„ALICE“ kontrolliert das Tempo

Landkreis nutzt teilstationäre Messanlage für Geschwindigkeitskontrollen

Marco Poppe (links) Thorsten Zeike erklärten Landrätin Astrid Klinkert-Kittel die neue Geschwindigkeitsmessanlage.

Bei 33.009 Unfällen im Straßenverkehr in den vergangenen Jahren im Landkreis Northeim habe man nachgedacht, wie man die Verkehrssicherheit verbessern könnte, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. 2017 und 2018 wurden semistationäre An­lagen erfolgreich mit dem „Enforcement Trailer“ getestet.

Northeim. In einer europaweiten Ausschreibung hat sich das Modell „Enforcement Trailer“ der Firma Vitronic durchgesetzt. Eine andere Bezeichnung ist „ALICE“ (kurz für Autonomous Lidar Concept for Enforcement). Es steht jetzt dem Landkreis für Geschwindigkeitskontrollen zur Verfügung. Vom Landkreis geleast, kostet es rund 7.000 Euro im Monat und wird die bisherigen mobilen und stationären Messanlagen ergänzen. „ALICE“ ähnelt einem Autoanhänger und ist mithilfe der laserbasierten Light Detection and Ranging-Technik in der Lage, auf vier Fahrbahnen gleichzeitig die Geschwindigkeit zu messen.

Nach dem Start in Lütgenrode folgen in den kommenden Wochen Einsätze im gesamten Landkreis. Sie werden wie die anderen mobilen Messungen angekündigt. Großer Vorteil von „ALICE“ sei, dass man die Daten wie bei einer stationären Anlage erfasse. Messbeschäftigte wie Marco Poppe und Thorsten Zeike werden nur für den 30-minütigen Auf- und Abbbau sowie den Transport zu geeigneten Stellen benötigt. Dadurch seien auch Messungen in der Nacht, am Wochenende, in ländlichen Regionen und bisher schwer zugänglichen Plätzen möglich. Durch vorhandene Akkus entfällt eine Stromversorgung wie bei stationären Anlagen.

Präventiv will man sie einsetzen, so Klinkert-Kittel, um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern. Bürger und Kommunen können auch Wünsche unter E-Mail blitzer@landkreis-northeim.de äußern, wo mobile Anlagen mal stehen sollen.

Jan-Christopher Linck vom Bereich Ordnungsangelegenheiten des Landkreises Northeim hob weitere Vorteile von „ALICE“ bevor. Mit Motor und Fernbedienung steuerbar, könnte man auch schwierige Stellen auf dem Land oder in engen Straßen erreichen. Die rund 1,3 Tonnen schwere Messanlage ist gegen Diebstahl, Einbruch und Beschädigung gesichert. Ausgelöster Alarm läuft in der Leitstelle ein. Die beim Absenken verschwindenden Räder und die Deichselabdeckung verhindern den unberechtigten Abtransport. Sogar einer etwaigen Brandstiftung wird durch ein internes Löschsystem vorgebeugt,
Bis zu 14 Tage sei die Anlage konstant einsetzbar, hieß es, dann erfolgt eine Aufladung der Akkus. Die Kamera können die Messbeschäftigten auch entnehmen und auf einem Dreibein montieren, so Linck. Benötigt für „ALICE“ werde die Fläche eines Parkplatzes, Einsatzorte können überall im Landkreis sein.

Michael Kärgel von der Herstellerfirma erklärte, dass die neueste Version dem Landkreis zur Verfügung stehe. Sollten Probleme entstehen, werden sie schnell behoben. Ausfälle durch Wartung, Eichung oder Instandhaltung fallen für den Landkreis nicht an. Ein deut­liches rotes Aufleuchten zeige Geschwindigkeitsübertretungen an, die Datenspeicherung erfolge digital.

„ALICE“ werde europaweit angewendet, so Linck, und trage zur Verkehrssicherheit bei. Das wünscht man sich auch für den Landkreis Northeim, denn 2018 sank zwar die Anzahl der Unfälle, die der schweren mit teilweise tödlichem Ausgang verdoppelte sich hingegen fast. Die Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer sei ein großes Ziel, dafür setze man sich ein.mru

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