Paracelsus

„Bieterschlacht“ offenbar entschieden

Bad Gandersheim. Am Donnerstag hatte „Spiegel Online“ noch über eine „Bieterschlacht“ berichtet, die um die Zukunft des Osnabrücker Paracelsus-Konzerns entbrannt war. Zwei milliardenschwere Investoren standen zur Übernahme des kurz vor Weihnachten in Insolvenz gegangenen Konzerns bereit; sie waren übrig geblieben aus einer größeren Zahl an Interessenten, zu denen auch die in Bad Gandersheim ebenfalls vertretene Helios-Gruppe gehört hatte.

Anders als die im benachbarten Seesen aktive Asklepios-Gruppe war Helios aber bereits ausgestiegen. Neben Asklepios war zweiter Bieter die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Porterhouse Group AG des Industriellensohns Felix Happel.

Insbesondere das Interesse der Asklepios-Gruppe – das bestätigte auch Beschäftigte der Gandersheimer Paracelsus-Kliniken – sei in der Paracelsus-Belegschaft auf große Sorgen und auch Widerstand gestoßen. Asklepios, hieß es, sei als kompromisslos wirtschaftlich orientierter Klinikbetreiber bekannt.

Für den Fall des Zuschlags an diese Gruppe hätten vermutlich alle Beschäftigten mittelfristig mit Abstrichen oder auch zahlreichen Entlassungen rechnen müssen. Zudem war befürchtet worden, dass Asklepios eine Zerschlagung der Paracelsus vornehmen werde. Die gut laufenden Kliniken wären vermutlich in die eigene Mediclin-Gruppe ausgegliedert worden.

Das alles sah bei Porterhouse, die bislang nicht im deutschen Klinikmarkt aktiv ist und durch die Übernahme der Paracelsus in diesen Markt einsteigen würde, ganz anders aus. Investor Happel wurde nachgesagt, dass er aus nachvollziehbaren Gründen an einer Zerteilung der Paracelsus kein Interesse haben könne, weil eben dafür auch keine anderen Gesellschaften zur Verfügung stünden.

Zum anderen hatte sich Happel persönlich um die Mitarbeiter bemüht und möchte vor allem einen Exodus verhindern. Zudem galt er als Vertreter eines nachhaltigen Wirtschaftens, weil Porterhouse kein kurzfristiges Gewinnstreben verfolge, sondern eine langfristige Entwicklung im Sinne mittelständischer Traditionen.

Am Freitag erfüllten sich dann offenbar die Hoffnungen der noch über 5000 Paracelsusmitarbeiter: Der Gläubigerausschuss stimmte einem Verkauf an Porterhouse zu. Zur rechtlichem Umsetzung sind noch weitere Schritte nötig, und auch das Bundeskartellamt muss noch absegnen.

Mindestens die eine Befürchtung ist damit wohl abgewendet. Der Weg in die neue Zukunft unter Porterhouse werde aber weiter ein steiniger sein, wurde Rainer Eckert, Sachwalter der Paracelsus-Kliniken, zitiert. Mit Felix Happel aber gebe es für das Unternehmen wieder eine Perspektive.

Über – teilweise bereits spürbare – Folgen vor Ort berichtet das GK in weiteren Ausgaben.rah

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