Über das Leben und Wirken einer bedeutenden altgriechischen Lyrikerin

Eindrucksvolle Lesung mit Achim Lenz im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums frauenOrt

Achim Lenz bei seiner Lesung auf der Empore der Klosterkirche in Brunshausen.

Brunshausen. Leider weiß man nicht viel über die antike griechische Dichterin, deren ungefähre Lebenszeit zwischen 607 und 560 v. Chr. anzusiedeln ist. Aber das, was von Sappho noch zu belegen ist, konnten die Gäste am Freitag in einer Lesung anlässlich des fünfjährigen Jubiläums frauenOrt mit Achim Lenz (Intendant der Gandersheimer Domfestspiele) erfahren.

Die Lesung fand auf der Empore der Klosterkirche in Brunshausen statt. „Da nur so wenig vorhanden ist, bitte ich Sie, die einzelnen Worte zu schmecken“, so Lenz zum Publikum. Sappho gilt als wichtigste Lyrikerin des klassischen Altertums und lebte in Mytilene auf der Insel Lesbos in der Nordägäis, dem kulturellen Zentrum des siebten vorchristlichen Jahrhunderts.

Sappho gehörte der Oberschicht an und stand einer Gruppe Mädchen vor, was man aus heutiger Sicht als ein Mädchen-Internat bezeichnen würde. In ihren Dichtungen spielt die Liebe eine wichtige Rolle. Zum Werk der Sappho gehörten Götterhymnen, Hochzeits- und Liebeslieder, die in der Antike in neun Büchern gesammelt waren. Sie entstammte einem alten mytilenischen Adelsgeschlecht. Wie Lenz berichtete, sei aus dem Marmor Parium überliefert, dass Sappho aus Mytilene verbannt worden und nach Sizilien gefahren sei.

Nach ihrer Rückkehr gründete sic das Internat. Sie unterrichtete die jungen Frauen in musischen Fertigkeiten wie Poesie, Musik, Gesang und Tanz und trat mit ihnen bei Festen zu Ehren der Götter auf. Auf eindrucksvolle Weise verlas Achim Lenz nicht nur die Gedichte, sondern beschrieb auch, die Verbindung Sapphos zu den jungen Mädchen, die sie in die Welt einführte. Besonders wichtig sei der Lyrikerin dabei gewesen, was jede Einzelne in der Gruppe besonders auszeichnete, und nicht das, was von der Gesellschaft vorgeschrieben war. „Sappho lag das Spezielle, was jeder Mensch hat, besonders am Herzen“.hn

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