Am Runden Tisch ein Gesamtkonzept erarbeiten

Kloss-Antrag zu Skaterpark, Rollschuh-Fläche, Kunstrasenplatz: Geschätzte hohe Kosten

Die Skateranlage am Bahnhof Kreiensen, für die der Ortsrat Kreiensen zuständig ist.

Einen Outdoor-Skaterpark, eine Outdoor-Rollschuh-Übungsfläche und einen Kunstrasenplatz für die Kernstadt hat der parteilose Ratsherr Alexander Kloss im vergangenen Sommer beantragt. Die Stadtverwaltung hat das jetzt geprüft und die Ergebnisse im Ausschuss für Kultur, Schule und Sport vorgestellt. Mit Blick auf die geschätzten hohen Kosten hat sich der Ausschuss dafür ausgesprochen, an einem Runden Tisch über vermutlich andere Lösungen für die Sportanlagen zu suchen.

Kreiensen. Nach Angaben der Verwaltung sind für den Bau eines Kunstrasenplatzes mit 550.000 bis 800.000 Euro zu rechnen. Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass ein Skaterpark mehr als 700.000 Euro kosten würde. Die Investition für eine überdachte Rollschuh-Übungsfläche konnten in Anlegung an den Skaterpark nur geschätzt werden. Insgesamt bezifferte die Stadtverwaltung das Volumen des Gesamtprojekts mit 2,24 Millionen Euro, ausgehend von den Maximalwerten. Allerdings müsse man den derzeit extremen Anstieg bei Baukosten bedenken. Weiter wurden die Folgekosten für Unterhaltung, Pflegegeräte, Reinigung und ähnliches als nicht unerheblich eingeschätzt. Die Aussichten für eine Landesförderung beurteilte die Verwaltung zudem als „äußerst gering“.

Er habe sonst mehrfach die aus seiner Sicht zu knappen Stellungnahmen der Verwaltung kritisiert, stelle Alexander Kloss fest. Hier sei aber eine ausführliche Vorlage erarbeitet worden. Auch wenn er sich mit Visionen äußere, so sei er doch immer auch Realist, und aus dieser Perspektive bleibe dem Ausschuss eigentlich kaum etwas anderes übrig, als seinen Antrag abzulehnen. Die finanziellen Belastungen seien heute und auf absehbare Zeit so nicht zu stemmen.

Insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Finanzen durch die Corona-Pandemie liege die Summe „schwer im Magen“. Allerdings bitte er darum, das Thema noch nicht endgültig zu begraben. Vielmehr sollte die Verwaltung eine Diskussion mit den Vereinen anstoßen. Es gehe ihm nicht, so Kloss, um ein unnötiges Prestigeprojekt oder teure Infrastruktur für einen kleinen Kreis von Nutzern, sondern er sehe konkreten Bedarf von verschiedenen Seiten, denen man bestmögliche Trainingsbedingungen und Bewegungsflächen bieten könnte. Neben den Vereinen kämen die Schulen hinzu. Somit sei das ein Projekt der Zukunftssicherung für eine Infrastruktur, die vielen Menschen in der Stadt zugute komme. Zudem sei der Hartplatz im Stadion in schlechtem Zustand, sodass erheblicher Investitionsaufwand zu erwarten sei. Ein Kunstrasenplatz dort würde den stabilen Untergrund nutzen, und viele Baukosten könnten eingespart werden. Wichtig, betonte er, sei die gemeinsame Weiterentwicklung des Areals an der Schützenstraße. Die Diskussion mit den Betroffenen an einem Runden Tisch sollte vor einer Entscheidung darüber stehen, welche Weichen für die größte Sportstätte im Stadtgebiet gestellt würden.

Elternvertreter Dirk Strohmeyer erinnerte, dass an der Grundschule am Teichenweg 5.000 Euro für ein Kletternetz privat beschafft werden mussten, weil die Stadt dafür kein Geld gehabt habe. Er finde es schade, dass ein Antrag mit diesen finanziellen Auswirkungen nun nochmal beraten werden sollte.

Auf die hohen Kosten schaute auch Klaus-Reiner Schütte, SPD. Selbst langfristig wäre ein solches Gesamtpaket nicht zu finanzieren, und jährliche Bewirtschaftungskosten seien noch gar nicht enthalten. Ein Kunstrasenplatz sei in der Pflege besonders teuer, warnte er. Erst einmal sollten Sanierung und Erhalt der bestehenden Anlagen Thema sein. Einen runden Tisch mit Vereinen, um den Sanierungsbedarf zu ermitteln, sei gut, und man könne auch mittelfristig ein Sanierungskonzept für die Gesamtvorschläge erarbeiten. Dabei sollte man alles einbeziehen, auch die Stadionsporthalle, bei der ebenfalls erhebliche Sanierungskosten zu erwarten sei. Er stellte weiter fest, dass ein Bau über Vereine günstiger sein könnte, weil sie andere Fördermöglichkeiten hätten.

