Nach der „Oase“: Die Selbstorganisation nimmt Fahrt auf

Gemeinschaftsgarten wird weiterentwickelt und neue Projekte sollen angegangen werden / Weitere Mitwirkende immer willkommen

Gemeinsame Projektrunde am Montag im Treffpunkt Klaro: Aufteilung in Untergruppen.

Bad Gandersheim. Der Gemeinschaftsgarten ist da, ins Leben gerufen im Zuge des Oasen-Spiels (wir berichteten ausführlich). Das Spiel ist vorbei, nun gilt es das Erbe anzutreten. Was nicht leicht ist, wie das erste Folgetreffen nach dem Oasen-Spiel am Anfang dieser Woche zeigte. Zu dem waren rund 20 Interessierte – die meisten auch schon Teilnehmer am Spiel – in den Treffpunkt Klaro gekommen.

Im Mittelpunkt standen im Grunde zwei Fragen: Zum einen, wie es mit dem bereits geschaffenen Projekt Gemeinschaftsgarten weitergehen soll, zum anderen, welche weiteren „Träume“ noch existieren und möglicherweise in neue Projekte münden könnten.

Im Fall des Gemeinschaftsgartens sind es schon sehr handfeste und konkrete Schritte, die zuvorderst zu lösen sind. Das Unkraut wachse schneller als man dagegen anroden könne, machte Jutta Hoheisel deutlich und sah sich angesichts eines inzwischen stark geschrumpften Kreises an Mitwirkenden bei der Gartenpflege mit dem Problem überfordert. Es müsse schnell dafür gesorgt werden, den Kreis der an Mitarbeit Interessierten von derzeit rund einer Handvoll wieder anwachsen zu lassen.

Gabi Fuhrmann als Ideengeberin für das Gartenprojekt bündelte die Bedürfnisse und Ideen auf einem Flipboard. Bevor jedoch für das konkrete Problem der Arbeit im Gemeinschaftsgarten eine Lösung gesucht werden sollte, wurden zunächst weitere Themenfelder angesprochen und gesammelt.

Vor allem den Teilnehmern aus der Oasen-Spiel-Gruppe, die das Wohnzimmer im Freien gestaltet hatte, kam der Wunsch, ein Projekt fortzuführen, das sich dem kulturellen Bereich und der Belebung der Innenstadt zuwendet. Geprägt wurde dafür der Begriff eines „Stadt-Campus“. Auf diesem kann dann von Kleinkunst, besonderen, manchmal auch ganz spontanen Aktionen bis zu Festen viel geschehen, was bislang in Bad Gandersheim keinen solchen Platz kennt.

Ernst Gutmüller lag am Herzen, ein Projekt zu initiieren, über das man Bad Gandersheim zu einer besonders seniorenfreundlichen Stadt machen könnte. Ein weiteres Projekt möchte sich mit dem Thema Mobilität befassen. Ganz konkret bleibt natürlich der Gemeinschaftsgarten und mitten drin ist auch das Projekt „Bänke“ noch zuende zu bringen, weil sie zum Eröffnungsfest noch nicht ganz fertiggestellt werden konnten.

Sinnvollerweise teilen sich die Gruppen der verschiedenen Projekte auf, damit nicht immer alles im ganz großen Kreise besprochen werden muss, wie am Montag. Daher trugen sich die Teilnehmer der Runde auf Bögen für die jeweiligen Projekte ein und wollen sich in diesen nun unterein­ander vernetzen. Das Thema Selbstorganisation machte damit auch einen bedeutenden Teil dieses ersten Schrittes aus, das „Erbe der Oase“ weiter gut zu führen und wachsen zu lassen.

Vernetzung ist zudem ein weiteres Stichwort auch im Vorhinein schon gewesen. Mit der Einladung war auf eine Nachbarschaftsplattform im Internet hingewiesen worden, die allen einer gemeinsamen Weiterarbeit interessierten, aber auch Menschen aus Bad Gandersheim darüber hinaus die Möglichkeit bietet, sich miteinander nachbarschaftlich zu vernetzen. Es ist dies die Internetseite www.nebenan.de. Dort ist eine Nachbarschaft Bad Gandersheim derzeit in Aufbau. Sollten sich genügend Interessierte – rund ein Dutzend müssten es wohl mindestens sein – startet die Nachbarschaft.

Die Plattform bietet dann die Möglichkeit, schnell mitein­ander in Kontakt zu treten, Termine einzutragen, Suchbitten und Gebote zu platzieren. Die Kommunikation soll künftig zu wesentlichen Teilen über diese Plattform abgewickelt werden.

Trotzdem wird es auch weitere Treffen geben. Das nächste ist für den Freitag, 21. Juni, im Treffpunkt Klaro geplant.rah

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