Bürgerbegehren für Freizeitheim Silberborn

Unterstützer müssen bis 20. September 8.000 Unterschrifte sammeln

Region. Die Befürworter und Unterstützer zum Erhalt des Jugendfreizeitheims Silberborn, das zum Ende des Jahres aufgrund eines Kreistagsbeschlusses geschlossen werden soll, geben sich noch nicht geschlagen. Wie Heinz- Willi Elter (Vorsitzender des Turnkreises Northeim-Einbeck) auf der Pressekonferenz am Freitag im Alten Rathaus in Einbeck bekannt gab, strebe man ein Bürgerbegehren an. Zu diesem Zweck wurde eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Insgeamt 8.000 Unterschriften müssen werden, das sind 7,5 Prozent der Wahlberechtigten im Landkreis Northeim, damit das Bürgerbegehren durchgeführt werden kann.

Bis zum 20. September können interessierte Bürger ihr Unterschriften leisten. Die Listen sollen breit gestreut in Einkaufsläden, Apotheken, Buchhandlungen und Büchereien ausliegen. Als Vertretungsberechtigte wurden Heinz-Willi Elter, Ulrike Glaesner (ehemalige Rektorin der Grundschule Uslar) und Dr. Friederike Kaiser (zertifizierte Waldpädagogin ) benannt. Unterstützer des Vorhabens sind der BUND, die Waldpädagogen Stadt Oldendorf, das Forstamt Neuhaus, die Kirchengemeinde Dassel, der Kreiselternrat, der Turnkreis Northeim-Einbeck und die Gruppe Die Linke/NOM 21). Hintergrund ist, dass der Kreistag Anfang Juni die Schließung des Jugendfreizeitheims beschlossen hatte, aufgrund von rückläufigen Übernachtungszahlen, steigenden Zuschüssen durch den Landkreis und einer angeblich nicht mehr zeitgemäßen Ausstattung.

Sollte bis zum 20. September die geforderte Anzahl der Unterschriften zusammen kommen, müssen die Listen zunächst auf die Ordnungsmäßigkeit vom Landkreis überprüft werden, das kann bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen. Anschließend muss das Bürgerbegehren innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden.

Dadurch kann die beschlossene Schließung zum Jahresende zunächst nicht verhindert werden. Dennoch halte sich der Verlust in den ersten Monaten des Jahres wohl in Grenzen, da erfahrungsgemäß in diesen Monaten noch nie viele Buchungen im Jugendfreizeitheim vorgekommen sind. In der Pressekonferenz machte Elter noch einmal deutlich, dass es Lösungen gebe, die Kosten für den Betrieb zu senken, wie zum Beispiel eine bedarfsgerechte Personalplanung, bessere Vermarktung, Schulkooperationen, Erweiterung des Angebots für Einzelpersonen und Familien, Betriebsferien in der belegungsschwachen Zeit, saisonale Preisgestaltung und Gründung eines Fördervereins.

„Gerade in der digitalisierten Welt, in der unsere Kinder aufwachsen, ist es wichtiger denn je, ihnen auch ein vielfältiges Bewegungsangebot in der Natur zu bieten“, so Elter, der noch einmal die Vorzüge der Einrichtung hervorhob. Die Anlage befinde sich in einem top Zustand, sämtliche Angebote, wie Medien und Sportanlagen seien im Preis enthalten, genauso wie ein Erlebnispfad, ein Kinderspielplatz und eine Wasserrutsche.

Großer Vorteil sei auch die Nähe zum Wald, und dass dort keine Autos fahren. Zwar sei das Freizeitheim noch nicht barrierefrei, so Elter, der Umbau dürfte jedoch wohl keine Million verschlingen. „Das ist ein einmaliges Erlebnis für Kinder, die das Gemeinschaftsgefühl dort genießen können“, so Elter, der diverse Aussagen, wie etwa, dass das Freizeitheim nicht mehr den modernen Ansprüchen genüge, nicht nachvollziehen könne. Die Rücklagen belaufen sich 1.150.000 Euro.

Bei einem Verkauf würden rund 700.000 Euro an das Finanzamt fließen, der Rest geht in den Kreishaushalt. „Das Freizeitheim hat durch seine Lage und die Angebote ein Alleinstellungsmerkmal, das sich die Politik nicht aus der Hand nehmen lassen sollte“, steuerte Lothar Baumelt (NOM 21/Linke) der Diskussion bei.

Sicher könne man der Bürgerliste vorwerfen, zu spät „aus dem Nest“ gekommen zu sein, wie Baumelt es bezeichnete, aber sämtliche Vorgänge bezüglich des Freizeitheims seien zuvor in nichtöffentlichen Gremien behandelt worden. Erste Erfahrungen bei der Sammlung der Unterschriften würden eine positive Resonanz aus der Bevölkerung andeuten, so Baumelt weiter. „Ich würde das Vorhaben des Bürgerbegehrens nicht als aussichtslos ansehen“. Zudem merkte er an, dass in Bezug auf barrierefreie Baumaßnahmen in den vergangenen zehn Jahren wohl durchaus Mittel dagewesen seien, die die Verwaltung jedoch nicht in Anspruch genommen habe.

Das ganzheitliche Naturund Ökologie-Erlebnis für Kinder in der Freizeitanlage ziele nicht nur durch die Lage sondern auch durch das Projekt „Graslöwe“, das der Heimleiter Peter Wollschläger nach Silberborn geholt habe, auf die Vermittlung von umweltbewussten Verhalten ab, berichtete Dr. Friederike Kaiser. „Das liegt voll im Trend der Zeit“, so Kaiser.hn

Region

Es bleibt beim Bürgerentscheid

Kosten wie für eine Landratswahl