Unterstützer nennen Argumente für den Weiterbetrieb

Silberborn. Was passiert mit dem Jugendfreizeitheim? Der Unterstützerkreis Jugendfreizeitheim Silberborn nennt Argumente, die aus seiner Sicht für den Erhalt des Jugendfreizeitheims Silberborn sprechen.

Sport- und Freizeitanlagen

Das Haus bietet ausgezeichnete Sport- und Freizeitanlagen, die in der Region ihresgleichen suchen. Hier erfahren Kinder und Erwachsene zusammen Spaß an der Bewegung.

Interessante Programme

Den Gästen werden interessante, fachlich gute, umweltpädagogische Programme angeboten. Sie erleben Natur hautnah, denn das Haus liegt im Hochsolling mitten im Waldgebiet des Jahres 2013.

Gute Ausstattung

Die Einrichtung verfügt über gut ausgestattete Zimmer und moderne sanitäre Anlagen. Die Schließung würde eine weitere Schwächung des ländlichen Raums bedeuten.

Rücklagen gebildet

Das Jugendfreizeitheim hat Rücklagen von mehr als 1,1 Millionen Euro. Diese könnten das Betriebsdefizit noch einige Jahre decken. Heinz-Willi Elter, Vorsitzender des Turnkreises Northeim/Einbeck und einer der Vertretungsberechtigten des Bürgerentscheids, verweist darauf, dass die Rücklagen entstanden sind, weil „weitsichtige Politiker“ 1992 ein Aktienpaket von E.ON-Mitte nach Silberborn übertragen haben. Elter zitiert aus der Beschlussvorlage der Finanzausschusssitzung vom 3. Mai, in der es heißt: „Die Erträge waren derart hoch, dass die jährlich auftretenden Verluste aus dem operativen Geschäft nicht nur vollständig kompensiert, sondern im Laufe der Jahre sogar beträchtliche Rücklagen aufgebaut werden konnten. Einen finanziellen Einschnitt gab es mit der Herauslösung eines beträchtlichen Teils des Aktienpaketes im Jahr 2009 aus Silberborn“. Von den Dividenden des Aktienpaketes und den Rücklagen sind die Verluste in Silberborn ausgeglichen worden, so Elter. Der Landkreis habe aus seinem Kreishaushalt noch keinen Euro für die Verluste in Silberborn ausgegeben.

Steuerliche Belastung

„Zur Zeit liegt in Silberborn ein Aktienpaket der EAM von rund 2,9 Millionen Euro. Dieses Aktienpaket soll in eine Stiftung des Landkreises Northeim überführt werden“, erläutert Elter.

Es entsteht eine steuerliche Belastung an das Finanzamt von rund 460.000 Euro. Für den Verkauf vom Jugendfreizeitheim Silberborn fallen noch einmal 240.000 Euro Steuern für das Finanzamt an. Insgesamt sind ungefähr 700.000 Euro Steuern zu zahlen, die aus den Rücklagen in Silberborn finanziert werden sollen. Die noch vorhandenen liquiden Mittel sollen dem Kreishaushalt Northeim zugeführt werden, so der Vertretungsberechtigte.
Investitionen

Während der vergangenen 20 Jahre wurden 1,4 Millionen Euro in das Jugendfreizeitheim investiert. 2009 wurde die Wärmedämmung vom Schlaftrakt und Wirtschaftsbereich für 889.000 Euro saniert, der Eigenanteil betrug 288.000 Euro.

Fehlende Diskussion

Es gab bisher keine Diskussion über Einsparungsmöglichkeiten und andere Alternativen, um das Defizit zu begrenzen.

Auslastung

13.000 Besucher übernachteten 2017 im Jugendfreizeitheim. Dies entspricht nach Elters Worten einer Auslastung von 50 Prozent, was ein gutes Ergebnis darstelle.

„Es ist doch toll, dass 80 Prozent der Gäste nicht aus dem Landkreis Northeim kommen. Es zeigt, wie begehrt der Standort Silberborn in Niedersachsen ist. Aus dem Landkreis Northeim fahren Schulen und andere Gruppen auch in andere Häuser in Niedersachsen, die von den örtlichen Trägern finanziert werden.“

Elter betont, dass das Jugendfreizeitheim Silberborn 2019 sein 70-jähriges Bestehen feiert. Drei Generationen durften prägende Erlebnisse erfahren.
Der Turnkreis-Vorsitzende verweist auf die Aussage eines Unterzeichners des Bürgerbegehrens: „Ich war als Kind in Silberborn. Meine Kinder waren in Silberborn. Ich möchte, dass meine Enkelkinder auch nach Silberborn fahren dürfen.“art