Rat: „Wir sind LGS-Stadt 2022“

Beschluss zur Annahme des Zuschlags erfolgt mit ganz deutlicher Mehrheit/Schon Freitag erstes Treffen

Der Moment der vielleicht bedeutsamsten Abstimmung im Rat seit Langem: Mit 17 von 20 Stimmen beschließt der Rat den Zuschlag als LGS-Ausrichter 2022 anzunehmen.

Bad Gandersheim. Nun ist es Fakt: Bad Gandersheim ist die Ausrichterstadt der Landesgartenschau Niedersachsen des Jahres 2022. Am Donnerstagabend fügte der Rat den letzten Baustein ein, der den Weg frei machte: Er fasste mit großer Mehrheit den Beschluss, den bereits erteilten Zuschlag anzunehmen und in die konkreten Vorbereitungen zur Ausrichtung der LGS in viereinhalb Jahren zu starten.

Große Mehrheit heißt dabei 17 von 20 Stimmen für diesen Beschluss, der damit – wie nicht anders erwartet – fraktionsübergreifend gefasst wurde. Zwei Enthaltungen kamen aus den Reihen der CDU, Hendrik Geske und Gunda Sälzer stellten sich damit nicht gegen den Beschluss, wollten aber zugleich ihre weiter bestehenden Bedenken unterstreichen, wie Hendrik Geske in einer Wortmeldung sagte.

Es gab auch eine Gegenstimme: Der Ratsvertreter der Linken, Jürgen Otto, blieb seiner auch vorher schon geäußerten grundlegenden Ablehnung treu und stimmte gegen den Beschluss. Er begründete dies zudem mit einer persönlichen Analyse des Ergebnisses der Bürgerbefragung, das nach seiner Einschätzung nur „ein schwacher Sieg“ für die LGS-Befürworter gewesen sei. Mit seiner Ablehnung sah sich Otto zudem als „Repräsentant der Skeptiker“, die so im Rat wenigstens noch einen erkennbaren Ansprechpartner behielten.

Die breite Ratsmehrheit indes sah das anders. Das Ergebnis sei glücklicherweise doch ein deutliches gewesen, fasste Bürgermeisterin Franziska Schwarz eingangs zusammen. Die Befragung sei ohne Zweifel ein Risiko gewesen, stärke nun aber den Rat in seinem Beschluss, den Weg zur Landesgartenschau zu nehmen. Beigetragen zu diesem Ergebnis haben nach Schwarz ohne Zweifel die breiten Bemühungen, die Zahl der skeptischen Bürger durch Überzeugung zu verringern. Sie sei guten Mutes, dass es in den kommenden Jahren gelinge, auch die bislang noch nicht Überzeugten zu begeistern und eines Tages ebenfalls zu Freunden der LGS zu machen. Die Erfahrungen anderer LGS-Ausrichterorte machen Hoffnung auf eine solche Entwicklung auch in Bad Gandersheim.

Vor der Abstimmung stand die Frage im Raum, wie es denn nun weitergehen werde. Bürgermeisterin Franziska Schwarz erklärte, aufgrund der unerwartet frühen Entscheidung des Landes habe man sogar Zeit gewonnen – die man auch nutzen werde. Bad Gandersheim hatte sich ursprünglich darauf eingestellt, den möglichen Zuschlag erst im November zu erhalten.

So aber fand der erste Gesprächstermin mit der Fördergesellschaft Landesgartenschauen in Niedersachsen bereits am Freitag statt – nur einen Tag nach der Ratssitzung. In diesem ersten Kontakt sollten einige der grundlegenden Fragen wie nach einem groben Rahmenterminplan für weitere Schritte angesprochen und soweit möglich geklärt werden.

Danach werde es zügig weitergehen, so Schwarz. Was bedeutet, es wird so bald wie möglich zur Gründung der Durchführungsgesellschaft kommen, die dann das Heft des Handelns in die Hand nimmt. Wer in diese berufen wird, welche Positionen auszuschreiben und mit Fachleuten zu besetzen sind, wann die Durchführungsgesellschaft die Arbeit aufnimmt und zum Beispiel den Architektenwettbewerb für die eigentliche Beplanung der LGS ausschreibt, wird sich in den nächsten Wochen bereits klären. Eine spannende Zeit hat für Bad Gandersheim begonnen und ein bisschen ist schon die damit verbundene und erhoffe Aufbruchstimmung zu spüren.rah

Bad Gandersheim

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