Vereine wären stark betroffen

Mögliche Schließung der Turnhalle Gebäude 5 des Gymnasiums würde sogar konkrete Existenznöte auslösen

Vor Kurzem fanden die Turn-Kreisfinals in der Halle statt. Für den MTV wäre der Verlust der Sportstätte wohl das Ende des Leistungsturnens in Bad Gandersheim, so der Verein.

Bad Gandersheim. „Eine Schließung der kleinen Sporthalle des Gymnasiums bedeutet ein Aus für den Tanzsport in Bad Gandersheim.“ Diese erschütternde Aussage trifft die 1. Vorsitzende des Tanzclubs Schwarz-Gold Bad Gandersheim, Kerstin Strack. Zu über 90 Prozent findet das Vereinstraining in dieser Sporthalle statt. Eine Schließung würde die Existenz des TC massiv gefährden, da es keine Ausweichmöglichkeiten gibt und alle anderen Sporthallen abends von anderen Vereinen belegt sind. „47 Jahre nach der Vereinsgründung könnte eine solche Entscheidung des Landkreises Northeim das Aus für unseren Verein bedeuten.“

Die Frage nach dem Erhalt der Turnhalle bereitet der Schule und den Sportvereinen zunehmend Sorgen. Die Uhr tickt, denn der Landkreis will den Bestand der sanierungsbedürftigen Halle zum momentanen Zeitpunkt nur bis Ende 2020 garantieren. Vereine, Schule und Landkreis sind in Gesprächen, um nach einer Lösung für alle Seiten zu suchen. Die Schule hat aus eigenen Mitteln bereits die dringendsten Maßnahmen vorgenommen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Für die notwendige große Sanierung stehen jedoch keine Gelder zur Verfügung.

Die allerdings könnten über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen, Sport, Jugend und Kultur“ eingeworben werden. Den entsprechenden Antrag hat der Landkreis bereits gestellt und wartet derzeit auf Antwort, ob die Sanierung in das Programm aufgenommen wird.

Mit ihren Sorgen steht die Vorsitzende des Tanz-Clubs nicht alleine da. Nutzer der Halle sind außer dem TC auch der MTV Bad Gandersheim, die Spielvereinigung Grün-Weiß, die Sportfreunde und der SV Harriehausen mit unterschiedlichsten Abteilungen. Besonders betroffen ist der MTV Bad Gandersheim, wie Vorstandsmitglied Petra Siegmann ausführt: „Der Wegfall der Halle 5 wäre für unsere Leistungsturnabteilung eine Katastrophe.“ Die circa 40 Turner verschiedener Altersgruppen nehmen regelmäßig an Hin- und Rückrundenwettkämpfen auf Kreis- und Landesebene teil, die Halle dient ihnen als wichtiger Trainingsraum, da sie mit ihren fest installierten Einbauten ideal für Turnbedürfnisse ausgestattet ist. Ende Juni dieses Jahres beabsichtigt der Verein rund um die Halle 5 des Roswitha-Gymnasiums auch das Kreis-Kinder-und-Jugendturnfest auszurichten. Das wäre künftig ohne die Halle nicht mehr denkbar.

Auch für den SV Harriehausen drohen Trainingszeiten alternativlos zu entfallen. Dies betrifft vor allem die Fußballer, die die Halle im Winterhalbjahr nutzen, wie der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Kiehne erläutert.
Bei den Sportfreunden wären Gesundheitssport und Zumba in Gefahr, so die 2. Vorsitzende Brigitte Pils. „Sport gehört heute zu einem gesunden Lebensstil dazu“, plädiert sie für den Erhalt der Halle.

Nicht zuletzt deswegen liegt ein Erhalt auch im Interesse der Stadt Bad Gandersheim. Bürgermeisterin Franziska Schwarz sähe in einer Schließung einen großen Verlust. Die Halle als Sportstätte habe eine große Bedeutung für alle gesellschaftlichen Gruppen. „Der Tanzsport musste auf die Halle nach dem Wegfall des Kurhauses ja ohnehin schon als Ersatz ausweichen“, verdeutlicht die Bürgermeisterin.

Die Gespräche laufen weiter und die Hoffnung ruht auf dem laufenden Antrag auf Bezuschussung aus dem Bundesprogramm. Die Vereine haben allerdings deutlich gemacht, mit weiteren Aktionen bei diesem Thema am Ball zu bleiben.jag

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