Treffpunkte mit Kultstatus in der Kernstadt

Gandersheimer Wirtschaftsforum plant Aktivitäten für 2020 / Stadtfeste und Märkte sollen viele Besucher in die Roswithastadt locken

Gartengeräte gehören zur Auswahl beim Frühlingsfest.

Bad Gandersheim. Das Gandersheimer Wirtschaftsforum (GWF) plant für 2020 vier Stadtfeste und möchte andere Veranstaltungsformate weiter etablieren. Mit den Aktivitäten in den zurückliegenden zwölf Monaten ist das GWF zufrieden, berichtet Vorsitzender Karsten Dielzer. „Es war ein gutes Jahr“, so der Vorsitzende.

Den Auftakt im Programm macht traditionell das Frühlingsfest, das noch nicht terminiert ist. „Wir müssen daran arbeiten, mehr Aussteller zu gewinnen“, benennt Dielzer ein wichtiges Ziel. Gewünscht seien insbesondere Anbieter, die mit ihren Offerten einen unmittelbaren Bezug zum Thema Frühling herstellen. Dielzer denkt dabei unter anderem an „Gartenzubehör“ von Gartenhäusern bis zu Rasenmähern. Die Besucherzahl sei 2019 mit rund 4.000 bis 5.000 ähnlich hoch gewesen wie im Vorjahr.

Wie auch bei den anderen Märkten kämen die Veranstaltungsgäste aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern. Auch weiterhin soll es Verkaufsstände geben, die von Lebensmitteln über Kleidung bis zu Alltagsartikeln ein breites Sortiment ohne Jahreszeitenbezug bereit halten. Hierfür gebe es einen festen Beschickerstamm, der auch noch wachsen soll. Für das Rahmenprogramm ist wieder eine Oldtimerparade geplant.

Genau wie der Bauernmarkt steht das Frühlingsfest in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Die Händler seien bei beiden Anlässen zufrieden, „weil auch Kunden kamen, die sie sonst nicht sehen“. Die zusätzlichen Einkaufszeiten seien ein wichtiger Posten in der Umsatzbilanz. Der Termin für die diesjährige Auflage des Stadtfestes soll wieder mit den Verantwortlichen des hauptamtlichen Stadtmarketings in Seesen abgestimmt werden.

Das zweitägige Altstadtfest beginnt wie üblich am ersten Freitag im September, der in diesem Jahr auf den 4. September fällt. Die Aktivitäten würden sich von der Moritzstraße und dem Marktplatz in Richtung Osten verlagern, beschreibt Dielzer einen Trend. Der Bereich vor dem Dom und die Stiftsfreiheit werde immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt. Vor der Bühne in der Moritzstraße habe es 2019 an beiden Tagen mehr Betrieb als im Vorjahr gegeben.

Eine besondere Herausforderung sei es, den Marktplatz attraktiv zu gestalten. Dies habe das GWF im vergangenen Jahr mit der Umstellung der Bühne versucht. In früheren Jahren seien es eher ältere Menschen gewesen, die sich im Bereich des Marktplatzes aufhielten, doch diese Besuchergruppe komme heute nur noch in begrenzter Zahl, das Publikum werde kontinuierlich jünger.

Beim vergangenen Fest habe die Absage des Andechser Standes den Organisatoren weh getan. „Das hat uns geärgert und ein Loch gerissen“, sagt Dielzer. „Wir hoffen, dass der Stand dieses Jahr wieder dabei ist.“ Das Konzept, mehr mit Discjockeys als mit Livebands zu arbeiten, sei aufgegangen. Im Gegensatz zu einer Liveband könne ein Discjockey spontan auf alle Wünsche reagieren.

Der Bauernmarkt, der für Sonntag, 4. Oktober, angesetzt ist, soll als Plattform für regionale Produkte noch weiter ausgebaut werden, kündigt Dielzer an. „Wir wollen noch mehr lokale, regionale Anbieter gewinnen“, konkretisert der 57-Jährige und ergänzt: „Da ist noch deutlich Potenzial.“ Mit dem Verlauf der vergangenen Auflage seien alle Teilnehmer zufrieden gewesen. „Viele waren schon kurz vor dem Ende ausverkauft“, berichtet der GWF-Vorsitzende.

Den Schlusspunkt bildet wieder der Weihnachtsmarkt vom 3. bis 13. Dezember. „Meine Hoffnung ist, dass wir ihn vielleicht auf drei Wochen ausdehnen können. Die Leute wollen es. Der Bedarf ist schon da“, erklärt Dielzer. Im günstigsten Fall könnte die Ausdehnung schon in diesem Jahr geschehen.
Der vergangene Weihnachtsmarkt habe sich möglicherweise sogar finanziell selber getragen. Die positive Entwicklung spiegele auch der Zulauf durch neue Aussteller wider, die auch länger die Buden besetzten. Viele Besucher hätten den Markt als „sehr gelungen“ bezeichnet. Lob habe es für die Zelte gegeben, die es bei anderen Märkten nicht gebe.

Fortgesetzt werden sollen die Unternehmensbesichtigungen. Sie böten die Gelegenheit zu sehen, was für ein Leistungsspektrum regional ansässige Firmen haben und wie sie arbeiten. Nach der Premiere im vergangenen August soll die Reihe „Auf einen Drink“ in 2020 fortgesetzt werden. Einbringen will sich das GWF auch wieder im Stadftentwicklungsausschuss.

Sehr positiv sei die Zusammenarbeit mit Citymanager Alexander Rudnick. Als Außenstehender könne er leichter die Finger in Wunden legen und Impulse setzen. Dabei sei zunächst eine Bestandsaufnahme potenzieller Ladenflächen wichtig und das Ausloten, wo Flächen zusammengelegt werden könnten. Notwendig sei auch eine Bündelung der Kräfte, die im Bereich Stadftmarketing aktiv sind. „Wir hoffen, dass sich etwas bewegt.“

Etwas bewegen sollte sich aus Sicht des GWF auch beim Parken. „Kostenfreies Parken für zehn Minuten für kurze Besorgungen wäre unser Wunsch.“ Sehr gut angenommen werde die Facebook-Seite des GWF, die eine gute Möglichkeit biete, auf Fragen zu antworten.

Von der Landesgartenschau 2022 erhoffe sich das GWF, dass der Kurbereich attraktiver wird, der 70er-Charme verschwindet und wieder mehr auswärtige Besucher nach Bad Gandersheim gelockt werden. Sorgen bereiten dem GWF die Mitgliederzahlen. Von der Spitze bei 100 seien sie auf mittlerweile 80 gefallen. Eine Mitgliedschaft biete die Möglichkeit „an einem Strang zu ziehen, die eigene Stadt zu stärken und Besuchern ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten“, so Dielzer.art