Landwirtschaftshistorie anschaulich präsentiert

Hochbetrieb bei Dreschfest auf Klostergut Lamspringe

Lamspringe. Sehend, hörend, riechend und fühlend sind am Sonntag Tausende Interessierte in Lamspringe zu einer Zeitreise in die Geschichte der Landwirtschaft gestartet. Das Klostergut verwandelte sich beim 5. Historischen Dreschfest in ein Museum unter freiem Himmel. Besucher lernten alte Techniken und Maschinen aus verschiedenen Epochen in Funktion kennen. In einer großen Halle informierten mehr als 20 Mitgliedsbetriebe des Gewerbevereins Lamspringe und Umgebung über ihre Angebote. Hinzu kam ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Live-Musik, Kinderaktionen, Führungen und einigem mehr.

Wilken Krending vom Organisationsteam erinnerte zum Auftakt daran, dass die Planungen vor mehr als einem Jahr begonnen hätten. Mehr als hundert Helfer seien im Einsatz.

„Das Dreschfest ist in dieser Form etwas absolut einmaliges, was es sonst hier nicht gibt“, sagte Lamspringes Bürgermeister Andreas Humbert und erinnerte an die Geschichte des Ereignisses. Zu den Höhepunkten zählten die Vorführungen. Historische Geräte, Traktoren, Fahrzeuge, weitere Oldtimer und Maschinen waren knatternd und puckernd ebenso in Funktion zu sehen wie einige landwirtschaftliche Maschinen und Gerätschaften neuerer Generation.

Die Präsentation spannte auch einen Bogen zu einem bedeutenden Kapitel der Wirtschaftsgeschichte des Ortes. Zwei Firmen hatten in Lamspringe Dreschmaschinen produziert: die Firma Wilhelm Fricke als der größere Produzent mit einer europaweiten Auslieferung und die Firma Walter Ehbrecht.

Fachkundig kommentiert kamen mehrere Maschinen in Vorführungen zum Einsatz und droschen Weizengarben. Im Einsatz war auch eine viel bestaunte historische Lokomobile als Antrieb für eine Dreschmaschine. Außer der aktiv eingesetzten Technik konnten die Besucher in einer Oldtimerausstellung mehr als 80 weitere Traktoren, Zugmaschinen und viele landwirtschaftliche Geräte kennen lernen. Immer wieder bildeten sich Menschentrauben vor den schmucken historischen Exponaten. Die Besitzer der historischen Schätzchen berichteten von den Besonderheiten ihrer Ausstellungsstücke und fachsimpelten mit interessierten Gästen. Bei älteren Besuchern weckte die Präsentation viele Erinnerungen.

Vielfältig wie die ausgestellte Technik waren auch die Angebote, über die Mitgliedsbetriebe des Gewerbevereins Lamspringe und Umgebung auf 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche in der Maschinenhalle anschaulich informierten und in persönlichen Gesprächen den Gästen erläuterten.

Das Rahmenprogramm des historischen Dreschfestes hatte auch bei seiner fünften Auflage einen familienfreundlichen Charakter. Kinder kamen an verschiedenen Stationen auf ihre Kosten: vom Karussell über Ponyreiten bis zum Kletterturm. Viele Gäste nutzten den Ausflug, um sich über die angrenzenden Gebäude zu informieren. Möglichkeiten dazu boten Führungen durch das Abteigebäude des ehemaligen Klosters und die Klosterkirche. Außer verschiedenen Kapellen setzten Jagdhornbläser den ersten musikalischen Akzent.

Vor der offiziellen Eröffnung hatten sich rund Gläubige zu einem ökumenischen Gottesdienst vor der Freitreppe versammelt, den Diakon Detlef Albrecht und Pastor Stefan Gensicke gestalteten und vom Posaunenchor Lamspringe und den Gospelvoices aus Hildesheim musikalisch gestaltetet wurde. „Damals wie heute ist der Ertrag der Ernte nicht allein von uns Menschen abhängig. Sondern, so glauben wir als Christen, auch vom Segen Gottes“, betonte Albrecht. Das Fest könne eine wertvolle Erinnerung, aber auch eine Mahnung und Verheißung sein, aus der Vergangenheit zu lernen, um eine gute und gerechte Zukunft zu ermöglichen, so Gensicke.

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