Schnute: Ortswehr selbst hat Problem erzeugt

Aussagen des Ortsbrandmeisters zum Erweiterungsbau bei der Jahreshauptversammlung werden aus dem Bauamt korrigiert

Objekt widersprüchlicher Aussagen: der Erweiterungsanbau am Feuerwehrhaus.

Bad Gandersheim. Die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Bad Gandersheim ist nun schon einige Wochen her. Doch mit den Ausführungen, die Ortsbrandmeister Wilfried Nobel im Rahmen der Versammlung zum Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses getroffen hatte, löste er Nachbeben aus.

Grund, sich mit Nobels Äußerungen auseinanderzusetzen, sah vor allem Bauamtsleiter Jürgen Schnute. Er fasste seine Aussagen in folgendem Schreiben an den Ortsbrandmeister zusammen, das wir hier im Wortlaut wiedergeben:

„Ich nehme Bezug auf die Jahreshauptversammlung der Ortswehr Bad Gandersheim vom 22. Februar und die von Ihnen getätigten Aussagen zu dem Bauvorhaben, die von mir weder inhaltlich noch hinsichtlich der Art und Weise der Darstellung akzeptiert werden können.
Zunächst einmal erwecken Sie den Eindruck, die Kostenentwicklung wäre der Stadtverwaltung ‘aus dem Ruder gelaufen’. Tatsächlich verhält es sich jedoch so, dass zunächst einmal pauschal, ohne jegliche Kostenschätzung oder Ermittlung ein Ansatz von 450.000 Euro als ‘Hausnummer’ in den Haushalt aufgenommen wurde, um die Planungen überhaupt beginnen zu können.

Bei dem Ansatz des Jahres 2017 wurden dann aufgrund einer sehr groben Schätzung, die weder das Mobiliar noch die Gestaltung der Außenanlagen umfasste, die verfügbaren Mittel auf 650.000 Euro aufgestockt. Eine weitere, erstmals auf einer konkreten Kostenermittlung, basierende Aufstockung erfolgte im Haushalt 2018. Auf Grundlage dieser Ausgabeermächtigung erfolgten schließlich die Vergabeverfahren für die einzelnen Fachgewerke.

Obwohl bei einzelnen Gewerken marktbedingte Überschreitungen der kalkulierten Kosten eintraten, konnte der Finanzierungsrahmen im Wesentlichen eingehalten werden. Vollkommen aus der Luft gegriffen, wurde von Ihnen eine Bausumme von 1,5 Millionen Euro genannt, die jeglicher Grundlage entbehrt.
Weiterhin behaupteten Sie, die Feuerwehrunfallkasse (FUK) habe mit der Stilllegung der Baustelle gedroht und weiter, erst auf Anmahnen der Ortswehr habe eine Abstimmung mit der FUK stattgefunden. Zunächst einmal besitzt die FUK keinerlei Kompetenz zur Stilllegung von Bauvorhaben. Zudem war die FUK ebenso wie die Ortswehr Bad Gandersheim von Beginn an in die Planungen eingebunden.

Die Initiative ging dabei vom beauftragten Architekten, nicht von der Wehr aus. Dass bei einem derart komplexen Vorhaben ein fortwährender Abstimmungsbedarf besteht, versteht sich von selbst. Die anstehenden Problemstellungen wurden jedoch stets konstruktiv diskutiert und letztlich gelöst. Die Behauptung, die fortgeschrittene Planung habe im Widerspruch zu den Forderungen der FUK gestanden, entbehrt jeglicher Grundlage und muss schon als diffamierender Angriff auf die Bauleitung aufgefasst werden.

Ebenso unhaltbar ist der Vorwurf, die aus statischen Gründen ausgeführten Säulen im Versammlungsraum hätten bei rechtzeitiger Abstimmung vermieden werden können. Vielmehr verhält es sich derart, dass in diesem Bereich ursprünglich aufgrund der mit der Ortswehr abgestimmten Planung sogar ganze Wände und von diesen abzweigend Zugänge zum Versammlungsraum sowie zum Raum der Jugendfeuerwehr vorgesehen waren. Nachdem die Tragwerksplanung auf Grundlage dieser abgestimmten Planung ausgearbeitet war, begehrte die Ortswehr jedoch eine Änderung dahingehend, dass beide Räume miteinander verbunden werden können sollten.

Da zum Zeitpunkt der Äußerung dieses Änderungswunsches die Fertigteile für die Decke auf der Grundlage der genannten Tragwerksplanung bereits gefertigt waren, musste eine kreative Lösung gefunden werden, um diesen verspätet geäußerten Wunsch der Ortswehr zu erfüllen. Diese Entwicklung allein ist Grund für die Ausführung der Säulen, nicht eine zu spät erfolgte Abstimmung mit der Ortswehr.

Resümierend ist festzustellen, dass die Ortswehr Bad Gandersheim mit dem fertiggestellten Bauvorhaben eines der modernsten und komfortabelsten Gerätehäuser der Region erhält, das sicherlich keinen Anlass bietet, die Euphorie zu verlieren.“rah

Bad Gandersheim

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