Fundstücke aus dem 18. Jahrhundert

Senkung auf dem Burggelände führt zu Ausgrabungen / Einsatz des Heimatvereins / Fachliche Begleitung

Verschiedene Fundstücke aus dem 18. Jahrhundert waren das Ergebnis der Grabung. Von links: Thomas Krüger, Klaus-Reiner Schütte und Markus Wehmer.

Greene. Hoch über dem Leinetal im Flecken Greene findet sich eine Sehenswürdigkeit mit langer Geschichte: der Turm der ehemaligen Greener Burg. In jedem Jahr besuchen viele Interessierte aus nah und fern die Burgruine und genießen gleichzeitig den herrlichen Blick in das Leinetal und zum Harz.

Im Jahr 1308 wurde die Burg Greene von den Edlen von Homburg errichtet und 1499 offizielles „Amt“ im Herzogtum Braunschweig mit Sitz der Verwaltung auf der Burg. Nach einer Zerstörung im Jahre 1553 erfolgte unverzüglich ein Wiederaufbau.

Das Ende des Amtes auf der Burg kam 1704 mit der Errichtung eines neuen Amtshauses in der Ortsmitte. Von da an waren es Tagelöhner, die die Burg bewohnten. Die Burg verfiel und die großen Steine finden sich in der Domäne wieder. In Aufzeichnungen ist vermerkt, dass 1757 im Wesentlichen nur noch der Hauptturm noch vorhanden war.

Nach dem Krieg im Jahre 1953 wurde die Burg dann Bundesweihstätte für die Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges.

Vor kurzem wurde im vorderen Teil des Burghofes eine Senkung festgestellt. So war es nur folgerichtig, die Ursachen hierfür festzustellen. Und so machten sich die Mitglieder des Heimatvereins Thomas Krüger, Klaus-Reiner Schütte und Monika Schmidt sowie Holtershausens Ortsheimatpfleger Udo Strohmeier unter fachlicher Begleitung des Archäologen der Stadt Einbeck Markus Wehmer daran, die Ursachen zu erforschen. Es wurde bis auf 1,45 Meter herunter gegraben.

Fünf Schichten fanden sich bis zur dieser Tiefe. In der oberen Schicht findet sich Mutterboden und in der unteren Schicht sind Reste aus dem Abbruch der Burg zu finden. Dazwischen unter anderem Bauschutt aus dem 18. Jahrhundert.
Mit Interesse wurden die Fundstücke von Archäologe Markus Wehmer identifiziert. Und die boten ein breites Feld aus dem 18. Jahrhundert. Unter anderem wurden Teile gefunden von Keramik-Koch- und Essgeschirr und Steinzeuggefäße aus Duingen. Hier gab es die einzige Steinzeugtöpferei. Weiterhin Fensterglas, Porzellan und eine Scherbe, die dem Westerwald zugeordnet wurde sowie Teile von Bierkrügen aus entfernten Teilen des Landes. Es gab zwar auch heimische Bierkrüge aber etwas Abwechslung in der Gestaltung sollte es schon sein. Tierknochen aus der Schlachtung waren ebenso unter den Funden wie Austernschalen. Lebende Austern wurden als Delikatesse vom Atlantik nach Greene transportiert.

Vor Ort informierte sich am Dienstag Greenes Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn und lobte die Initiative. Nach Beendigung der Arbeiten wird Archäologe Markus Wehmer einen Bericht mit den Details der Fundstücke erstellen.ic