warum die Zahl der Gäste mit diesmal rund 110 etwas unter der in den Vorjahren liege: Das GWF habe sich einmal die Gästeliste vorgenommen und durchforstet. Im Ergebnis war sie nun beim 18. Empfang seit Aufnahme dieser Tradition im Jahre 2000 ein Stück schlanker.

Bürgermeisterin Franziska Schwarz grüßte die Gäste seitens der Stadt. Die nächsten Jahre würden eine Reihe gemeinsamer Themen bringen, blickte sie nach vorn. Allem voran natürlich die Vorbereitungen auf eine Landesgartenschau 2022. Sie werde Bad Gandersheim weit über die Grenzen der Kommune hinaus Interesse verschaffen, und sicher auch ein Stück zur Lösung mancher Probleme in der inneren Struktur beitragen können.

Seit dem letzten Jahr hat das Gandersheimer Wirtschaftsforum begonnen, den Informationsbeitrag beim Martini-Empfang als Vorstellung eines heimischen Unternehmens zu gestalten. Es gebe, so Dielzer, im Stadtgebiet auch solche, die vielen Einheimischen lange nicht in allen Details bekannt seien. Das traf im letzten Jahr für die Firma Leicht & Appel ohne Zweifel zu.

Auer Lighting hingegen ist zwar in Bad Gandersheim vom Namen sicher fast jedem ein Begriff, was aber dort heute produziert wird, wissen genau nur recht wenige. Diesem Missstand wollte Geschäftsführer Dr. Dieter Simon mit seinem Vortrag beim Empfang nun ein wenig Abhilfe leisten.

Das Werk – als Nachfolger der vorher im Zweiten Weltkrieg dort tätigen Heinkel Flugzeugwerke – besteht als Glasfabrikation bereits seit 1948. 1957 wechselte sie ins Haus Degussa, 1965 erfolgte eine Eingliederung in die Schott-Gruppe. 1977 gab es eine erneute Namensänderung in Auer-SOG (Sendlinger optische Glaswerke), nach der Loslösung aus der Schottgruppe kaufte dann der heutige amerikanische Mutterkonzern das Werk und es firmiert seither als Auer Lighting.

Womit auch schon klar auf den heutigen Produktionsschwerpunkt hingewiesen ist: das Thema Beleuchtung. Hier ist das Gandersheimer Werk sogar in drei von fünf Geschäftsbereichen als Weltmarktführer tätig: in der Projektionstechnik (Beamer zum Beispiel), bei der Bühnen- und Studiobeleuchtung sowie in der Haushaltsgerätebeleuchtung (zum Beispiel Backofenlicht). Ein derzeit stark wachsender Bereich sei Licht für Autos, zudem verstehen sich die Gandersheimer auf die Herstellung professioneller Beleuchtungskörper für Straßenlicht oder Museumsbeleuchtung.

Stark rückläufig sei hingegen nach der LED-Revolution das Halogenlicht. Die dafür entwickelte Beschichtungstechnologie ist aber immer noch ein wesentliches Standbein des marktführenden Know Hows, das in Bad Gandersheim auch ständig weiterentwickelt wird. Für bestimmte Beschichtungen ist Auer Lighting weltweit einziger Hersteller.

Innovation sei im Betrieb inzwischen Tradition, so Simon. So sei es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der aktuellen Produkte nicht älter als drei Jahre sei. Jährlich investiert die Firma acht Prozent ihres Umsatzes in eigene Forschung. Rund 400 Mitarbeiter sind bei Auer beschäftigt, und dieses Kapital pflegt die Firma in einem guten Klima.

Nach dem informativen Vortrag gab es wieder Schmorwurst und Kartoffelsalat sowie Gelegenheit zu guten Gesprächen, denn – so Dielzer – schließlich sei Sinn des Treffens auch, Netzwerke zu knüpfen und zu pflegen.rah

Bad Gandersheim

Konkrete Wünsche für „totales Kleinod“

Stadtrat tagt am Dienstag