7,2 Millionen vom Land für Breitbandausbau

Rund 4.300 private Adressen, 347 in Gewerbegebieten und zwei Schulen sollen Glasfaseranschluss erhalten

Der digitale Ausbau im Land dauert ihm viel zu lange, dennoch freute sich Nieder­sachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann jetzt, acht Förderbescheide in Höhe von rund 7,2 Millionen Euro an Land­rätin Astrid Klinkert-Kittel übergeben zu können. Das Land unterstützt damit den Breitbandausbau im Landkreis Northeim und damit auch in Einbeck und Dassel.

Region. Bereits im Juni 2019 hat der Bund eine Fördersumme in Höhe von 12,8 Millionen Euro zugesagt. Mit dem Landeszuschuss habe man nun Planungssicherheit und könne die Fortsetzung des begonnenen Ausbaus ausschreiben, unterstrich Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Mit der nächsten Ausbaustufe sollen alle sogenannten weißen Flecken im Kreisgebiet beseitigt werden. 4.276 private Adressen, 347 Adressen in sieben Gewerbegebieten und zwei Schulen sollen mit moderner Glasfasertechnik versorgt werden. Derzeit sind dadurch Geschwindigkeiten von bis zu 1GBit/s möglich.

Nach ersten Schätzungen wird die Maßnahme rund 30 Millionen Euro kosten, 20 Millionen Euro übernehmen Bund und Land. Der digitale Ausbau ist nach Meinung Klinkert-Kittels das zentrale Zukunftsthema. Seit 2016 arbeite man daran, und sie hob hervor, dass man das »Versagen der Telekommunikationsbranche im ländlichen Raum« aufzufangen versuche. Fertig sei man noch lange nicht. Die Landrätin ist der festen Überzeugung, dass der ländliche Raum seine Attraktivität nur ausspielen können, wenn hier modern gedacht und gehandelt werde.

Nils Johannson, beim Landkreis zuständig für Digitalisierung und IT, hoffte, dass die Arbeiten für Gewerbegebiete und Schulen möglichst zeitnah im Spätsommer/Herbst ausgeschrieben werden können, die Privathaushalte dann im Herbst/Winter. Einige Telekommunikationsunternehmen signalisierten aber bereits jetzt, dass die Umsetzung bis zu vier Jahre dauern kann. Konkrete Aussagen zum Umsetzungszeitraum werden erst nach erfolgter Ausschreibung möglich sein.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann würde gerne schneller vorankommen. Die EU-Breitbandrichtlinie, dass nur dort gefördert werden dürfe, wo die Geschwindigkeit unter 30 MBit liegt – das sei ein »Treppenwitz«. Der Politiker war allerdings »vorsichtig optimistisch«, dass diese sogenannte Aufgreifschwelle falle. »Endlose Abstimmungsprozesse« verhinderten den schnellen Ausbau, und so plädierte er dafür, beim digitalen Ausbau für ein bis zwei Jahre die Planungs- und Genehmigungsverfahren auf ein Minimum zu reduzieren.

Erfreulich war für den Wirtschaftsminister, »dass sich der Landkreis Northeim auf den Weg macht, um die letzten weißen Flecken im Kreisgebiet zu beseitigen. Wichtig ist hierbei insbesondere, dass der ländliche Raum davon entscheidend profitieren wird.«

Der aktuelle Breitbandausbau ist zu 98 Prozent abgeschlossen, 8.881 Adressen sind versorgt: 456 Adressen können auf 50 MBit/s, 8.631 auf bis zu 250 MBit/s zurückgreifen.

Im Raum Dassel/Einbeck werden die för­derfähigen Adressen mit Glasfaser versorgt, für die nicht mindestens 30 MBit/s zur Verfügung stehen. Da derzeit umfangreiche Baumaßnahmen durch Telekommunikationsunternehmen durchgeführt und geplant werden, wie beispielsweise durch die Firma Goetel, können im Moment keine konkreten Adresszahlen oder Ortschaften genannt werden. Es läuft noch die Abstimmung, welche Adressen durch Goetel versorgt werden und welche förderfähigen Adressen dann noch durch den Landkreis ausgebaut werden müssen.sts

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