Jubiläumsfest der Heimatstube findet erst im Jahre 2021 statt

Corona-Pandemie verhindert Jubiläumsfeier / Heimatstube begehrtes Besuchsobjekt

Elisabeth Losch und Siegfried Diedrich vor der Heimatstube im Kalthaus. Im Jahr 1991 kaufte der Heimat- und Kulturverein das Haus.

Ahlshausen. Eigentlich sollte dieses Jahr gefeiert werden, wieder mit einem Zelt auf der „Ziegeninsel“, wie die Fläche nahe der einstigen Ziegenkäserei Rumpeltin in Ahlshausen liebevoll genannt wird. Eigentlich sollte es zu diesem Anlass im Kalthaus eine Ausstellung selbst gefertigter Objekte von Anwohnern aus Ahlshausen und Sievershausen geben, erzählt Elisabeth Losch. Doch die Pandemie kam dazwischen. Das 25-jährige Jubiläum der Heimatstube im Kalthaus in Ahlshausen-Sievershausen wird nun nächstes Jahr begangen, vielleicht Pfingsten.

Das Kalthaus

Nicht nur diese Stube, sondern das Kalthaus aus den 1950er-Jahren auf der Ahlshäuser Lieth selbst birgt bereits Historie: ein Maschinenraum zum Kühlen, ein Vorbereitungsraum, etwa für die Schweinehälften sowie ein Gefrierraum mit 60 Schrank-Schließfächern, in denen die Anwohner genossenschaftlich ihr Fleisch und anderes kühlhielten. Irgendwann war diese Zeit vorbei. Das Haus stand leer. 1991 kaufte es der Heimat- und Kulturverein vom Inhaber der Motorsägenfirma Meyer. Der Verein entstand 1986 aus dem Arbeitskreis Dorferneuerung. Elisabeth Losch, 1. Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, der der Träger ist und Ortsheimatpfleger Siegfried Diedrich, auch im Vorstand und seit Jahrzehnten an Regionalgeschichte interessiert, erzählen davon. Weiter gehören aktuell zum Vorstand die zweite Vorsitzende Andrea-Beate Reiße, Bernd Exner, Brigitte Teutsch-Eberhardt sowie Christine Hake und Ludwig Ernst.
Umgestaltung zur Heimatstube
In drei Jahren, von 1992 bis zur Eröffnung 1995, gestaltete der Kulturverein im Rahmen der Dorferneuerung das Kalthaus zur Heimatstube um. Vieles kam raus, wie die Glasbausteine für neue Fenster, vieles wurde erhalten, wie die dicke Kühltür zum Gefrierraum mit Kontrollguckloch. Innen zeigt sich regionale

Geschichte in vielen Objekten, ständig weiter zusammengetragen von Bewohnern, die Haushaltsgegenstände mit Geschichte dort in guter Obhut wissen. Entweder für die Küche, wie sie früher aussah, samt Holzherd, Eisen-Waffeleisen, Sauerkohlhobel und auch Dingen, die nun leider schon historisch sind, wie die Waage des letzten Bäckermeisters am Ort, Hilmar Stöckemann. Oder sie geben etwas ab für die Gute Stube mit den Ahnenbildern und Dorf-Urkunden an der Wand, dem Buffet mit dem guten Geschirr und den Ortsdokumenten. Historische Kleidung findet sich ebenso reichlich, so etwa das Unterkleid mit Monogramm und eines, das mit vielen Knöpfen verdeutlicht, weshalb ein Reißverschluss doch etwas Feines ist. Auch die Einweihung erfolgte in historischer Kleidung. Schilder weisen auf jüngere Zeiten hin, die jedoch auch bereits vorbei sind: Friseur, Selbsthilfekindergarten und Gemeindebücherei.

Das Wichtige an der Stube sind nicht allein die Objekte, sondern der rührige Einsatz, den Menschen hier aufbringen und der sie zusammenbringt, nicht nur bei weiteren Bauarbeiten wie der Dacheindeckung und der Pflasterung – immer wieder finanziert durch Spenden – sowie regelmäßiger Beetpflege, für die Magdalene Vespermann verantwortlich ist: Das ist zu spüren aus der engagierten Art, in der Losch und Diedrich erzählen, aber auch aus ihren Notizen: 2002 war Tag der offenen Tür, 2005 gestaltete man einen Naturgarten, 2008 lud man erstmals zum Offenen Adventskalender und 2009 zum Ferienpass ein. Denn gerade die Jüngeren sind den Verantwortlichen wichtig, betont Losch. Auf die machen die kleinen Schulstühle und das Nachttopfgeschirr auch mächtig Eindruck.

Büchertausch

Vor der Tür steht ein offener Bücherschrank, und jeden ersten Donnerstag im Monat ist – normalerweise – Büchertausch – ebenfalls eine Gelegenheit zum Gespräch.

Zur Erinnerung an Zeiten, als es noch die Molkerei und Bauern mit Milchkühen im Dorf gab, stellten Siegfried Diedrich und Edwin Losch einen Milchbock mit befestigten Milchkannen auf. Brigitte Teutsch-Eberhardt, Schriftführerin des Vereins, berichtete im Oktober 2017 ausführlich zur Milch-Historie des Ortes in der „EM“.

Besuche in der Heimatstube

Kommen Besuchergruppen wie 2016 die Bühler Frauen, die Fotos für ein Kochbuch machten, 2017 Mitglieder des Kur- und Verkehrsvereins Bad Gandersheims und 2018 der Frauenkreis aus Opperhausen, dann gibt es immer viele „Achja“-Erlebnisse. Nicht nur die Aussteller erklären dann, sondern viele Besucher ebenso.

Auf telefonische Nachfrage beim Ortsheimatpfleger Siegfried Diedrich (05553) 4169 und bei Elisabeth Losch (05553) 2161 sind Einzelbesucher auch jetzt stets willkommen. Ebenso würde sich der Kulturverein natürlich über weitere Interessierte freuen, erklären Losch und Diedrich.des

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