Maissorten haben sich gut entwickelt

Landberatung Northeim präsentierte Maissortenpräsentationsversuch in Bentierode

Eine große Resonanz bei den Landwirten fand auch in diesem Jahr wieder die Präsentation des Maissortendemonstrationsversuchs.

Bentierode. Viele Milch- und Maisbaubetriebe in der Region stehen aktuell vor vielen Fragen. Wie geht es weiter mit den Milchpreisen? Die Verbraucherpreise steigen, aber bei uns kommt wenig an. Welche Auswirkungen wird das neue EEG auf Biogasanlagen haben? Wie geht man mit dem öffentlichen Druck aus, der immer stärker wird? Was passiert wenn starke Unwetter oder andere Probleme auftauchen. Hat die Landwirtschaft gerade in Niedersachsen noch Zukunft? Viele Probleme sind nicht einfach zu lösen und stellen den Landwirt vor große Herausforderungen.

Zum 30. Mal präsentierte die Landberatung Northeim zusammen mit der Familie auf der Brücken ihren Maissortendemonstrationsversuch in Bentierode auf dem großen Maisfeld am Steinweg. Die Aussaat erfolgte durch die Familie auf der Brücken. Auf den mittleren bis feuchten Böden die „gegrubbert„ und vorschriftsmäßig gedüngt wurden, haben sich die Maissorten gut entwickelt. Rund um Bentierode sind viele Hektar Mais angebaut. Der landwirtschaftliche Betrieb auf der Brücken benötigt große Mengen wertvolles Futter, insbesondere für die Winterzeit. Versorgt werden müssen zirka 120 Stück Großvieh, davon die Hälfte Milchkühe.

Jährlich werden etwa 50 bis 60 Kälber auf dem Hof auf der Brücken geboren. Die weiblichen bleiben auf dem Hof, die männlichen werden verkauft. Daher spielt der Maisanbau für die Familie auf der Brücken eine große Rolle. Viele Silos auf dem Hof sorgen für die Lagerung des nötigen Grundfutters.

Hohe Grundfutterleistungen senken beträchtlich die Futterkosten. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwingen Milchviehhalter und Rindermäster immer neue Effizienz- und Einkommenreserven zu nutzen. Der Erhalt beziehungsweise die Steigerung der tierischen Leistung ist daher ein wesentlicher Faktor. Gutes Futter für gute Kühe.

Auf dem Versuchsfeld am Steinweg wachsen 25 Sorten, die von zwölf Züchtern vorgestellt wurden. Ringleiter Jörg Rode und Stefanie Bornecke nahmen gemeinsam mit den Züchtern zu den Nutzungsmöglichkeiten jeder einzelnen Sorte Stellung. Da die Anforderungen der Milchhalter ganz andere sind als die der Biogasbetreiber, ist es enorm wichtig die richtige Sorte für den jeweiligen Standort, entsprechend der geplanten Nutzungseinrichtung, auszuwählen, so die Meinung der Experten.

Aufgrund der langen Trockenheit reifen die Pflanzen bereits ab ohne die für die Fütterung notwendige Stärke vollends eingelagert zu haben. Der optimale Erntetermin ist je nach Witterung ab dem 15. September zu erwarten. Die lange Trockenperiode haben alle Maispflanzen gut überstanden. Der Mais braucht viel Sonne und kann somit seine Stärkegehalte täglich verbessern und stabilisieren.

Vom Dorf Bentierode bis zum Steinweg liegt das Versuchsfeld. Die bis drei Meter hohen Maispflanzen werden entweder für Grün-, Körner- oder Silofutter verwendet. Gute reife Körner und hohe Stärkegehalte sorgen ganzjährig für ausreichendes gutes Futter für die Milchkühe. Natürlich spielt auch die blattreiche Pflanze und der gut gebildete Maiskolben eine entscheidende Rolle für die Futterqualität.

Mais ist die Grundlage für eine wirtschaftliche Milchproduktion. Es ist deshalb von besonderer Wichtigkeit zu wissen, welche Sorten Mais in der hiesigen Region am besten gedeihen. Gerade die hiesigen Landwirte (Maisanbauer-Milchviehhalter) nutzen gern die Gelegenheit, sich von Fachleuten ausführlich zu informieren.

Nur in Bentierode gilt für die Region die Sortenvielfalt an einem Standort. Erstmals wurde gegen die Maiszünsler, die mit als die gefährlichsten Schädlinge im Maisanbau gelten, mangels insektizider Alternative eine natürliche Bekämpfungsstrategie angewendet. Es handelt sich um die Schlupfwespe. Die jährliche Massenauslegung von Eiern der Schlupfwespe mindert den Befall von Maiszünslern.

Die Blühstreifen rund um die Maisfelder begeisterten, die Teilnehmer. Sie sind eine Oase für die kleinen Tiere, und dienen auch als Dickicht für das Wild. Gerade im Gefahrenbereich Steinweg sind die Blühstreifen von großer Bedeutung. Die Kurve kann so besser eingesehen werden.

Wie Ernst auf der Brücken unterstrich, sollte ein wenig Farbe in die Feldmark getragen werden. Es muss aber aufgepasst werden, dass keine Verkrautung stattfindet.

Jörg Rode von der Landberatung und die anwesenden Vertreter der Züchter gaben den anwesenden Landwirten wertvolle Informationen zum Maisanbau. Bei einem Imbiss wurden die Themen Häckselqualität und Schädlinge diskutiert.ue