30. Jubiläumslehrgang „Spaß-Sport für Erwachsene“

Begeisterte Übungsleiter aus dem Landkreis Northeim erlebten Lehrgangshöhepunkte aus drei Jahrzehnten

Region. Im November 2017 leitete der Sportpädagoge Heinz-Willi Elter den 30. Jubiläumslehrgang „Spaß-Sport für Erwachsene durch Bewegung macht Spaß“ des Kreissportbundes Northeim-Einbeck und der AOK Northeim in Edesheim, Dassel und Eschershausen. Die begeisterten Übungsleiter aus dem Landkreis Northeim erlebten die Lehrgangshöhepunkte aus 30 Jahren Spaß-Sport.

Die Idee „Spaß-Sport für Erwachsene“ entwickelten die beiden Gymnasiallehrer und Sportpädagogen Heinz-Willi Elter und Bernhard Hübner 1987, die sich vom Studium in Göttingen kannten. Bernhard Hübner absolvierte eine Zusatzausbildung zum Gesundheitsberater, die mit einem Praktikum bei der AOK Einbeck- Northeim verbunden war. Heinz-Willi Elter war beim Kreissportbund Northeim- Einbeck tätig und hatte zehn Jahre die Partnersportgruppe vom VFB Northeim als Übungsleiter betreut. Bei den Übungsabenden stellte er fest, dass die Erwachsenen sehr motiviert waren, wenn er die traditionellen Sportinhalte so veränderte, dass ihnen die körperliche Bewegung Spaß bereitete.

Diese beiden Erfahrungshorizonte der beiden Sportpädagogen Heinz-Willi Elter und Bernhard Hübner im theoretischen und praktischen Sportbereich ließen die Idee entstehen, einen gesundheitsorientierten Sport für Erwachsene zu entwickeln, der Spaß an der Bewegung vermittelt. Unterstützt wurden die Überlegungen aus der Motivationsforschung im Sportbereich. Jedes gesunde Kind hat bis zur Pubertät (13 bis 14 Jahre) ein natürliches Bewegungsbedürfnis (Primärmotivation), das durch Bewegung befriedigt wird (siehe Grundschulkinder, die sich in der Pause wie Ameisen bewegen).

Es gibt in unserer Industriegesellschaft schon Kinder, die Bewegungsdefizite aufweisen durch fehlende Spielmöglichkeiten und den Medienkonsum. Nach der Pubertät ist dieses natürliche Bewegungsbedürfnis bei vielen Jugendlichen und Erwachsenen nicht mehr vorhanden. Daraus folgt, dass die Jugendlichen und Erwachsenen nach der Pubertät eine Sekundärmotivation brauchen, damit sie sich bewegen. Die Jäger und Sammler mussten sich bewegen, weil sie nur durch die Jagd und das Sammeln von Früchten überleben konnten. In der heutigen Industriegesellschaft werden die Nahrungsmittel und andere Gegenstände im Supermarkt mit dem Auto eingekauft.

Ein kleiner Teil der Jugendlichen und Erwachsenen, die im Wettkampfsport aktiv sind, holen ihre Motivation zur Bewegung aus den Wettkampferfolgen (Sekundärmotivation). Die breite Masse der Jugendlichen und Erwachsenen sind Breiten- und Freizeitsportler. Hier muss die Sekundärmotivation lauten: Spaß an der Bewegung vermitteln! Die Übungsinhalte müssen so vermittelt werden, dass der Aufforderungscharakter zur Bewegung so groß ist, dass du dich bewegst ohne das du es merkst. Grundidee Diese Idee: Spaß an der Bewegung vermitteln war die Grundidee der erfolgreichen 30 Spaß-Sport Lehrgänge des Kreissportbundes Northeim- Einbeck und der AOK Einbeck-Northeim seit 1987.

Die Idee Spaß an der Bewegung zu vermitteln wurde in den Lehrgängen wie folgt umgesetzt: Bewegungsinhalte nach Gesundheitsaspekten vermitteln. Die Bewegung wird mit Musik unterstützt und geordnet. Bei der Bewegung müssen körperliche und geistige Aufgaben erfüllt werden. Variabler Einsatz von Handgeräten (zum Beispiel Reifen, Stab usw. und Alltagsmaterialien zum Beispiel Topflappen). Bewegung mit dem Partner und in der Gruppe. Bewegung wird methodisch und altersgerecht vermittelt. Übungsinhalte werden differenziert, dass jeder Teilnehmer ein Erfolgserlebnis hat. Übungsinhalte verändern und neue Übungsinhalte ausdenken.

Je mehr Spaß eine Bewegung auslöst, desto größer ist der Trainingseffekt und die Chance, dass sich der Teilnehmer nachhaltig weiter altersgerecht bewegt. Inhalte Bei dem Jubiläumslehrgang wurden folgende Inhalte mit Spaß an der Bewegung vermittelt: Aufwärmen mit einer Laufschule: Handgeräte nach Musik an den rechten Partner weitergeben, der im Kreis neben mir gestanden hat. In der Laufpause stellen sich die Teilnehmer nach der Größe, Geburtsmonat oder Hausnummer auf. Mit dem Handgerät Reifen variabel zwirbeln. Walking nach Musik alleine, zu zweit und anderen Gruppengrößen. Musik interpretieren in unterschiedlichen Gruppengrößen hintereinander. Koordination: Gleiche Handgeräte oder ungleiche gleichzeitig paarweise mit der rechten oder linken Hand zuwerfen. Jonglieren mit einem, zwei und drei Tüchern nach Musik. Verschiedene Stressfaktoren (zum Beispiel Lärm) in Gruppen pantomimisch darstellen und erraten.

Kleine Spiele mit dem Fallschirm: Nach vorgegeben Kriterien unter dem Fallschirm durchlaufen Ein Zelt bauen. Zum Abschluss gab es Entspannung: Das Wetter paarweise auf dem Rücken darstellen nach Musik. Waschstraße: Ein Teilnehmer auf dem Mattenwagen wird wie ein Auto in der Waschstraße gereinigt. Paarweise Rücken an Rücken tanzen nach Lambada. Pestalozzi hat einmal gesagt: „Wer durch körperliche Bewegung Kinderaugen zum Leuchten bringt, der vollbringt auf dem Gebiet der Pädagogik großartiges“. Bei dem 30. Jubiläumslehrgang haben viele Erwachsenenaugen geleuchtet.srd

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