Zweiter Sieg beim Roswitha-Kunstpreis

Heckenbecker Schülerin wieder mit der besten Arbeit / Anspruchsvolle Aufgabenstellung

Verleihung des Roswitha-Kunstpreises 2019 im Stadtmuseum.

Bad Gandersheim. Am Freitag ist – inzwischen zum siebenten Mal – wieder der Roswitha-Kunstpreis vergeben worden. Dies unter großer Anteilnahme im Biedermeierzimmer des Stadtmuseums, wohin die Ausrichter diesmal ausgewichen waren. Die Raumverhältnisse boten gerade genug Platz für Beteiligte wie Interessierte.
In diesem Jahr lautete das Motto „Das pralle Leben in Bad Gandersheim“. Dabei sah die Wettbewerbsaufgabe vor, die Buchstaben des Stadtnamens künstlerisch so in Szene zu setzen, dass sie dieses „pralle Leben“ darstellen würden. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabenstellung.

Die Teilnehmer wurden damit aber nicht allein gelassen. Die Ausschreibung des Wettbewerbs enthielt in einem „Reader“ Hinweise und Beispiele als Anregungen. Außerdem gab es ein Treffen, bei dem zahlreiche weitere Tipps gegeben und Fragen beantwortet werden konnten.

Angesprochen waren als Teilnehmerkreis die Klassen 9 bis 11 des Gymnasiums, 9 und 10 der Oberschule und die Freie Schule in Heckenbeck. Aus diesem Potenzial gelang es nach den Worten von Wettbewerbsteamleiter Norbert Braun immerhin, etwas mehr als ein Dutzend Wettbewerbsbeiträge eingereicht zu bekommen. Aus diesen wurden die drei besten Arbeiten für Geldpreise von der Jury mit Ulla Feiste und Johannes Hübner erwählt.

Auch alle anderen Teilnehmer gingen aber nicht leer aus: Alle bekamen für die Teilnahme eine Urkunde und eine Kinokarte als Dank. Zudem wird ihr Engagement sogar lobend im Schulzeugnis Erwähnung finden.

Gewinnen aber konnte am Ende nur ein Beitrag. Die besten drei wurden in der Folge vom dritten zum ersten Platz nacheinander vorgestellt und von Johannes Hübner kommentiert.

Dritter wurde Vincent Kues. Der Oberschüler hatte die Buchstaben des Stadtnamens in ein positiv ausstrahlendes Bild integriert, in dem Stiftskirche bodenständiger Fixpunkt war, um den herum das pralle Leben buchstäblich tobte. Einen ganz anderen Ansatz hatte Alicia Osmanaj vom Roswitha-Gymnasium verfolgt. Bei ihr waren die Buchstaben so in ein Bild der Außenterrasse eines Cafés integriert, dass sie nicht sofort ins Auge sprangen, dem Bild – das in Vielem stark der Grundstruktur des bekannten „Café de nuit“ von van Gogh entlehnt schien – aber immer wieder neue Details entlockte. Die beiden Platzierungen wurden neben der Urkunde mit einem Geldpreis von jeweils 100 Euro belohnt.

Wieder eine völlig andere Herangehensweise hatte die Siegerin gewählt. Clara Woldts Bild „Zukunft – es ist auch Deine!“ hatte im Zentrum eine Art Vase, deren zwei Seiten sich umbiegende Kirchentürme waren. Die Buchstaben des Stadtnamens waren in Elemente verwoben, wie eine Festspielbühne, Uhr, Vasenboden und anderes mehr. Claras Bild basierte auf den aktuellen Protesten für den Klimaschutz. Die fanden mit bekannten Sprüchen im oberen Teil der Vase ihren Platz als pralles Gandersheimer Leben.

Um die Vase herum aber ist die Welt, von der sich Bad Gandersheim nicht abkoppeln kann. Da sind im Bild ebenfalls Flüchtlinge in einem Schlauchboot, von denen einige auch nach Bad Gandersheim gerettet werden, versengt eine grelle Sonne die Landschaft, in der nur noch ein Baum steht und ein Rettungswagen vielleicht seine letzte Mission fährt. Das alles, so Hübner verdichte enorm die gewünschte Aussage und sei zudem handwerklich so gut gemacht gewesen, dass der erste Preis und die dazugehörigen 300 Euro die logische Folge waren.

Dem einen oder anderen mögen Name und Gesicht der Siegerin bekannt vorkommen: Tatsächlich hatte sie auch schon im Vorjahr den Sieg davontragen können, was Norbert Braun zur Bemerkung veranlasste, man könne der Schülerin der Freien Schule Heckenbeck nun wohl sicher ein besonderes künstlerisches Talent bescheinigen.

Dem schloss sich auch Bürgermeisterin Franziska Schwarz an, die das hohe Niveau bei den Kunstpreisen lobte und es als Geschenk für die Stadt bezeichnete, was die Schüler in ihren Ergebnisse ablieferten.

Vielleicht trage das alles ja auch dazu bei, Bad Gandersheim ein wenig mehr als Heimat zu empfinden. Heimat sei da, wohin man gerne zurückkehre. Und wenn man das später so empfinde, habe der Wettbewerb auch damit ein Ziel erreicht, so Braun, bevor er den Unterstützern und Sponsoren des Wettbewerbes dankte. Für die oder eine der kommenden Auflagen ist dann auch eine Verbindung zur Landesgartenschau angedacht.rah

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