Kunstrasenplatz / Skateranlage

Mit dem Landkreis wäre zu sprechen hinsichtlich des Kunstrasenplatzes in Greene, und Schütte verwies auf die Skateranlage am Bahnhof Kreiensen, für die der Ortsrat Kreiensen seit 15 Jahren zuständig sei und die man eventuell mit weiteren Rampen verbessern könne. Der Ausschuss sollte sie sich bei einem Ortstermin einmal ansehen.

Der Runde Tisch biete die Möglichkeit, dass die Interessen der Vereine abgefragt würden sowie deren Bereitschaft, sich einzubringen, stellte Petra Bohnsack, BLGfE, fest.

Er sehe eine „spannende Rolle rückwärts“ von Alexander Kloss, sagte Detlef Martin, SPD. Bei der Antragstellung im vergangenen Sommer sei die finanzielle Lage der Stadt auch nicht besser gewesen als jetzt. Er halte es „für sowas von unredlich“, mit solchen Hoffnungen unterwegs zu sein. Die Erwartungen seien absolut nicht zu erfüllen, auch auf lange Sicht nicht. Beim Schwimmbad der Geschwister-Scholl-Schule kämpfe man sozusagen „um jede Kachel“. Man könne Vereinen auf diese Weise auch schaden, wenn man etwa davon spreche, dass ein „langgehegter Wunsch der SVG“ umgesetzt werde. Das sorge für Unruhe in den Dörfern, wo die Vereine für ihre Anlagen zuständig seien. Er verwies ebenfalls auf Fördermöglichkeiten für Vereine. Beim Niedersächsischen Fußballverband gebe es spezielle Lehrgänge dafür.

Den Runden Tisch viel weiter zu fassen, dafür warb Andreas Fillips, SPD: Auch aus den Dörfern gebe es eine Initiative für einen Kunstrasenplatz, mit dieser Gruppe sollte man sich gleichfalls auseinandersetzen.

Er habe, betonte Kloss, seinen Antrag mit vielen Beteiligten abgestimmt. Aber nach zwei Jahren Pandemie habe sich die Situation verändert. Er bat darum, konstruktiv weiterzuarbeiten und nicht alles schlecht zu reden. Er wolle alle einbringen, um die Stadionanlage in die nächsten Jahre zu führen. Gerade von der SPD komme immer nur Kritik an seiner Arbeit, aber keine besseren Vorschläge. „Das muss endlich mal aufhören“.

Mit einem solchen Antrag könne man nur verlieren, warnte Antje Sölter, CDU. Die Inhalte seien nicht umsetzbar, und das sei von vornherein klar. Kloss sollte Kritik auch annehmen: „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.“

Den Runden Tisch, der ein Konzept für die komplette Anlage erarbeiten solle, den Bau einen Kunstrasenplatzes über Vereine, die bessere Fördermöglichkeiten hätten, und die Ertüchtigung der Skateranlage in Kreiensen stellte Klaus-Reiner Schütte als Antrag. Die Ausschussvorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski, CDU, ergänzte, dass die Stadt mit dem Landkreis wegen des gesperrten Platzes in Greene sprechen sollte und dass die Vereine bei der Beschaffung von Fördergeldern möglichst unterstützt werden sollten.

Er sehe allerdings, erläuterte Fachbereichsleiter Arndt Severidt, die Skateranlage nicht unbedingt in diesem Ausschuss, sondern besser im Ausschuss für Jugend und Soziales aufgehoben. Dann, so Schütte, könne man die Anlage auch mit beiden Ausschüssen besichtigen.

Die Förderstelle bei der Stadtverwaltung habe keine Kapazitäten, Vereine bei Anträgen zu unterstützen, führte Severidt weiter aus. Man könne allerdings, schlug Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek vor, bei Kontakten zur Antragstellung weiterhelfen - die Anträge selbst müssten von den Vereinen kommen.
Er sei an einem Runden Tisch sehr interessiert, betonte SVG-Vorsitzender Hans-Jürgen Kettler.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss für den Schütte-Antrag mit Rundem Tisch, Erarbeitung eines Gesamtkonzepts, einer Anfrage an den Landkreis zu Reparaturarbeiten in Greene und einer eventuellen Kostenbeteiligung der Stadt, einer Besichtigung der Skateranlage in Kreiensen und Hilfe für Vereine bei der Suche nach Förderern aus. Ergänzend sollten, so Dennie Klose, SPD, die Schulen als Nutzer einbezogen werden.ek