Aktueller Stand der Leinebrücke Olxheim-Garlebsen: NDR-Team vor Ort

Brückenteile werden vor Ort gegossen / „Ohne die Proteste hätten wir das nicht geschafft“ / Bericht auf „Hallo Niedersachsen“

Das NDR-Team hat Hans-Jörg Kelpe, Stephan Lehne und Editha Brackmann begleitet.

Garlebsen/Olxheim. Am vergangenen Montag war der NDR in Olxheim, um über den aktuellen Stand der Leinebrücke im Rahmen der „Hallo Niedersachsen“-Reihe „Nachgefragt, Nachgehakt“ zu berichten. Die Bewohner aus Garlebsen, Olxheim und Ippensen sind immer noch sehr stolz, dass sie durch die Proteste vor beinah sieben Jahren und ihren Zusammenhalt so viel erreicht haben.

Die Geschichte

„Am 24. Juli 2014 erfuhren wir durch die Zeitung davon, dass die Brücke abgerissen werden soll“, berichtet Hans-Jörg Kelpe, Ortsbürgermeister. „Zwei Tage später bekamen wir die offizielle Mitteilung. Danach kamen wir zu einer Ratssitzung zusammen, an der 110 Personen teilnahmen“. Ein Abriss der Brücke kam für die Bewohner der drei Dörfer nicht in Frage. Um sich gegen dieses Vorhaben zu wehren und auf sich aufmerksam zu machen, gründete sich die Initiative „Pro Leinebrücke“.

Um deutlich zu machen, was der Abriss der Brücke für die Dörfer bedeutet, wurde am 28. August 2014 der Kreistag nach Olxheim eingeladen. „Wir haben den Anwesenden dann gezeigt, wie sich zum Beispiel Hochwasser auf die Straßen auswirkt und welche Umwege ohne die Brücke in Kauf genommen werden müssten“, erinnert sich Kelpe. Bei Hochwasser würde beispielsweise die L 592 zwischen Billerbeck und Ippensen gesperrt werden.

Am 3. September 2014 tagte der Ausschuss für Bau, Umwelt und Regionalplanung des Kreistags Northeim im Dorfgemeinschaftshaus Garlebsen. Davor gab es einen Protestmarsch von Olxheim aus über die Leinebrücke bis zum Dorfgemeinschaftshaus Garlebsen, der damals schon vom NDR begleitet wurde. Editha Brackmann aus Olxheim hat eines der Transparente von damals aufgehoben. „Es hätte ja sein können, dass wir es nochmal brauchen“. Ebenfalls noch in ihrem Besitz befindet sich das „Fährschild“. Dieses wurde damals unter dem Ortswegweiser von Garlebsen nach Olxheim angebracht. „Damals sind die Fahrradfahrer, die durch Garlebsen fuhren dann extra zu der Brücke runtergekommen und haben gefragt, wo denn die Fähre sei. Wir haben zu dieser Zeit Unterschriften gesammelt und bekamen auch welche von eben diesen Radfahrern“, erzählt Brackmann. Insgesamt kamen 5380 Unterschriften für den Erhalt der Leinebrücke zusammen.

Während der damaligen Ausschussitzung berichtete ein Gutachter über die Gefahr des plötzlichen Einsturzes der Brücke. Grund dafür war der im Baujahr 1951 verwendete Spannbeton, der „nicht in der heutigen Güte vorhanden gewesen“ war. Dadurch kam es zu einer Rostbildung, die auch durch Sanierungsmaßnahmen nicht beseitigt werden konnte. Es folgte die Vollsperrung am 10. September 2014.

Die letzte Hürde die es zu bewältigen gab, war die Kreistagssitzung am 17. Oktober. Für diese sprach der Bauhof die Empfehlung aus, die Brücke zu erneuern. Während der Sitzung wurde einstimmig beschlossen, die Brücke wieder aufzubauen. Bis dahin wurde eine Behelfsbrücke errichtet.

„Wir haben damals verschiedene Möglichkeiten durchgespielt. Es stand auch zwischendurch die Variante im Raum, die Behelfsbrücke stehen zu lassen, das würde aber zu viel Kosten“, berichtet Stephan Lehne aus dem Ortsrat. Die Brücke würde im Monat 2700 Euro kosten.

„Ich bin stolz, dass wir das zusammen erreicht haben. Ohne diese Proteste hätten wir das nicht geschafft. Dann gäbe es hier einen Angelplatz“, ist sich Brackmann sicher. Als nächster Schritt wird die Brücke über der Leine wieder errichtet. Dazu berichtete Brackmann in der Sitzung des Ortsrats Garlebsen, dass die notwendigen Baumentfernungen für den Bau abgeschlossen sind. Die Teile der Brücke würden alle vor Ort gegossen werden – es gibt dementsprechend keine Anlieferung von Fertigteilen. Der Bau wird ungefähr ein Jahr dauern.

„Man sieht also, es geht weiter voran“, so Kelpe. Um das Ergebnis der damaligen Proteste festzuhalten, war ein Team vom NDR vor Ort, um zu erfahren, was sich in den letzten sechs Jahren getan hat. Der Reporter Marco Schulze, der seit sieben Jahren beim NDR ist, hat bereits 2014 über die Proteste berichtet. Auch er kann sich noch gut an diesen Tag erinnern: „Es war einer meiner ersten größeren Beiträge. Es war unglaublich, wie viele Leute mitgemacht haben“. Alle drei Dörfer haben derzeit ungefähr 330 Einwohner sagt Kelpe und Schulz bestätigt, dass ungefähr so viele an den damaligen Protesten teilgenommen haben. Begleitet wurde Schulze von Kameramann Jörg Teiwes und Kameraassistentin Frederike Castenow.

Die Ausstrahlung in „Hallo Niedersachsen“ sollte am gestrigen Mittwoch erfolgen und damit in einer Wiederholung am heutigen Vormittag um 11 Uhr.hei