Paracelsus investiert Millionen

Mehrere Sanierungsprojekte in der Roswitha-Klinik / Großes Ausbauprojekt in der Gande-Klinik

Großbaustelle Dach: Auf der Paracelsus Roswitha-Klinik laufen seit einigen Wochen...

Bad Gandersheim. Seit einiger Zeit bereits wird an der Paracelsus-Klinik Roswitha im Kurpark gebaut. Dacharbeiten kommen zur Ausführung, das ist selbst vom Kurpark aus leicht wahrnehmbar. Klinikmanager Thorsten Prieß ist glücklich darüber, dass diese an sich schon länger nötigen Arbeiten nun endlich ausgeführt werden können.
Das ist nicht selbstverständlich und bedurfte in der Tat einiger Abstimmungsschritte vorweg, denn die Klinik befindet sich nicht im Besitz der Paracelsus, sondern steht nach wie vor unter Zwangsverwaltung in der Folge der Insolvenz der Vorbesitzers. Mehrere Versteigerungsversuche sind bekanntlich gescheitert. Inzwischen aber ist es dem Verwalter und der Paracelsus gelungen, einen längerfristigen Pachtvertrag über zehn Jahre abzuschließen, womit beide Seiten Rechtssicherheit haben. Das war die Grundlage, auch im Fall der aufwändigeren Dachsanierung eine Einigung zu erzielen. Die sieht vor, dass der Eigentümer sich zur Sanierung verpflichtet, während die Paracelsus zusichert, die Hälfte der Kosten zu tragen.

Vor einigen Wochen konnten die Dacharbeiter nun anrücken und die Großbaustelle auf dem Dach einrichten. Das Flachdach des großen, aus mehreren Bereichen bestehenden Baukörpers erhält eine komplett neue Isolation und Abdichtung.

Über die Arbeiten am Dach gibt es weitere Sanierungsmaßnahmen an der Klinik, die sich Eigentümer und Paracelsus teilen wollen. Als nächster Schritt sei so die Sanierung von Patientenzimmern vorgesehen. Zahlreiche Räume in der fünften und höchsten Etage seien aufgrund von Wasserschäden durch die undichte Dachhaut nicht mehr nutzbar gewesen. Hier sollen die Sanierungen beginnen und sich dann etagenweise nach unten durch das Haus bewegen.

In den Zimmern werden Fenster erneuert und die Bäder modernisiert. Zudem werde mit modernen Farbkonzepten gearbeitet, erläuterte Thorsten Prieß. Auch neue Fußbodenbeläge kommen in diese Bereiche. Mit diesen Arbeiten werde noch im Laufe des Juli begonnen.

Ein weiteres großes Thema – und das nicht nur in dieser Klinik – sind Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes. Auch der in die Jahre gekommenen Außenfassade werde man zuleibe rücken. Für das gesamte Sanierungspaket in der Roswitha-Klinik hat sich die Paracelsus die Jahre 2020 und 2021 als Zeitrahmen gesetzt. Dafür nehme der Konzern einen höheren sechsstelligen Investitionsbetrag in die Hand.

Von Investitionen und Sanierungen profitiert am Standort Bad Gandersheim aber nicht nur die Roswitha-Klinik. Auch nebenan in der Klinik an der Gande (frühere Osterberg-Klinik) steht ein größeres Projekt in den Startlöchern. Die Klinik gehört der Paracelsus.

Zur Zeit werden von der dortigen Orthopädie nur die erste bis dritte Etage genutzt. Der Baukörper verfügt aber auch über vierte und teilweise fünfte Etagen. Diese sollen bald schon ausgebaut und wieder der Nutzung zugeführt werden.

Dazu, so Prieß erläuternd, sei eine in anderen Etagen bereits vorgenommene komplette Entkernung nötig, heißt: Alles muss raus. Danach werde der Zimmerzuschnitt neu gesetzt. Insgesamt gewänne die Klinik durch diesen Ausbauschritt 30 weitere Patientenzimmer hinzu, außerdem sechs Funktionsräume. Die Kapazität der ausgebauten Klinik betrüge am Ende 150 Zimmer. Die gesamte Maßnahme geht deutlich in den Millionenbereich.

Auch eine personelle Veränderung hat es gegeben: Dr. Désirée Herbold, seit 17 Jahren in Bad Gandersheim und Chefärztin in der Gandeklinik, hat auf eigenen Wunsch diese Tätigkeit mit dem 1. Juli aufgegeben. Sie bleibt der Paracelsus laut Thorsten Prieß aber in einigen Belangen weiter erhalten. Im Rahmen der 100. Schmerzkonferenz am 19. August, die immer von Frau Dr. Herbold organisiert wurde, werde es eine kleine Verabschiedung geben.rah

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